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vegane Sportler: Höchstleistungen durch pflanzliche Ernährung

LISTICLE | 09.09.2022

Veganismus und pflanzliche Ernährung allgemein entwickelten sich in den vergangenen Jahren zu einem Trend, der viele Menschen zum Umdenken bewegte. Der Einkauf im Supermarkt wird besser durchdacht und die Herkunft der (tierischen) Lebensmittel genauer hinterfragt. Im Vordergrund steht nicht immer die eigene Gesundheit, sondern vor allem Nachhaltigkeit und das Tierwohl.

Auch in der Sportwelt ist dieser Trend angekommen. Immer mehr Profis leben vegan und stellen sich gegen das Stereotyp, dass vegane Ernährung keine Kraft verleiht oder keine Grundlage für den Sport darstellt. Vegane Sportler sind zudem auch Vorbilder für junge Leute, denn durch ihren Profi-Status haben sie große Verantwortung innerhalb der Gesellschaft.

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Nachhaltigkeit: Veganismus spielt eine entscheidende Rolle

Eine umweltschonende Lebensweise hat viele Gesichter. Ob nun weniger Plastikmüll, Textilien aus Kunstleder oder der Verzicht auf das Auto beim wöchentlichen Einkauf. Doch ein Trend sticht in den letzten Jahren besonders heraus: Veganismus. Der Markt schafft immer mehr Alternativen zu tierischen Produkten, wodurch die Ernährungsform vor allem für junge Leute zunehmend interessant wird. Das schafft mehr Spielraum für Innovation und kommt der Umwelt zugute.

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vegane Sportler/Innen, die du kennen musst

Bestimmt hast du schon von dem ein oder anderen veganen Athleten gehört, den wir dir nachfolgend präsentieren. Wir gewähren dir Einblicke in ihren Ernährungsstil, warum sie sich für pflanzliche Lebensmittel entschieden haben und wie manche ihren Lifestyle sogar in innovative Business-Ideen umwandeln.

  1. Lewis Hamilton
  2. Venus Williams
  3. Novak Djokovic
  4. Timo Hildebrand
  5. Serena Williams
  6. Arnold Schwarzenegger
  7. Lawrence Okolie
  8. Fiona Oakes
  9. Andreas Kraniotakes
  10. Carl Lewis
  11. Patrik Baboumian
  12. Benedikt Höwedes
  13. Dirk Nowitzki
  14. Johanna Jahnke
  15. Kendrick Farris
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Lewis Hamilton

Der Rennfahrer Lewis Hamilton stellte im Jahr 2017 auf eine pflanzliche Ernährung um und bezeichnet dies als einen der Faktoren für seine Erfolge auf der Rennstrecke. Obwohl er das ein oder andere tierische Produkt hin und wieder vermisst, bereut er es mittlerweile sogar, dass er nicht schon viel früher mit der veganen Ernährung begonnen hat. Lewis Hamilton hat außerdem ein eigenes Restaurant namens "Neat Burger" eröffnet, indem den Gästen ausschließlich vegane Lebensmittel serviert werden.

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Venus Williams

Die Wimbledon Siegerin ernährt sich seit mehr als zehn Jahren vegan. Grund dafür war ihre Autoimmunerkrankung Sjögren-Syndrom, welche regelmäßige Gelenkschmerzen und Müdigkeit verursacht. Zunächst schien die Erkrankung ihre Karriere zu gefährden, doch die Umstellung auf eine vegane Ernährung änderte das.

Ihre Diät war so effektiv, dass sie ihr eigenes veganes Unternehmen gründete und ebenfalls in andere Business-Ideen investierte. Der Erfolg ihrer Ernährung wurde in der Sportwelt derart publik, dass andere Athlet/Innen regelmäßig auf sie zukommen und nach veganen Ernährungstipp fragen. 

Venus Williams pflegt einen Ansatz, der auch ungesundes Essen nicht ausschließt. Sie ernährt sich gerne gesund, aber kann auch Leckereien nicht widerstehen. Sie zeigt damit, dass ein veganer Lebensstil auch Spaß machen kann und niemand auf seine Lieblingsgerichte verzichten muss.

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Novak Djokovic

Der Tennis-Weltstar ernährt sich bis auf wenige Mahlzeiten ausschließlich vegan. Auch bei ihm liegt es an gesundheitlichen Gründen - Novak Djokovic verträgt kein Gluten und hatte als Kind mit Atembeschwerden zu kämpfen. Durch die Umstellung auf eine großteils pflanzliche Ernährung konnte er diese Probleme beheben und erbringt volle Leistung als Tennisspieler.

