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Absolute Zahlen steigen, relativer Anteil sinkt leicht

Studie zeigt: So wertvoll ist die Sportbranche für die deutsche Wirtschaft

Wie wichtig ist der Sport für die deutsche Wirtschaft? Neue Zahlen zeichnen ein zwiespältiges Bild: In Sachen Produktivität toppt Sport sogar die Metallindustrie, doch die relative Bedeutung für die Gesamtwirtschaft sinkt leicht.

Die deutsche Sportbranche ist von 2010 bis 2016 in absoluten Zahlen gewachsen.
Die deutsche Sportbranche ist von 2010 bis 2016 in absoluten Zahlen gewachsen.

Wie wichtig ist der Sport für die deutsche Wirtschaft? Von dieser Frage hängt in der Sportpolitik und -praxis vieles ab – etwa wenn es um die Subventionierung von Sportvereinen oder -betrieben geht.

Nun hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft im detaillierten Sportsatellitenkonto (SSK) 2016 neue Zahlen vorgelegt. Diese monitoren nun auch das Jahr 2016.

In seiner Gänze nahm der sportbezogene Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 66,7 Mrd. EUR im Jahr 2010 um +4,9 Mrd. EUR auf 71,6 Mrd. EUR im Jahr 2016 zu. Relativ bedeutete das allerdings eine Reduzierung des Beitrags des Sports zum BIP von 2,6% in 2010 um -0,3 Prozentpunkte auf 2,3% in 2016.

Dienstleistungen und Produktion im Sport fast gleichauf

Im gleichen Zeitraum ist es bei privaten Haushalten zu einem absoluten Nachfrageanstieg für Sportgüter gekommen (+9,1 Mrd. EUR). Da sich viele der sportrelevanten Güterpreise nur sehr schwach – einzelne sogar rückläufig – entwickelt haben, konnten Konsumenten sich so einige ihrer sportbezogenen Aktivitäten und Interessen für weniger Geld leisten und haben ihren sportbezogenen Gesamtkonsum leicht erhöht.

Insgesamt betrugen die Ausgaben für den gesamten Sportkonsum in Deutschland im Jahr 2016 85,0 Mrd. EUR. Davon entfielen 32,7% auf Erzeugnisse des Produzierenden Gewerbes. 32,6% auf Dienstleistungen.

Betrachtet man die Wertschöpfungsanteile verschiedener Wirtschaftsbereiche in Deutschland im Jahr 2016, liegt der Sport mit 2,2% etwa auf einem Niveau mit der produzierenden Metallbranche (2,1%) sowie dem Verkehrsbereich (2,4%).

Fitnessstudios als Jobmotor

Dass der Beitrag zur Beschäftigung im Jahr 2016 mit 3,0% proportional höher als die Wertschöpfungsanteile lag, ist auf den deutlich erhöhten Anteil an Teilzeit- und geringfügig entlohnten Beschäftigten insbesondere im Dienstleistungssektor der Sportbranche zurückzuführen.

Aber auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Sport hat sich kontinuierlich von knapp 70.000 in 2010 um +39,7% auf mehr als 97.000 Beschäftigte erhöht. Insbesondere private Fitnessstudios haben zu diesem Beschäftigungsaufbau einen erheblichen Beitrag geleistet, indem sie knapp 18.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Beschäftigte neu eingestellt haben.

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