Autor:
Eva Doll

Ursprünge von Markennamen, Teil 1: Bergans, Deuter, Leki, Fjällräven, Salewa

Was steckt hinter den Firmennamen Fjällräven, Leki und Co?

Die Entstehung von Markennamen in der Sportbranche hat vielfältige Ursprünge: Örtlichkeiten, Gründer-Namen oder die Erinnerung an einen perfekten Moment. ISPO.com stellt insgesamt elf Markennamen und ihren Ursprung vor. Teil 1 geht den Namen von fünf Outdoor-Urgesteine mit Gründung bis 1960 auf die Spur: Bergans, Deuter, Leki, Fjällräven und Salewa.

Warum heißt Fjällräven Fjällräven? ISPO.com erklärt die Entstehungsgeschichte von Markennamen.
Warum heißt Fjällräven Fjällräven? ISPO.com erklärt die Entstehungsgeschichte von Markennamen.

Bergans: Businesskick Wacholderzweig

Der Name der Marke Bergans stammt vom Namen des norwegischen Gründers Ole Ferdinand Bergan (1876-1956), dessen Unterschrift noch heute Vorlage des Bergans-Schriftzuges ist. Bergan legte 1908 den Grundstein der norwegischen Firma Bergans mit der Entwicklung eines Rahmen-Rucksacks.

Während einer Wandertour soll er Wacholderzweige U-förmig zurechtgebogen haben, um sie an seinem Rucksack so zu befestigen, dass das Rucksackgewicht nicht nur auf den Schultern lastet. Nach Beendigung der Tour baute er diese Konstruktion aus Metall nach. Das erste Bergans-Produkt und die Marke waren damit geboren. Bergans baute sein Rucksackportfolio stetig aus, in den 60ern begann die Marke, auch Outdoor-Kleidung zu entwickeln. Heute blickt Bergans als Aktiengesellschaft mit Sitz in Hokksund, Norwegen auf über hundert Jahre Firmengeschichte zurück.

Bergans finden Sie auf der ISPO Munich 2020 in Halle A2, Stand 216

Ole F. Bergan mit seinem damaligen Rucksackgestell.
Ole F. Bergan mit seinem damaligen Rucksackgestell.

Deuter: Tradition Produkttests

Deuter ist der Familienname des Gründers Hans Deuter. Die Firma hat eine weitreichende Historie: Bereits 1898 gründete Hans Deuter die „Mechanische Segeltuch und Leinenweberei“, Augsburg, Oberhausen. Sie belieferte die königlich bayrische Post mit Säcken und Briefbeuteln. Ab 1919 heißt die Firma „Hans Deuter“. Über die Jahre verändert sie Produktportfolio und Firmenform, der Name Deuter blieb.

Besonders hervorzuheben ist, wie früh die Ausrüstungsmarke auf praxiserprobte Produkte setzt: bereits 1928 begab sich beispielsweise Willi Rickmer ausgestattet mit Deuter Rucksäcken, Planen und Zelten auf die Pamir Expedition. Auch begleitete ein Deuter-Rucksack 1934 die Nanga-Parbat-Expedition von Franz Brechthold, genau wie 1938 den erstmaligen Durchstieg der Eiger Nordwand von Anderl Heckmeier. Heute ist Deuter als weltbekannte Rucksackmarke mit Sitz in Gersthofen Teil der Schwan-Stabilo-Gruppe.

Deuter finden Sie auf der ISPO Munich 2020 in Halle A3, Stand 511

Leki: Vom Holzverarbeitungsbetrieb zum Skistockherstellter

Leki entspringt den ersten zwei Buchstaben des Familiennamens von Gründer Karl Lenhart und des Gründungsortes Kirchheim (unter Teck). Die Leki Lenhart GmbH entstand aus der 1948 in Dettingen/Teck gegründeten Holzdrechslerei von Karl Lenhart. Er war begeisterter Skisportler, der mit der Qualität und Funktionalität der damaligen Skistöcke unzufrieden war.

Lenhart begann, Griffe und Teller für Skistöcke mit Hilfe seiner Maschinen selbst herzustellen, die in den 60er Jahren in Serie gingen. Durch seine Erfahrung im Flugzeugbau konnte er auch Aluminium und Composite verarbeiten, aus denen er die ersten eigenen Skistöcke herstellte. 1970 ging er damit an den Markt. Heute ist Leki als Sportausrüster weltbekannt.

Leki finden Sie auf der ISPO Munich 2020 in Halle B5, Stand 300

1970: Leki-Firmengründer Karl Lenhart (2.v.r.) an seinem Messestand.
1970: Leki-Firmengründer Karl Lenhart (2.v.r.) an seinem Messestand.

Fjällräven: Ein tierischer Überlebenskünstler als Vorbild

Fjällräven bedeutet auf Schwedisch: Polarfuchs. Der ist zusammengerollt auch im Firmen-Logo zu finden. Er wurde Namensträger der 1960 vom Schweden Åke Nordin gegründeten Firma, weil er den Schweden so fasziniert. Der Überlebenskünstler nutzt seinen flauschigen Schwanz als Decke - so erträgt er mühelos Temperaturen bis minus 60 Grad Celsius.

Åke Nordin soll bereits 1950 als Jugendlicher seinen ersten Holzrahmen-Rucksack im Keller seiner Eltern gebaut haben. Ziel: Tragekomfort und genug Platz, um auf seinen Streifzügen rund um die schwedischen Hochküste bei Örnsköldsvik (seinem Geburtsort), die nötige Ausrüstung bequem transportieren zu können. Zehn Jahre später gründete Åke mit 24 Jahren die Firma Fjällräven. Das erste Produkt: Ein Rucksack mit Alurahmen. Heute gehört das internationale Outdoor-Unternehmen Fjällräven mit Hauptsitz in Örnsköldsvik zur börsendotierten Fenix Outdoor International AG.

Fjällräven finden Sie auf der ISPO Munich 2020 in Halle A2, Stand 210.

Åke Nordin im Jahr 1960; geschultert den ersten Fjällräven-Rucksack mit Alurahmen.
Åke Nordin im Jahr 1960; geschultert den ersten Fjällräven-Rucksack mit Alurahmen.

Salewa: Aus Leidenschaft zum Bergsport

Salewa ist die Abkürzung für Sattler- und Lederwaren, dem anfänglichen Produktportfolio der 1935 vom Münchner Josef Liebhart gegründeten Firma.  Ab Mitte der 50er Jahre entwickelte sich Salewa dann zu einer der Bergsportmarken am Weltmarkt. Inspiriert unter anderem durch den Bergsportler Hermann Huber, der seine Produktideen einbrachte.

„Echte Innovationen – für mich, für meine Freunde, für den Weltmarkt“, beschreibt der Münchner Huber die damalige Entwicklung. Produkte wie das Rucksackmodell Anden oder das erste Leichtsteigeisen der Welt in Kombination mit der ersten Südamerika-Expedition Hubers im Jahr 1955, führten zu Salewas Etablierung am Markt. Seit 1990 gehört Salewa zur Oberalp-Gruppe mit Sitz in Bozen, Südtirol.

Die Oberalp Group finden Sie auf der ISPO Munich 2020 in Halle A3, Stand 300

Autor:
Eva Doll
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