Wissen und geschmackliche Vorlieben teilt der Weltstar gerne mit anderen, deshalb hat er bereits ein Buch veröffentlicht und in die Eröffnung mehrerer Restaurants investiert. Das bekannteste davon ist in Monaco, wo es hauptsächlich vegane Speisen zur Auswahl gibt.

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Timo Hildebrand

Der deutsche Ex-Fußballer ist bei vielen noch als Torwart vom VfB Stuttgart in Erinnerung geblieben, vor allem wegen des Meisterschaftstitels im Jahr 2007. In den letzten Monaten erlangte Timo Hildebrand für etwas anderes mediale Aufmerksamkeit: Sein veganes Restaurant in Stuttgart.


Die Vorzüge der pflanzlichen Ernährung erkannte Timo Hildebrand erst nach Ende seiner Karriere im Jahr 2015. Er selbst behauptet von sich nicht vollständig vegan zu leben und manchmal Fisch zu essen. Jedoch ist der Großteil seiner Ernährung von pflanzlichen Lebensmitteln geprägt und sie verleihen ihm mehr Energie für den Tag.

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Serena Williams

Die Tennisikone Serena Williams ernährt sich überwiegend während ihrer strengen Trainingsphase vegan. In der Nebensaison lockert die Sportlerin ihre Ernährung aber und gönnt sich hin und wieder den ein oder anderen nicht-veganen Cheat.

Bei der Entscheidung sich vegan zu ernähren, wurde sie von ihrer Schwester Venus Williams inspiriert, die ebenfalls eine Topathletin im Tennis ist.

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Arnold Schwarzenegger

Die österreichische Bodybuilding-Legende Arnold Schwarzenegger ernährt sich schon seit einigen Jahren zumindest überwiegend vegan. Vor allem ging es ihm bei seiner Ernährungsumstellung darum, den Cholesterinspiegel zu senken.

Der siebenfache Mr. Olympia spricht die Vorteile einer veganen Ernährung für die Gesundheit immer wieder öffentlich an, angesprochen um jungen Sportlern zu zeigen, dass Muskelaufbau auch ohne kiloweise Fleisch und Co funktionieren kann.

Er sagte, dass er sich den Verzicht auf tierische Produkte dadurch "insgesamt gesünder und jünger" fühle und er seinen LDL-Cholesterinspiegel senken konnte.

Seinen eigenen Schätzungen nach zu Folge verzichtet er im Alltag zu 80% auf tierische Produkte. Ausnahmen macht er allerdings gelegentlich für ein Steak oder ein Wiener Schnitzel im Heimatland. Das ist übrigens auch sein Schlüssel zu einer ausgewogenen Ernährung. Wenn man sich nichts verbietet und sich immer wieder mal etwas gönnt, schafft man es langfristig durchzuhalten und effektive Erfolge zu erzielen.

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Lawrence Okolie

Lawrence Okolie ist ein international erfolgreicher Profiboxer. Im Jahr 2018 hielt er den Commonwealth-Titel im Cruisergewicht. Im darauffolgenden Jahr gewann er den britischen und den europäischen Titel in der gleichen Kategorie. Der Weltmeistertitel folgte im Jahr 2020.

Lawrence hörte schon als Amateur auf, Fleisch zu essen, und wollte es mit dem Veganismus versuchen, nachdem er von Freunden davon erfahren hatte. Gelegentlich macht er aber für nicht-vegane Schokolade eine Ausnahme.

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Fiona Oakes

Obwohl Veganismus vor allem in den letzten Jahren immer mehr zum Trend wurde, hat sich Fiona Oakes bereits in den 1970er Jahren für eine pflanzliche Ernährung entschlossen. Die Läuferin spürt bereits von Kindestagen an eine enge Verbindung zur Tierwelt und entschloss sich früh, dass sie keine tierischen Produkte mehr konsumieren wolle. Damals gab es nur wenige Fertigprodukte und die meisten Lebensmittel wurden selbst zubereitet. Heute gibt es in den Supermärkten viel mehr Auswahl, und es gibt bereits unzählige Produkte, die speziell für Veganer entwickelt werden. Fiona Oakes versucht jedoch bewusst, ihre Nährstoffe aus unverarbeiteter Vollwertkost zu beziehen. Diese geben ihr die notwendige Energie, die sie für einen stressigen Alltag und die Marathonvorbereitung braucht.

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Andreas Kraniotakes

Der seit dem Jahr 2005 aktive MMA-Kämpfer ernährt sich ausschließlich vegan und ist der Beweis dafür, dass ein Bedarf von täglich 8.000 Kalorien auch ohne die Zufuhr tierischer Produkte möglich ist. 

