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Dinge, die du über Elasthan wissen musst

LISTICLE | 26.08.2021

Strecken, dehnen, halten und wieder zurück in die Ausgangsposition – nein, es geht hier nicht um die besten Stretching-Übungen für dein Workout. Dafür aber um eine Faser, die dabei so gut wie immer mit dabei ist und deine Leistung ziemlich sicher übertrifft: Elasthan. Die Kunstfaser, auch „Lycra“ oder „Spandex“ genannt, ist nahezu jeder Sportbekleidung beigefügt und sorgt für beste Performance, Passgenauigkeit und Tragekomfort. Wieso das so ist und welche Gründe für oder gegen Elasthan als Inhaltsstoff für Sportswear sprechen, erfährst du hier.

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Die Bezeichnung Elasthan kommt von Elastizität

Wie der Name verrät, ist Elasthan enorm dehnbar. Der Hauptbestandteil der Kunstfaser ist Polyurethan, ein synthetischer Rohstoff, der so dehnbar ist wie Gummi. Dadurch lässt sich Elasthan um bis zu 700 Prozent in die Länge ziehen ohne auszuleiern: Die Faser kehrt immer wieder unbeschadet in ihre Ausgangsform zurück. Eine beachtliche Dehnübung, die Elasthan zum perfekten Material für passgenaue Sportbekleidung macht, die alle Bewegungen unbeschadet wegsteckt.

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Kein Knittern, kein „Pilling“

Die glatte, gummiähnliche Beschaffenheit sorgt dafür, dass Elasthan-Gewebe extrem strapazierfähig sind und nicht knittern. Sie fusseln auch nicht und es bilden sich keine unschönen Knötchen – ein Abnutzungsprozess, den man „Pilling“ nennt.

Im Elasthan bleiben keine Falten zurück. 
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Elastan ist atmungsaktiv

Nach dem Gummi-Vergleich ist diese Eigenschaft der Kunstfaser umso erstaunlicher. Die glatten Elasthan-Fasern nehmen nur wenig Feuchtigkeit auf und trocknen schnell wieder. Dadurch wirkt Bekleidung aus Elasthan niemals unangenehm nass. Einen Nachteil gibt es aber: Die Kunstfaser entwickelt unangenehme Gerüche schneller, als das bei Naturfasern der Fall ist. Es gibt allerdings bereits innovative Beschichtungen, die Schweißgerüchen vorbeugen.



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Elasthan ist immer nur elastisches Beiwerk

Kunstfasern fühlen sich auf der Haut längst nicht so angenehm an wie Naturfasern. Deshalb wird Elasthan Geweben immer nur beigemischt, um passgenaue und elastische Stoffe herzustellen, und nicht ausschließlich für die Stoffproduktion verwendet. Der Anteil beträgt in der Regel unter 30 Prozent und stattet zum Beispiel Baumwollstoffe mit dehnbaren Fähigkeiten aus. Ein gutes Beispiel sind Stretch-Jeans, Socken oder Yoga Pants. Elasthan funktioniert aber nicht nur im Mix mit nachhaltigen Naturfasern gut, sondern findet sich auch gerne in super dehnbaren Mischgeweben mit anderen Kunstfasern, zum Beispiel für Neopren-Anzügen, Bade- oder Cycling-Bekleidung.

Elasthan ist vielseitig einsetzbar, z. B. in strapazierfähiger Bademode. 
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Die Basis von Elasthan ist Erdöl

Die sportliche Faser entsteht im Chemielabor auf synthetischer Basis. Sie muss laut EU-Textilkennzeichnungsverordnung aus mindestens 85 Prozent Polyurethan bestehen, ein Material, das aus den nicht regenerativen Rohstoffen Erdöl und Erdgas gewonnen wird. Für die Produktion ist ein enormer Energieaufwand erforderlich und die dabei entstehenden Zwischenprodukte sind problematisch für die Umwelt.

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Elasthan lässt sich kaum recyceln

Während es für regenerative Naturfasern wie Baumwolle, Merinowolle oder Leinen bereits umweltfreundliche Recycling-Prozesse gibt, konnte bisher kein ausgereiftes Verfahren für die Wiederverwertung von synthetischen Stoffen wie Elasthan entwickelt werden. Ebenfalls problematisch ist, dass durch die Abnutzung der Textilien Kleinstpartikel aus den Kunstfasern als Mikroplastik in die Natur gelangen.

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Wäschenetze schonen die Umwelt

Ein großer Teil der Abnutzung geschieht in der Waschmaschine: Mikropartikel lösen sich beim Waschgang aus dem Elasthan-Gewebe und gelangen ins Abwasser. Sie sind so klein, dass sie selbst in der Kläranlage nicht herausgefiltert werden. Dadurch landen sie direkt in den Flüssen, Seen und Ozeanen und letzten Endes auch in Fischen, Muscheln und Wasserpflanzen. Um diese Umweltverschmutzung einzudämmen, solltest du deine elasthanhaltige Sportbekleidung unbedingt in speziellen Wäschebeuteln waschen, die das Mikroplastik auffangen.

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