Olympische Winterspiele 2022

Nicht einmal sechs Monate nach dem Ende der Olympischen Sommerspiele in Tokio stand das nächste Olympia-Highlight an. Vom 4. bis 20. Februar traf sich die Wintersport-Elite zu den Olympischen Winterspielen in Peking.

Für Gastgeber China war Olympia 2022 eine Premiere: Nach den Sommerspielen 2008 in Peking fanden nun auch erstmals die Winterspiele im Reich der Mitte statt. Peking ist damit die erste Stadt der Geschichte, in der sowohl Sommer- als auch Winterspiele ausgetragen werden.

Vom 4. bis 13. März 2022 finden in Peking zudem die Paralympischen Winterspiele statt.

Eileen Gu: Chinas Gold-Star aus den USA

Vor den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 spitzt sich der diplomatische Konflikt zwischen den USA und China zu. Für Freeskierin Eileen Gu eine pikante Situation: Sie wurde in Kalifornien geboren und wuchs in den USA auf. Bei Olympia 2022 ging Gu allerdings als Goldhoffnung für China an den Start – und wirbt für Kommunikation statt Konfrontation. Mit zwei Goldmedaillen und einmal Silber avancierte sie bei den Spielen zu Chinas größtem Star.

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Mikaela Shiffrin: Die Alpin-Queen geht leer aus

Mikaela Shiffrin schickt sich an, die größte Skiläuferin aller Zeiten zu werden. Ihre Sammlung an Rekorden ist schon jetzt imposant – bei den Olympischen Winterspielen erlebte die US-Amerikanerin allerdings ein sportliches Desaster: Im Slalom, Riesenslalom und der Kombination kam sie nicht ins Ziel. Im Super-G wurde sie Neunte, in der Abfahrt landete sie auf Rang 18. Und auch im Team-Wettbewerb schrammte sie mit den USA auf Rang vier an einer Medaille vorbei. Wir stellen den Menschen Mikaela vor.

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Olympia 2022: Peking einer von drei Austragungsorten

Neben der Metropolregion Peking fanden Wettbewerbe außerdem im ca. 90 Kilometer entfernten Yanqing sowie im rund 220 Kilometer entfernten Zhangjiakou statt. Die Eröffnungsfeier und die Schlusszeremonie stiegen im Beijing National Stadium statt, das für die Olympischen Spiele 2008 errichtet wurde.

So teilten sich die Wettkämpfe auf die Austragungsorte:

  • Peking: Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Shorttrack, Curling, zum Teil Freestyle-Skiing und Snowboard
  • Yanqing: Bob, Rennrodeln, Ski Alpin
  • Zhangjiakou: Biathlon, Skilanglauf, Nordische Kombination, Skispringen, zum Teil Freestyle-Skiing und Snowboarden

Corona und die Olympischen Spiele: Keine Fans aus dem Ausland – Bubble für Athleten

Einen so klaren Heimvorteil gab es wohl bei noch keinen Olympischen Winterspielen: Wegen der weltweiten Corona-Pandemie waren in Peking laut der offiziellen Olympia-Homepage ausschließlich Zuschauer mit Wohnsitz auf dem chinesischen Festland zugelassen. Bei den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio fanden die Wettkämpfe wegen der Pandemie noch komplett ohne Zuschauer statt.

Auch die Athletinnen und Athleten mussten sich einschränken: Ungeimpfte Teilnehmer mussten nach der Einreise nach China eine 21-tägige Quarantäne antreten. Für alle Olympioniken galt eine tägliche Testpflicht. Außerdem durften sie für den Zeitraum der Spiele ihre Bubble nicht verlassen.

Olympia 2022: Sieben neue Medaillen-Entscheidungen in Peking

Im Gegensatz zu den Sommerspielen in Tokio wurden in Peking keine neuen Sportarten ins Programm aufgenommen. Allerdings gab es neue Disziplinen sowie Angleichungen der Wettkämpfe der Frauen an das der Männer.

