Autor:
Lars Becker

Werbefläche und Showinstrument: Interaktiver Sportboden auf der ISPO Munich

ASB Glassfloor: Die Digitalisierung des Hallenbodens

Werbefläche, Showinstrument und Trainingstool: Auf der ISPO Munich (3. bis 6. Februar) feierte die neueste Entwicklungsstufe eines Sportbodens seine Premiere. Der könnte nicht nur das Live-Erlebnis und die Vermarktbarkeit von Hallensportarten verbessern, sondern auch das Einkaufserlebnis in Shops auf eine neue Stufe heben.

Christof Babinsky ist das Mastermind hinter ASB GlassFloor.
Christof Babinsky ist Gründer und Mastermind hinter ASB GlassFloor.

Digitale Werbebanden mit ständig wechselnden Botschaften sind inzwischen bei großen Sportereignissen am Spielfeldrand Standard. Genau wie große Videowände oder -würfel, in denen Replays von spannenden Szenen oder Werbespots abgespielt werden. Künftig könnte allerdings bei Hallensportarten auch der Boden zu einer riesigen Projektionsfläche werden.

Die oberbayerische Firma ASB GlassFloor zeigt auf einer 230 Quadratmeter großen Fläche im Digitize-Bereich der ISPO Munich ihren innovativen Glasboden, der durch integrierte LED-Technologie quasi wie eine überdimensionale, interaktive Video-Leinwand funktioniert.

ASB Boden für Basketball, Volleyball, Handball

„Zum einen kann man dadurch die Show für die Zuschauer verbessern und einen Wow-Effekt erzeugen. Zum anderen würde der Boden zur Werbefläche Nummer eins werden, die jede Bandenwerbung im Regen stehen lässt. Das könnte mehr Geld für Sportarten generieren, die sonst im Schatten des Fußballs stehen“, sagt Christof Babinsky. Der Geschäftsführer der Firma hat dabei Hallensportarten wie Handball, Basketball, Volleyball oder Futsal im Visier.

Und er bringt die neueste Version seines Bodens auf die ISPO Munich mit, der noch mehr als die Video-Funktionen ermöglicht. Weitere Informationen darüber gibt es auch in einem Vortrag auf der ISPO Academy Stage in der Halle C6 am 5. Februar (Dienstag/ab 12.45 Uhr).

Auf dem interaktiven Spielfeld werden drei Haupt-Anwendungsbereiche demonstriert (Play, Train und Compete). Spieler können getrackt und besondere Effekte erzeugt werden. So kann zum Beispiel der Akteur, der gerade einen Korb geworfen oder ein Tor geschossen hat, auf dem Boden für 15 Sekunden von einem virtuellen Feuer zu seinen Füßen begleitet werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, interessante Live-Fakten darzustellen, zum Beispiel aus wie vielen Metern Entfernung geworfen wurde.

Auch beim Training empfiehlt der Boden nützliche Hilfestellungen: Er kann zum Beispiel ungedeckte Spieler anzeigen oder Passvarianten vorschlagen. Auf der ISPO Munich sollen zudem zum ersten Mal Spieler in der Öffentlichkeit mit einem digitalen Ball in der realen Welt Fußball spielen.

Digitaler Boden von Sport-Weltverbänden zugelassen

Klingt im ersten Moment ziemlich verrückt, aber die Möglichkeiten für den patentierten Boden sind gewaltig. Zumal der neue, digitalisierte Boden eine Lebenserwartung von 70 Jahren haben soll und von den Weltverbänden im Basketball, Handball und Squash bereits offiziell zugelassen ist.

Seit Mai 2017 liegt die ursprüngliche Version des Glasbodens (ASB MultiSports) bereits in der BallsportArena in Dresden und hat hier bei diversen Sportevents und Galaveranstaltungen seine Belastbarkeit unter Beweis gestellt. „Durch eingebrannte Keramik-Punkte auf den mit einer Folie verbundenen zwei Schichten Sicherheitsglas hat der Boden einen sehr guten Grip beim Spielen. Zugleich ist er deutlich elastischer als Holzdielen und damit auch gut für die Gelenke“, sagt Babinsky.

 „Wir glauben, dass die Vereine oder Veranstalter trotz der Mietkosten ihre Einnahmen verdoppeln können“, sagt Babinsky. Events mit Live-TV-Übertragung sind in Deutschland für dieses Jahr bereits in der Planung. Richtlinien für die neue Werbefläche gibt es bislang nicht, allerdings führt die Firma bereits Gespräche über künftige Regelungen mit Sportverbänden.

Einkaufserlebnis im Shop kann verbessert werden

ASB GlassFloor kommt ursprünglich aus dem Squash-Bereich. In einer ersten Version konnten in Multifunktionssporthallen zunächst die Spielfeldmarkierungen für die jeweils aktuell betriebene Sportart durch LED-Lichter eingeblendet werden.

Wie viel mehr inzwischen auf den interaktiven Spielflächen möglich ist, kann man auf der ISPO Munich live erleben. Übrigens könnte der digitale Boden auch das Einkaufserlebnis in Shops verbessern. Marken wie Nike oder der Designer Philipp Plein haben dies in mehreren Flagship-Stores bereits erfolgreich getestet und auch im neuen Campus von Microsoft in Irland wurde das Produkt bereits verlegt, wenn auch in leicht abgewandelter Variante.

Autor:
Lars Becker
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