Andreas Kraniotakes geht seiner Ernährung aber nicht nur aus moralischen Prinzipien nach, sondern weil er sich besser fühlt. Er selbst hat zugegeben, dass er weiterhin Fleisch essen würde, wenn er keine Energie hätte, doch das ist nicht der Fall - er erbringt noch dieselbe Leistung und sein Körper regeneriert sich sogar schneller. Daher bleibt er seiner Ernährungsweise weiterhin treu.

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Carl Lewis

Der ehemalige Leichtathlet und neunfacher olympischer Goldmedaillen-Sieger ernährt sich bereits seit 1990 rein pflanzlich. Zu dieser Zeit war eine vegane Ernährung wesentlich schwieriger umzusetzen, denn es gab weniger Alternativen auf dem Markt. Doch das hielt den Athleten nicht davon ab, Bestleistungen zu erbringen, denn 1984 stellte er einen bisher unerreichten Rekord im Weitsprung auf. Viele sahen das als Höhepunkt seiner Karriere, doch im Jahr 1991, ein Jahr nach seiner Ernährungsumstellung, stellte er im 100-m-Lauf einen neuen Weltrekord auf, den Carl Lewis auf seinen pflanzlichen Lebensstil zurückführt.

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Patrik Baboumian

Der ehemals stärkste Mann Deutschlands und fünffacher WM-Teilnehmer im Kraftsport gehört zu den bekanntesten veganen Sportlern und ernährt sich seit 2011 ausschließlich pflanzlich. Patrik Baboumian widerlegt die Behauptung vieler, dass vegane Ernährung und Kraftsport nicht zusammenpassen, denn er selbst fühle sich richtig gut und seine Leistungen haben nicht abgenommen. In einem Interview mit Bild.de sagte der vegane Spitzensportler sogar, dass er weniger übersäuert sei und keine Gelenkschmerzen mehr hat.

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Benedikt Höwedes

Der ehemalige Profifußballer und Weltmeister (2014) lebt seit ungefähr vier Jahren vegan. Als Hauptgrund nennt er seine Serie an Verletzung, denn Höwedes gehörte zu den Fußballern, die des Öfteren körperliche Probleme hatten. Vor seinem Wechsel zu Lokomotive Moskau im Jahr 2018 wurde er erneut vom Verletzungspech heimgesucht und das war für ihn der entscheidende Denkanstoß auf eine vegane Ernährung umzustellen. 

„Ich lag teilweise längere Zeit auf der Behandlungsbank, als ich auf dem Platz stand. Das hat sich mit der Ernährungsumstellung geändert“ - Erklärte er damals der Augsburger Allgemeine.

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Dirk Nowitzki

Im Jahr 2019 beendete der ehemalige deutsche Basketball-Profi seine Karriere und entschied sich kurz darauf für die Umstellung auf eine vegane Lebensweise. Bereits zuvor verzichtete er teilweise auf Fleisch, Milchprodukte strich er sogar komplett aus seinem Ernährungsplan. Neben gesundheitlichen Aspekten entschied sich Dirk Nowitzki auch wegen des Tierwohls für diesen Schritt.

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Johanna Jahnke

Bereits im Alter von 17 Jahre, also schon vor ihrer Karriere als Rugby Spielerin, setzte die deutsche Sportlerin auf eine rein pflanzliche Ernährung und läutete damit eine lange Erfolgshistorie in zwei Sportarten ein. Erst durchlief sie eine erfolgreiche Karriere als Rugby-Spielerin und gewann mit dem FC St. Pauli unter anderem zehn nationale Titel. 2014 startete sie ihre zweite Karriere als Radfahrerin. Dem Veganismus ist sie während ihrer gesamten Karriere treu geblieben.

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Kendrick Farris

Hierzulande eher unbekannt, doch im Kraftsport ein Star. Kendrick Farris lebt seit 2014 vegan und ist der Beweis, dass sich pflanzliche Ernährung und Höchstleistungen im Gewichtheben nicht gegenseitig ausschließen. 2016, zwei Jahre nach seiner Ernährungsumstellung, brach er bei der Olympiaqualifikation den ehemaligen Weltrekord und hob 377 Kilogramm.

Vegane Sportler: Nicht alle bleiben bei ihrer Lebensweise

Es gibt nur wenige Athlet/Innen, die ihre pflanzliche Ernährung bisher aufgaben. Dennoch ist ein prominenter Sportler in dieser Liste vertreten, nämlich die Boxlegende Mike Tyson. 2010 begann er mit seiner veganen Ernährung und verlor in kurzer Zeit 50 Kilogramm. Laut Aussagen von Mike Tyson fühlte er sich wesentlich besser und machte gesundheitliche Fortschritte. Seit 2020 isst er jedoch wieder Fleisch. Grund sind aber keine Mangelerscheinungen oder gesundheitliche Probleme - er wollte wieder zu alter Stärke zurückfinden und zunehmen, erklärte er in einem Podcast.