Folgende Wettkämpfe waren neu bei Olympia 2022:

  • Shorttrack Mixed-Teamwettbewerb
  • Skispringen Mixed-Teamwettbewerb
  • Monobob der Frauen
  • Freestyle-Skiing Mixed-Teamwettbewerb im Springen
  • Freestyle-Skiing Big Air der Männer
  • Freestyle-Skiing Big Air der Frauen
  • Snowboard Mixed-Teamwettbewerb im Snowboardcross
Der komplette Olympia-Zeitplan

Wintersport in China: Olympia als Großprojekt

Die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking waren mit Kosten von rund 44 Milliarden US-Dollar die teuersten Sommerspiele der Geschichte. Immerhin: Einige der Veranstaltungsorte in Peking werden diesen Winter erneut verwendet. In der Hauptstadt selbst musste lediglich die Eisschnelllaufhalle sowie die Freestyle-Areal neu errichtet werden. Chinas Regierung plant für die Spiele 2022 mit Kosten von 3,9 Milliarden US-Dollar.

China und westliche Firmen erhoffen sich von den Spielen Starthilfe für den Wintersport in China: Von bis zu 300 Millionen potenzielle Wintersport-Fans sprach Staatspräsident Xi Jinping nach der Vergabe. Allein 2019 wurden 28 neue Skigebiete eröffnet. Größter Abnehmer für Skier in Asien ist aber noch immer Japan.

Die Olympischen Spiele im Wandel der Zeit

So jung und modern die Olympischen Sommerspiele in Tokio sein sollen, so weit liegt ihr Ursprung in der Vergangenheit zurück: Im Jahr 776 v. Chr. wurden die ersten Olympischen Spiele der Antike ausgetragen. Auch bei den alten Griechen standen athletische Wettkämpfe im Mittelpunkt, vor allem aber waren die Spiele ein religiöses Fest zu Ehren der Götter. Ausgetragen wurden die Spiele im namengebenden Olympia, dem Ort eines der größten Zeus-Tempel Griechenlands, der bereits in der Antike berühmt war für seine prächtige große Tempelanlage.
Die antiken Olympischen Spiele hatten eine wichtige Stellung im Leben der alten Griechen. Die Olympiade war eine Zeit der Vereinigung, die - wie auch heute - in einem vierjährigen Intervall veranstaltet wurde. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken der griechischen Welt, um den ultimativen Preis zu kämpfen: einen Olivenkranz, die Rückkehr in ihre Stadtstaaten als Helden und unsterblicher Ruhm. Zu Beginn der Olympischen Spiele der Antike wurde nur ein Laufwettkämpfe durchgeführt, im Laufe der Zeit kamen weitere Sportarten und Disziplinen hinzu. Insgesamt wurden 20 verschiedenen Sportarten über mehrere Tage hinweg ausgetragen. Die Sieger der Spiele wurden bewundert und Statuen verewigt.
Zweck der Olympischen Spiele war es einerseits, die körperlichen Qualitäten der Teilnehmer zu demonstrieren, von genau so großer Bedeutung waren die Spiele jedoch auch aus politischer Sicht, dienten sie doch dazu, die Beziehung zwischen den verschiedenen griechischen Städten zu stärken.

Neben dem Sieg waren es die olympischen Werte selbst, die den Spielen besondere Bedeutung verliehen - der edle Wettkampf und das Bemühen, Körper, Geist und Wille zu einem ausgewogenen Ganzen zu verbinden.
Im Laufe der Jahrhunderte kamen nicht nur weitere Sportarten hinzu, auch Abläufe und Organisation der Olympischen Spiele entwickelten sich weiter. So wurde beispielweise ein einheitlicher Zeitplan der Veranstaltungen eingeführt und mit dem Olympische Frieden ein Abkommen geschlossen, das durch mehrmonatigen Waffenstillstand die sichere Durchführung der Spiele gewährleisten sollte.

Die Spiele fanden fast 12 Jahrhunderte lang statt, bis der römische Kaiser Theodosius sie 393 n. Chr. verbot. Wiederbelebt wurden die Olympischen Spiele durch den französischen Baron Pierre de Coubertin im späten 19. Jahrhundert. Die Spiele der Olympiade, auch bekannt als Olympische Sommerspiele, finden seit 1896 alle vier Jahre statt, mit Ausnahme der Jahre während der Weltkriege. Bei den alten Griechen war Olympia noch ein reiner Männer-Wettkampf, erst ab 1900 wurden auch Frauen zugelassen.

Die Geschichte der Olympischen Winterspiele ist indes deutlich kürzer: Sie haben keine Wurzeln in der Antike, sondern wurden 1924 im französischen Chamonix erstmals ausgetragen. Bis 1992 fanden die Winterspiele im selben Jahr wie die Sommerspiele statt, ehe mit den Winterspielen in Lillehammer 1994 ein zweijähriger Wechsel zwischen Winter- und Sommerspielen eingeführt wurde.