Autor:
Lars Becker

Die Stars der Olympischen Spiele in Pyeongchang: Franzose Martin Fourcade, Biathlon

Fahnenträger und Olympiasieger Martin Fourcade: Erfolge, Fans, Sponsoren

Große Klappe, viel dahinter: Biathlon-Dominator Martin Fourcade will bei den Olympischen Spielen 2018  seine Gold-Sammlung entscheidend erweitern. Zuerst durfte er aber die französische Fahne bei der Eröffnungsfeier tragen. Nach dem Olympiasieg in der Verfolgung gewinnt er in Pyeongchang auch Gold im Massenstart. Der Franzose ist neben dem Schießstand ein liebevoller Vater und Social-Media-Star. 

Biathlet Martin Fourcade, Frankreich, siegt in der Verfolgung in Pyeongchang
Biathlet Martin Fourcade, Frankreich, siegt in der Verfolgung in Pyeongchang

In diesem Winter hat Fourcade, der 2017 auch Gast auf der ISPO Munich war, nur ein Ziel: „Olympia in Pyeongchang, Ich will eine Goldmedaille gewinnen."  Und im zweiten olympischen Rennen ist ihm das dann auch gelungen: Nach dem eher enttäuschenden Platz 8 im Sprint holte er Gold in der Verfolgung vor dem Schweden Sebastian Samuelsson und dem deutschen Biathleten Benedikt Doll.

Noch spannender ging es im Massenstart zu: Hier gewann Fourcade Gold bei der knappsten aller Entscheidungen: Nach 15 Kilometern musste das Fotofinish entscheiden, Fourcade lag eine Fußspitze vor Simon Schempp im Ziel.

Zu Beginn der Spiele hatte Fourcade bereits die Ehre, als Fahnenträger die französische Fahne ins Olympiastadion von Pyeongchang zu tragen.

Martin Fourcade geht voran, wie so oft. Hier als Fahnenträger des französischen Teams bei der olympischen Eröffnungsfeier.
Martin Fourcade geht voran, wie so oft. Hier als Fahnenträger des französischen Teams bei der olympischen Eröffnungsfeier.

Fourcade wollte unbedingt Gold und verweigert Dopingsünder den Handschlag

„Bevor du rausposaunst: ‚Ich will drei Gold‘ musst du erstmal die erste gewinnen.“ Diese Ansage passt zu dem selbstbewussten Franzosen, der auch verbal mindestens genauso scharf wie am Schießstand schießen kann.

Bei den Biathlon-WM 2017 kritisierte Fourcade offen den Start des russischen Dopingsünder Alexander Loginow kurz nach dem Ablauf einer Sperre. Loginow und sein russischer Teamkollege Anton Schipulin verweigerten Fourcade daraufhin den obligatorischen Handschlag auf dem Siegerpodest.

Das ist Martin Fourcade: Erfolge, Fans, Sponsoren

Erfolge:

Das Podest ist der Lieblingsplatz des dominierenden Biathleten der letzten Jahre. Im vergangenen Jahr feierte Fourcade bei 26 Weltcup-Starts die Rekordzahl von 14 Siegen, gewann zum sechsten Mal in Serie den Gesamtweltcup und dazu alle Kristallkugeln für die Siege in den Disziplin-Weltcups.

Bei der WM 2017 in Hochfilzen gab es fünf Medaillen, davon allerdings nur eine in Gold. Fast enttäuschend für einen wie Fourcade, der elf Weltmeister-Titel gewann. Fourcade ist bei den Männern der König und damit das Pendant zur deutschen Biathlon-Königin Laura Dahlmeier.

Bei Olympia holte er inzwischen viermal Gold: 2014 in Sotschi in der Verfolgung und im Einzel-Sprint, 2018 in Pyeongchang in der Verffolgung und im Massenstart. Dazu kommen noch zwei Silbermedaillen.

Social:

Instagram: 231.000 Abonnenten

Facebook: über 400.000 Follower

Martin Fourcade: Liebevoller Papa und Social-Media-Star

Kontroversen machen Martin Fourcade neben seinen meist außerirdischen Lauf-Leistungen bei den Biathlon-Fans weltweit zum größten Star. Fourcade spielt die Klaviatur auf all seinen Kanälen perfekt. Mal postet der Naturfreak Bilder aus traumhaften Landschaften, mal lichtet er sich mit seinem vier Jahre älteren Bruder Simon ab.

Seltener gibt es Bilder aus seinem Privatleben mit Lebenspartnerin Helene und seinen beiden kleinen Töchtern. Manon hat ihren Papa inzwischen schon mal beim Weltcup in Ruhpolding live bewundert, die kleine Marie wurde kurz nach Ende der letzten Saison geboren, was Fourcade mit einem liebevollen Tweet bestätigte.

Auch die Interessen seiner Sponsoren wie Rossignol, für die Fourcade eines der wichtigsten Aushängeschilder mit eigener Kollektion ist, bedient der Superstar professionell

Ausrüster/Sponsoren:

Rossignol (Ski-Ausrüster), Adidas, Somfy, BMW, Entremont, MGEN (Premium-Sponsoren)

Einnahmen:

Fourcade gehört zu den Großverdienern der Szene. Im vergangenen Winter hat er allein an Preisgeldern die Rekordsumme von 342,000 Euro eingestrichen, insgesamt summieren sich seine Einnahmen im Weltcup schon auf mehr als 1,5 Millionen Euro. Seine Jahreseinnahmen werden auf über eine Million Euro geschätzt.

Im Netz gefragt:

Martin Fourcade schießt nicht nur gut – er ist auch schlagkräftig: Beim Weltcup 2013 im französischen schlug er den Schweden Fredrik Lindström mit seinem Skistock, nachdem sich beide auf einem Anstieg verhakt hatten. Eine Strafe bekam Fourcade dafür nicht.

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Lars Becker
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