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Days, 7 Good News: Papst als Schiri-Scout, ein weiblicher Forrest Gump und ganz viel Engagement

LISTICLE | 24.11.2021
7 Tage, 7 gute Nachrichten: ein heldenhafter Sieg bei der Tour-de-France, eine Kopfwäsche für die Badekappen-Ignoranten und ein Fußballverein, der sich gegen Rassismus einsetzt.
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit Papst Franziskus als Schiedsrichter-Scout, einem weiblichen Forrest Gump aus Deutschland, einer EU-Entscheidung für mehr Diversität im Sport. Und mit Leon Draisaitl – dem Eishockey-Star mit Erfolgsgarantie.

1

Der „Star of the Week“

Leon, wir wissen, das ist längst noch nicht alles: Leon Draisaitl, Center der Edmonton Oilers, bekam gerade eine Ehrung als „Star of the Week“ der US-Eishockeyliga NHL. Fünf Tore und fünf Vorlagen in nur drei Eishockey-Spielen sind auch tatsächlich kein schlechter Schnitt. Sie fügen sich in eine Saison, die für den gebürtigen Kölner nicht besser laufen könnte. Wir sind aber ganz zuversichtlich, dass in diesem Jahr noch ein paar Ehrungen dazu kommen werden. Vielleicht der Stanley-Cup-Triumph mit seinem Team, vielleicht Gold mit Deutschland bei Olympia – wir sind gespannt.

2

Werde Ikone, Peng Shuai

Nein, eine gute Nachricht ist das zunächst nicht: Der Fall von Chinas Tennisstar Peng Shuai hat uns allen noch mal vorgeführt, wie schnell die Freiheit in China zu Ende sein kann. Kurz nach den in sozialen Medien erhobenen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Parteifunktionär Zhang Gaoli verschwand die 35-Jährige von der Bildfläche. Eine gute Nachricht ist für uns aber, dass die Tennisspielerin lebt, und momentan ihre Zeit nach eigenen Worten mit Familie und Freunden verbringen will. Dass sich ausgerechnet der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach von der chinesischen Propaganda einspannen ließ für ein 30-minütiges Videotelefonat mit der Sportlerin – das entsetzt uns zwar. Aber wir hoffen – vielleicht zu naiv – auf eine weitere gute Nachricht: Dass der Fall Peng Shuai auch in China die Me-Too-Bewegung ankommen lässt und sexuelle Ausbeutung bekämpft wird.

3

Ein CO2-Fußabdruck länger als ein Ski

Sie ist eine der erfolgreichsten Skifahrerinnen der Welt – und könnte ihrem Sport womöglich jetzt einen Klima-Stempel aufdrücken. US-Superstar Mikaela Shiffrin ließ in einer Runde mit Journalist*innen jedenfalls tiefe Nachdenklichkeit über den Klimawandel erkennen, wie der Schweizer „Blick“ berichtete. „Ich habe Probleme damit, dass der Sport so viele Reisen erfordert“, sagte die 26-Jährige zu ihrem CO2-Fußabdruck, der sicher länger ist als einer ihrer Ski. Waldbrände oder Schneestürme in ihrer Heimat USA sind für Shiffrin eine klare Warnung. „Die Umwelt teilt uns auf diese Weise mit, dass wir etwas sehr falsch machen.“ Die Skifahrerin sagt, sie könne sich sogar vorstellen, aufgrund des Klimas ihre Karriere zu beenden.

4

Lauf, Alexandra, lauf!

Lauf, Alexandra, lauf! Nein, ein weiblicher Forrest Gump will Alexandra Burghardt nicht werden. Aber so schnell laufen, dass es zu zwei Olympiateilnahmen in nur sieben Monaten reicht. Die deutsche Meisterin über 100 Meter startete bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio. Anfang nächsten Jahres will sie jetzt als Anschieberin im Bob zu den Olympischen Winterspielen nach Peking. „Die Aussicht auf zweimal Olympia innerhalb so kurzer Zeit ist sehr verlockend. Meine ersten Fahrten habe ich hinter mir, und ich weiß: Das ist ein realistisches Ziel“, sagte die 27-Jährige dem Internetportal leichtathletik.de. Immerhin schiebt sie den Deutschland-Bob von 2018er-Olympiasiegerin Mariama Jamanka. Ihr Debüt in der Eisbahn gibt die Leichtathletin vermutlich schon am Wochenende – lauf, Alexandra, lauf!

5

Black Friday in Green

Nicht Black Friday, Green Friday! Na, das ist ja mal ein sinnvoller Umgang mit der Konsumschlacht namens Black Friday. Die European Outdoor Conservation Association (EOCA) startet am Freitag wieder den Green Friday, um Geld für dringend nötige Naturschutzprojekte zu sammeln. Eine Reihe von Unternehmen wie Adventure.ie, Aku, Deuter, Keen, La Sportiva, Lesovik, Nikwax Deutschland und Stanley leiten einen Anteil vom Umsatz ihrer Online-Verkäufe an EOCA. Ein Teil der Unternehmen sammelt außerdem direkt Geld für bestimmte Projekte. Andere Unternehmen wie Buff, Lowe Alpine, Nikwax, Ortlieb, Osprey Europe, Pomoca oder Trangoworld haben Auslaufartikel oder zurückgegebene Artikel gespendet, die nun verkauft werden und deren Erlös ebenfalls an das Umweltschutzunternehmen geht.

6

Brüssel für mehr Diversität im Sport

Das Klischee der Europäischen Union ist Bürokratie und Regulierungswut – doch nun haben die EU-Parlamentarier*innen echte politische Wertarbeit abgegeben. In einem mit großer Mehrheit abgesegneten Bericht fordern die Parlamentarier*innen für Sportler*innen mehr Rechte, und generell mehr Diversität im Sport. Wer die Diskussion um Gelder aus Katar als Maßstab nimmt, findet allerdings heikle Aussagen darin. Denn die Europaparlamentarier*innen fordern, dass etwa bei der Vergabe von Großveranstaltungen und der Wahl von Sponsoren, die Menschenrechte und demokratische Grundsätze geachtet werden sollen. Außerdem sollen mehr Frauen und Angehörige ethnischer Minderheiten in Führungspositionen. Der Transfermarkt für Spieler*innen aller Sportarten soll ebenfalls transparenter werden. Unser Wunsch: Macht aus „soll“ ein „Muss“.

7

Ciro Immobile – Schiri im Auftrag des Papstes

Wenn der Papst anfragt, sagt du nicht nein: So wurde der italienische Stürmerstar Ciro Immobile zum Schiedsrichter eines vom Vatikan organisierten Fußballspiels. Der frühere Spieler von Borussia Dortmund und jetzige Star von Lazio Rom hat das Benefizspiel einer Vatikan-Mannschaft gegen eine aus Kroatien angereiste Auswahl der Volksgruppe der Roma gepfiffen. Für das Team des Papstes kickten unter anderem Soldaten der Schweizer Garde, drei Flüchtlinge und ein Mann mit Downsyndrom. Wer bei einem Endstand von 7:7 von einem friedlich-frommen Kick ausgeht, täuscht sich allerdings. Ciro Immobile musste Elfmeter pfeifen und beiden Trainern eine gelbe Karte wegen ungebührlichen Verhaltens geben. Schade, dass Papst Franziskus nicht dabei war – der hätte gleich eine Verlängerung mit Beichtgelegenheit geben können…

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Antonia Wille

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