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Intersport-Mitglied schließt 21 Filialen und führt Gespräche mit Investoren

Sport Voswinkel setzt nach Insolvenz Sanierung in Eigenverwaltung fort

Der Sporthändler Sport Voswinkel saniert sich nach der Insolvenz weiter eigenständig. Wie das Unternehmen der Intersport-Gruppe bekanntgab, wird auch die Zentrale in Dortmund verkleinert.

Sport Voswinkel ist seit 2003 ein Tochterunternehmen von Intersport.
Sport Voswinkel ist seit 2003 ein Tochterunternehmen von Intersport.

Die Sporthandelskette Voswinkel setzt die Sanierung in Eigenverwaltung fort. Das Amtsgericht Dortmund hat durch Beschluss vom 25. Juli 2019 die Verfahrenseröffnung und die Fortführung des Unternehmens in Eigenverwaltung für die deutschlandweit agierende Voswinkel-Kette angeordnet.

Seit 24. April 2019 befand sich das Unternehmen in einem sogenannten Schutzschirmverfahren. Das Schutzschirmverfahren ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, das nur Unternehmen offensteht, die eine Aussicht auf eine Sanierung haben.

Warenverteilzentrum und Zentrale werden verkleinert

Damit steht auch fest: Die Sanierung der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG geht planmäßig weiter. Der Sanierungsplan, der den Erhalt des Unternehmens und des Großteils der Filialen vorsieht, soll in Kürze beim Amtsgericht eingereicht werden. 21 Filialen werden zum 31. Oktober 2019 geschlossen. Neun ursprünglich ebenfalls zur Schließung vorgesehene Filialen kann Sport Voswinkel nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Vermietern fortführen. Im Warenverteilzentrum in Bochum und in der Zentrale in Dortmund ist eine umfangreiche Reorganisation geplant.

Von den Maßnahmen sind insgesamt 275 Arbeitsplätze betroffen. Die Geschäftsführung hat mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und einen Sozialplan vereinbart und am Wochenende die Mitarbeiter über die Lage informiert.

„Wir bemühen uns weiterhin, für die betroffenen Filialen einen Käufer zu finden und so möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Zurzeit prüfen wir die vorliegenden Angebote“, sagt Marcus Neul, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG. Die Gespräche laufen derzeit. Seit 2003 gehört das Unternehmen zum Intersport-Verbund.

Diese Filialen werden geschlossen

Zum 31. Oktober 2019 beendet Sport Voswinkel die Mietverträge für die Filialen in Baunatal (Ratio-Land), Berlin (Schultheiss Quartier und Gesundbrunnen-Center), Bielefeld (Engersche Straße), Cuxhaven, Dietzenbach, Duisburg (Königsgalerie), Düsseldorf (Bilk-Arkaden), Hagen (Elberfelder Straße), Hamburg (Hamburger Meile), Hannover (Outlet Varrelheide), Hildesheim (Arneken-Galerie), Koblenz (Carl-Zeiss-Straße), Köln (Arcaden), Lübeck, Münster, Oldenburg (Schlosshöfe), Recklinghausen, Stuttgart (Gerber und Milaneo) und Wiesbaden. Der Mietvertrag der Filiale in Wuppertal (Alte Freiheit 9) wird zum 31. März 2020 beendet.

„Der Einsatz unserer Mitarbeiter ist trotz der schwierigen Lage seit April beeindruckend: Sie standen und stehen hinter Sport Voswinkel und haben es ermöglicht, den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortzuführen", sagte Marcus Neul, Geschäftsführer der Sport Voswinkel GmbH & Co. KG. Die Schließung der Filialen und damit den Wegfall von Arbeitsplätzen bedauere das Unternehmen außerordentlich. „Aber wir müssen diesen Schritt gehen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und es zu erhalten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nach der Sanierung, also ab Ende Oktober, wieder gut am Markt aufgestellt sind und wieder erfolgreich agieren können“, so Neul weiter.

Voswinkel zahlt die Mitarbeiter wieder selbst

Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter von Sport Voswinkel werden ab 25. Juli, mit Eröffnung des Verfahrens, wieder vom Unternehmen gezahlt. Während des Schutzschirmverfahrens hatte die Agentur für Arbeit die Zahlungen übernommen.

Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert; bei Sport Voswinkel sind dies Anna-Lena Schulte-Angels und Marcus Neul. Ihnen zur Seite gestellt ist der Sanierungsexperte Dr. Lorenzo Matthaei von der Kanzlei Finkenhof Rechtsanwälte.

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