Dr. Regina Henkel
Autor:
Regina Henkel

Initiative zur Verbesserung des konventionellen Baumwollanbaus

Better Cotton Initiative (BCI): Die nachhaltigere Baumwolle

Öko-Baumwolle ist ein Nischenprodukt. Sie macht weniger als ein Prozent des weltweiten Baumwoll-Anbaus aus. Um auch den konventionellen Anbau zu erreichen, wurde die BCI (Better Cotton Initiative) gegründet.

Das BCI Siegel steht nicht für ökologisch angebaute Baumwolle im strengen Sinne, sondern für eine „nachhaltigere“ Baumwolle

Um den konventionellen Anbau von Baumwolle nachhaltig zu verbessern, wurde 2005 die Better Cotton Initiative (BCI) gegründet.
Das BCI Siegel steht nicht für ökologisch angebaute Baumwolle im strengen Sinne, sondern für eine „nachhaltigere“ Baumwolle. Die Initiative ist aus einem Roundtable-Programm der
internationalen Natur- und Umweltschutzorganisation WWF hervorgegangen. Dabei ging es darum, nachhaltigere Lösungen für die konventionelle Herstellung von Baumwolle zu entwickeln, die den Landwirten, der Umwelt und dem Konsumenten zugutekommen. Zu den Gründungsmitgliedern der BCI gehörten Unternehmen und Organisationen wie Adidas, Gap Inc., H&M, Ikea, Organic Exchange, Oxfam, PAN UK und natürlich der WWF. Ein wesentlicher Teil des Programms umfasst die Schulung der Baumwollfarmer in nachhaltiger Bewirtschaftung ihrer Baumwollfelder. Better Cotton-Farmer müssen bestimmte Richtlinien hinsichtlich der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, der Wassereffizienz, des Bodenschutzes, des Schutzes natürlicher Lebensräume, der Faserqualität und der Arbeitsbedingungen einhalten. Die Verwendung von gentechnisch veränderter Baumwolle ist erlaubt. BCI-Landwirte, die dieses System umsetzen, erhalten eine Lizenz für den Verkauf von Better Cotton.

Die BCI hat in den ersten Jahren ihres Bestehens noch keine Siegel vergeben. Erst seit der weltweite Output an Better Cotton auf eine nennenswerte Menge gestiegen ist, vergibt die Organisation das BCI Siegel. Nach Angaben der BCI beträgt der aktuelle Anteil an Better Cotton ca. 22 Prozent der weltweiten Produktion. Etwa zwei Millionen Farmer sind lizenziert. Ende 2019 hatte der die BCI 1.800 Mitglieder, darunter 168 Händler und Marken wie z.B. Adidas, Amer Sports, Asics, Decathlon, VF etc.

Massenbilanz statt physische Rückverfolgbarkeit

Die BCI handelt nach dem Prinzip der Massenbilanz. Wenn ein Hersteller T-Shirts aus Baumwolle ordert, verlangt er lediglich einen gewissen Anteil an BCI Cotton. Er legt aber nicht fest, welche Produkte und in welcher Mischung daraus hergestellt werden. Dieses Vorgehen ist eine einfachere Alternative zur sehr aufwändigen Rückverfolgbarkeit. Konkret heißt das, dass ein BCI-Logo auf einem Produkt nicht bedeutet, dass das Produkt aus physisch rückverfolgbarer besserer Baumwolle hergestellt ist. Es bedeutet, dass ein mehrheitlich aus Baumwolle hergestelltes Produkt von einem Händler angeboten wird, der sich verpflichtet hat, bessere Baumwolle zu beziehen und in BCI-Farmer zu investieren.

Ein Mitglied muss mindestens 10 Prozent seiner Baumwolle als Better Cotton beziehen, um mit der Verwendung des Zeichens beginnen zu können. Ziel ist es, innerhalb von fünf Jahren mindestens 50 Prozent der Baumwolle als Better Cotton zu beziehen. Die BCI überwacht diesen Fortschritt.

 

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