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Bike-Trends für das Jahr 2022

LISTICLE | 16.08.2021
Autor:
Jens Vögele

Radfahren liegt nach wie vor ungebremst im Trend. Weltweit steigt die Nachfrage an, urbane Mobilität ändert sich rasant und das Bedürfnis der Menschen nach Bewegung in der Natur und nach Abenteuern wächst. ISPO.com zeigt, wohin sich der Markt entwickelt und welche Bereiche 2022 besonders interessant sind.

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Urbane Mobilität: E-Bikes statt E-Klasse

Auto zu fahren und sich gleichzeitig über Staus zu beschweren ist ein Widerspruch in sich. Die Entwicklung im innerstädtischen Verkehr geht immer weiter weg vom Auto. Die Fahrradinfrastruktur wächst dagegen stetig, der E-Bike-Boom macht es möglich, selbst hügelige Strecken entspannt und ohne schweißtreibende Anstrengungen zu bewältigen. 

Eine Kategorie liegt dabei besonders im Trend: SUV – angelehnt an die Autokategorie mit teils zweifelhaftem Ruf. Bei Fahrrädern bedeutet SUV: Alltagstaugliche Mountainbikes mit Gepäckträger, Beleuchtung, Ständer und teilweise sogar tiefem Einstieg. Das bringt stressfreien Fahrradalltag und gleichzeitig Spaß, wenn’s mal auf Radtour gehen soll.

Wer nach wie vor ohne Motorunterstützung in der Stadt radeln will, sollte überlegen, ob im Keller oder auf dem Dachboden noch ein alter Rahmen oder ein altes Fahrrad liegt. Wer das wieder flügge macht, liegt damit nicht nur im Cycling-, sondern auch im Upcycling- und Recycling-Trend.

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Gravelbikes und E-Mobilität: Das passt

Fahrspaß, Naturerlebnis, Abenteuer. Diese drei Eigenschaften vereinen Gravelbikes. Der Trend für die Rennräder mit Stollenreifen oder – je nach Blickwinkel – Trekkingbikes mit Rennlenkern setzt sich auf 2022 ungebremst fort. Entspannte Geometrien, ausgereifte Antriebstechnik, breite Reifen und Scheibenbremsen begeistern all jene Rennradfahrer, die weg von der Straße wollen. Aber auch Mountainbiker lieben das direkte unmittelbare Fahrgefühl und steigen um oder erweitern ihren Fuhrpark.

Auch E-Antriebe fassen im Gravelbereich immer mehr Fuß – ob kraftvoll ausdauernd mit Shimano- oder Boschmotoren oder leichtfüßig und agil mit den leichten Fazua- oder Mahlemotoren. Puristen schwören aber weiter auf Muskelantrieb, zumal einer der jüngsten Outdoor-Toptrends damit unmittelbarer zu erleben ist: Mikroabenteuer. Raus aus dem Alltag und aus der Komfortzone, Träume verwirklichen. Für Radfahrer bedeutet das: Taschen packen, losfahren, draußen übernachten.

Bikepacking heißt das dann – und die aktuellen Gravelbikes sowie der Zubehörmarkt bieten jede Menge Möglichkeiten, Packtaschen mit allem Nötigen für unterwegs am Rad festzumachen.

 

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Mountainbike: Entdeckt Design-Trendwende und Down Country

Zumindest in den Sommermonaten locken die Berge trotz – oder gerade wegen – Corona massenweise Touristen an. Sogar in typischen Wanderregionen sieht man eine wachsende Schar an Mountainbiker – was auch daran liegt, dass es im alpinen Bereich immer mehr und mittlerweile sogar nahezu ausschließlich E-Mountainbikes zum Leihen gibt. Für Anfänger ideal, um die Bergwelt mal auch Stollenreifen zu erkunden. Und eingefleischte Mountainbiker können ausprobieren, wie es sich anfühlt, auch bergauf steiles und technisches Terrain mit Motorunterstützung zu erkunden.

