Dr. Regina Henkel
Autor:
Regina Henkel

Nachhaltigkeit: B Corps zeigen gesellschaftliche Verantwortung

B Corporation: Unternehmertum verpflichtet

Eine B Corporation will als nur Gewinne machen. Mit dem Zertifikat kann ein Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung zeigen und messen. Gestartet wurde die Idee in den USA.

Ziel einer B Corp ist es, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu leisten und soziale und ökologische Probleme zu lösen.

Die sogenannte B Corporation-Zertifizierung wird von der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation „B Lab“ vergeben, die 2006 in Wayne, Pennsylvania, gegründet wurde und Niederlassungen weltweit betreibt. Dabei steht der Buchstabe „B“ für „beneficial“, was in etwa wohltätig meint und deshalb Unternehmen auszeichnet, die freiwillig bestimmte Standards hinsichtlich Transparenz, Verantwortung und Nachhaltigkeit erfüllen. Ihr Unternehmensziel definiert sich nicht (nur) dadurch, einen finanziellen Mehrwert zu erwirtschaften, sondern es ist gekoppelt an das Ziel, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu leisten und soziale und ökologische Probleme zu lösen. Eine B Corp kann praktisch aus allen Branchen und Industriezweigen kommen und ist nicht auf Textilien festgelegt.

Certified B Corporations zahlen eine jährliche Zertifizierungsgebühr, die ihnen die Nutzung geistigen Eigentums wie das Logo von Certified B Corp gestattet. Diese Gebühr beginnt bei 500 US-Dollar und steigt mit der Höhe des Umsatzes.

Messung der positiven Auswirkungen

Die Bewertung durch die B Lab-Organisation deckt das gesamte Unternehmen ab und misst die positiven Auswirkungen des Unternehmens in Bereichen wie Governance, Mitarbeiter, Gemeinde, Umwelt sowie Produkt oder Dienstleistung des Unternehmens.

Seit der Gründung gibt es mittlerweile in mehr als 65 Ländern über 3.600 zertifizierte B Corporations, verteilt auf über 150 Industriezweige. Auch nationale Ableger wurden inzwischen gegründet, die den Zertifizierungsprozess vereinfachen und voranbringen sollen. Die meisten Zertifizierungen finden sich in den USA, Kanada, Australien und Südafrika. Als B Corps zertifiziert sind z.B. Patagonia, Eileen Fisher, Finisterre und Mud Jeans.

Eine B Corporation darf nicht verwechselt werden mit einer „Benefit Corporation“, die in den USA eine eigene Rechtsform darstellt und durch staatliches Recht definiert ist. Die B Corporation Zertifizierung wird dagegen von einer privaten Organisation herausgegeben, richtet sich an klassische Wirtschaftsunternehmen und hat keinen gesetzlichen Rahmen.

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