Autor:
Lars Becker

Digitalisierung und Co: Neue Ideen beim Sporthändlerverbund

SPORT 2000 arbeitet am „Big Bang“

SPORT 2000 will sein Umsatzwachstum von 1,0 Prozent im Jahr 2017 künftig deutlich steigern. Deshalb stehen die Digitalisierung und neue Ideen für die Sportindustrie wie ein „Big Bang“ im Wintersport ganz oben auf der Agenda.

Ein ganz wichtiges Thema bleibt für SPORT 2000 auch weiterhin die Digitalisierung, verkündete die Geschäftsführung auf der ISPO Munich 2018. 

Neben dem symbolträchtigen Rekord des 1000. Partner-Unternehmens war das Jahr 2017 vor allem im Bereich Wintersport für SPORT 2000 ein Traum. Um 24,5 Prozent stiegen die Umsätze mit Ski, gar um 28,3 Prozent im Bereich Skischuhe. Das hat nicht nur mit dem vielen Schnee in den Bergen von Januar bis März sowie zu Beginn des laufenden Winters zu tun, sondern mit den innovativen Ideen des Sporthändlerverbunds. Das Thema Bootfitting – bei dem sich Konsumenten von SPORT 2000 bei spezialisierten Fachhändlern ihre Skischuhe individuell am Fuß anpassen lassen können – wurde extrem gut angenommen.

2018: Supersportjahr lässt auf Wachstum hoffen

Genau mit derlei neuen Ideen will SPORT 2000 weiterhin Trends setzen und das 2017 insgesamt mäßige Wachstum von 1,0 Prozent in Deutschland (Umsatz 1,89 Milliarden Euro) nach oben treiben. Zumal 2018 ja mit den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang/Südkorea und der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ein wahres Supersportjahr ist. „Wir peilen ein Umsatzwachstum von 3 Prozent plus x an“, sagt Andreas Rudolf. Bei der ersten Pressekonferenz auf der ISPO Munich 2018 am Sonntag stellte der SPORT 2000 Geschäftsführer den Plan dafür vor.

Im 2017 schwächelnden Teamsport-Bereich wird wegen der Fußball-WM und dem Geschäft mit dem DFB-Trikot mit einem Wachstum von 25 bis 30 Prozent gerechnet. Zudem besonders im Fokus: Der Wintersport-Markt. Um neue Akzente zu setzen, könnte es künftig als offiziellen Saisonstart einen „Big Bang“ geben. Mit dieser konzertierten Aktion von Industrie und Handel – als Termin dafür angedacht ist der 1. Donnerstag im November – soll der Fokus der Konsumenten gezielt auf den Skimarkt gelenkt werden. „Wenn die gesamte Branche die Saison gemeinschaftlich über alle Kanäle eröffnet, dann kämen die Kunden an diesem Thema doch gar nicht mehr vorbei“, so Rudolf. Die ISPO Munich sei genau für solche Themen wie den Austausch mit der Industrie extrem wichtig, so der Geschäftsführer.

Emotionalisierung und Storytelling als Trend

Generell sollen die Kunden künftig mehr mit Emotionen sowie innovativem Storytelling statt mit reinen Produkt-Infos in die Läden von SPORT 2000 gebracht werden: „Wir müssen Geschichten über den Spaß im Schnee erzählen. Um diese Chance zur Emotionalisierung der Produkte beneiden uns andere Branchen doch“, erklärt Rudolf. Beim Bereich Bootfitting wurde das schon erfolgreich erprobt.

Ebenfalls auf die Bedürfnisse der Wintersport-Kunden eingehen will SPORT 2000 mit seinen Kollektionen. Künftig soll es für die schon vor Weihnachten aktive Zielgruppe der echten „Skiverrückten“ von Oktober bis Dezember ein Angebot mit eher qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten geben. Für Familien und Bedarfsskifahrer gäbe es dann von Januar bis März eine zweite Kollektion, die eher auf attraktive Preise als Argument setzt.

Die Spitze von SPORT 2000 v.l.n.r.: Hans-Hermann Deters (Geschäftsführung SPORT 2000), Andreas Rudolf (Geschäftsführung  SPORT 2000), Michael Kuhls (SPORT 2000 Zentrale)

Daten und Digitalisierung werden immer wichtiger

Ein ganz wichtiges Thema bleibt für SPORT 2000 auch weiterhin die Digitalisierung. „Wir waren schon sehr früh einer der digitalen Vorreiter in der Sportbranche, als wir vor acht Jahren unsere kooperative Händlerplattform gestartet haben. Dieser disruptive Prozess setzt sich fort, die vernetzten Millenials werden zum Beispiel zu einer immer relevanteren Zielgruppe“, erklärte Geschäftsführer Hans-Hermann Deters. Um die Wünsche der Kunden zu befriedigen, werde es deshalb immer wichtiger, Informationen in der zentralen Datenbank von SPORT 2000 zu sammeln und auszuwerten.

Das Zauberwort heißt Omnichannel: Die Konsumenten sollen über verschiedene Kanäle an den Händler aus der Gruppe gebunden werden. Kampagnen von SPORT 2000 werden jetzt standardmäßig in dem vor einem Jahr eingeführten Social-Media-Tool der Gruppe gestartet, wo die Interessenten zugeschnitten auf den jeweiligen Händler auch lokal angesteuert werden können. Im Jahr 2018 soll für die 70 geplanten Kampagnen dafür neben Facebook und Instagram auch Whatsapp, Twitter, Youtube, Pinterest, Xing und Linkedin genutzt werden. Im zweiten Schritt werden die Kunden zur Website https://www.sport2000.de/ geleitet, ehe sie schließlich im Ladengeschäft das Produkt kaufen sollen.

RFID und NOS

Auch dort hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Nach dem „Best in Class“-Ansatz der Gruppe wurden viele Top-Händler mit Video-Walls ausgestattet. Wenn man dann in einigen Topläden die darunter platzierten Schuhe aus dem Regal nimmt, läuft automatisch ein Film über das entsprechende Modell an. Möglich macht das die RFID-Technologie, die mit Hilfe von Chips längst viel mehr als die Überwachung der Warenverfügbarkeit ermöglicht. Ziel ist, die Kunden mit perfekter Beratung zu begeistern, ihren Einkauf aber auch einfacher und effizienter zu machen. Dabei gilt das NOS-Prinzip (Never out of stock) – mit Hilfe der verlängerten Ladentheke, die den Kunden die Lieferung der Ware garantiert, falls ein gewünschtes Produkt doch mal nicht auf Lager ist.

Auch der E-Commerce wird bei SPORT 2000 zielgerichtet weiterentwickelt, schließlich werden schon heute laut Deters etwa 39 Prozent aller Waren der Sportartikelbranche online verkauft. www.schuhe.de ist bereits ein erfolgreiches Portal, die Website www.sport2000.de soll in nächster Zeit weiterentwickelt werden. Top-Lieferanten bei SPORT 2000 waren auch 2017 Adidas und Nike. Den größten Sprung nach vorne haben Lowa (von Platz 10 im Jahr 2016 auf 7) und New Balance (von 22 auf 13) gemacht.

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Lars Becker
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