Die Modellvielfalt ist größer denn je, die Antriebe sind ausgereift, das Design wirkt durch die immer bessere Integration von Akku und Antrieb elegant. A propos Integration: Wer noch klassisch ohne Motor Mountainbike fährt, findet immer häufiger optisch aufgeräumte Bikes unter den Neuheiten. Elektronische Funkschaltungen und innenverlegte Bremsleitungen machen es möglich.

Spektakulär auch: das neue Scott Spark Racefully mit integriertem Dämpfer im Sitzrohr. Das sieht nicht nur aufgeräumt und elegant aus, sondern schützt den Dämpfer auch vor Schmutz. Und schließlich dürfen sich Mountainbiker auch noch über eine ganz neue Kategorie freuen: Down Country heißen Bikes, die eigentlich Rennfeilen wären, aber mit längeren Federwegen oder absenkbaren Sattelstützen deutlich spaßorientierter sind.

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Nachhaltigkeit: Eine Branche denkt neu

Vom Auto aufs Rad umsteigen – und alles ist gut. So einfach könnte die Welt sein. In punkto Nachhaltigkeit ist sie es aber nicht. Denn auch die weltweite Fahrradproduktion hinterlässt ihre Spuren, die aus ökologischer Sicht nicht zu vernachlässigen sind. Lange Transportwege, energieintensive Produktion, problematische Rohstoffe – all das sind auch negative Begleiterscheinungen des Fahrradbooms. Immerhin haben die Versorgungsengpässe während der Corona-Pandemie schon zu einem Umdenken geführt.

Radhersteller fangen an, Produktionsstätten wieder von Fernost nach Europa zurückzuverlegen bzw. aufzubauen. Bekleidungshersteller verwenden recyclebare Materialien, umweltfreundliche Beschichtungen oder arbeiten an der Langlebigkeit ihrer Produkte. Und im Zubehörbereich werden Kunststoffe durch nachwachsende Rohstoffe oder ökologisch unbedenkliche Schmierstoffe entwickelt. Es gibt immer mehr Firmen und Hersteller, die das Thema Nachhaltigkeit ernst nehmen und dazu beitragen, diesen Megatrend mehr und mehr zu verstärken.

Rose, Pionier im Fahrrad-Versandhandelgeschäft, hat jüngst sogar angekündigt, bereits in vier Jahren komplett klimaneutral zu arbeiten. Damit man künftig vom Auto aufs Rad umsteigen kann.

 

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Fahrradleasing: Bike-Leasing lohnt sich

Ein dicker Firmenwagen war lange Zeit Statussymbol und Privileg gleichzeitig. Seit es Fahrradleasing gibt, hat sich das grundlegend geändert. Weil Fahrräder sich immer mehr zu Statussymbolen entwickeln und weil immer mehr Arbeitgeber das Thema „Dienstfahrzeug“ nicht mehr nur der Chefetage vorbehalten. Mehr als 300.000 Leasingfahrräder befanden sich deshalb bereits 2020 auf den deutschen Straßen und Radwegen. Mit stark steigender Tendenz.

Attraktiv dabei: Die Leasingrate wird vom Bruttogehalt bezahlt, also vor Abzug von Steuern und Abgaben. Dafür muss jeden Monat 0,25 Prozent des Verkaufspreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Dadurch entstehen attraktive Monatsraten, die in der Regel auf drei Jahre Nutzungsdauer gerechnet werden. Danach kann das Rad zurückgegeben oder zu einem Restwertpreis übernommen werden.

Fast alle Fahrradhändler oder Internetversender arbeiten mittlerweile mit großen Leasinganbietern zusammen. Das Prinzip ist einfach: Wunschrad aussuchen, Leasingangebot erstellen lassen, unterschreiben, losfahren. Wer 2022 Dienstfahrrad fährt, gehört zu den Trendsettern der Saison. Allerdings: Auch in der kommenden Saison wird auf dem Fahrradmarkt die Nachfrage größer als das Angebot sein. Wer also sein Wunschrad sieht, sollte nicht lange zögern.

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Jens Vögele
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