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Vegane Ernährung: Welche Argumente sprechen dafür und dagegen?

Das Thema Veganismus ist seither auch zu einem Streitthema geworden, vor allem zwischen Befürwortern pflanzlicher Ernährung und Fleischessern. Prinzipiell ist eine schnelle Ernährungsumstellung ohne gründliche Recherche nicht zu empfehlen, denn es besteht die Gefahr, dass der Körper nicht mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Vor allem Aminosäuren sind ein Streitpunkt, denn vegane Protein-Alternativen verfügen nicht über dieselbe biologische Wertigkeit wie zum Beispiel Rindfleisch. Hier müssen hochwertige Präparate her, um einen Ausgleich zu schaffen.

Grundsätzlich ist die vegane Lebensweise gesund, wenn man sich von frischen Lebensmitteln ernährt. Obst und Gemüse versorgen uns als Hauptbestandteile einer gesunden Ernährung mit wichtigen Vitaminen, Nüsse sind einwandfreie Fettlieferanten und Veganer verzichten zudem auf die hohen Mengen an Salz in Fleisch- und Wurstprodukten. Viele sehen die Eiweißzufuhr bei einer veganen Ernährung problematisch, doch gut informiert gibt es auch hier keine Schwierigkeiten - Tofu, Hülsenfrüchte, Bohnen und Erbsen bieten zum Beispiel gute Alternativen.

Vor allem Sportler sollten sich vorab über gute Proteinquellen und Nahrungsergänzungsmittel für die Aminosäure- und Vitaminzufuhr informieren. Im Leistungsbereich sind hochwertige Proteine in Kombination mit Aminosäuren und B-Vitaminen wichtig, um den Körper ideal zu versorgen. Ist das Fundament gelegt, steht einer Leistungssteigerung nichts mehr im Weg - veganes Essen ist schneller verdaut und das Mittagstief bleibt aus. Durch die wegfallende Müdigkeit ist der Schlaf nachts besser und somit auch die Regeneration nach dem Sport.

Sich langsam herantasten

Viele scheitern an einer veganen Lebensweise, weil sie zu radikale Änderungen vornehmen und von heute auf morgen dem Konsum von tierischen Produkten entsagen. Eine langsame Anpassung der Ernährungsform ist der Schlüssel zum Erfolg, das sagt auch Arnold Schwarzenegger. Die österreichische Bodybuilding-Legende und ehemaliger Gouverneur von Kalifornien lebt nicht vollständig vegan, doch hat seine Ernährung auf großteils pflanzliche Alternativen umgestellt.

Fazit

Die Entwicklungen im Profisport haben gezeigt, dass nicht die vegane Ernährung das Problem ist, sondern die Essgewohnheiten. Viele vegane Sportler/Innen sind der Beweis, dass rein pflanzliche Ernährung und Höchstleistungen miteinander harmonieren.

Was heißt das also? Sich die Einkaufstasche schnappen, vegane Lebensmittel kaufen und die Ernährung ohne fundierte Recherche umstellen ist nicht empfehlenswert. Vor allem ist von Rohkost-Diäten abzuraten, denn dem Körper fehlen dadurch essenzielle Nährstoffe. Wer das Ziel verfolgt, auf eine vegane Ernährung umzustellen, befasst sich im ersten Schritt am besten mit den Grundprinzipien und welche Nährstoffe er benötigt.

FAQ

Abschließend beantworten wir häufig gestellte Fragen zu veganen Sportlern.

Ist vegan gut für Muskelaufbau?

Eine rein pflanzliche Ernährung kann den Muskelaufbau sehr gut unterstützen. Wichtig ist nur, dass man auf eine ausreichende Proteinzufuhr bei der veganen Ernährung achtet.

Lebt der stärkste Mann der Welt vegan?

Der stärkste Mann der Welt ist der Litauer Žydrūnas Savickas und er lebt nicht vegan. Wer jedoch seit 2011 ausschließlich vegan lebt, ist Deutschlands ehemals stärkster Athlet Patrik Baboumian.

Ist Lionel Messi vegan?

Der argentinische Fußballer lebt nicht vollständig vegetarisch, verzichtet jedoch großteils auf Fleisch und setzt auf eine pflanzliche Ernährung, ebenso wie viele andere Fußballer.

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