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Days, 7 Good News: Einzigartiges Outing, Eis-Oma und Rad-Therapie

LISTICLE | 03.11.2021
7 Tage, 7 gute Nachrichten: ein heldenhafter Sieg bei der Tour-de-France, eine Kopfwäsche für die Badekappen-Ignoranten und ein Fußballverein, der sich gegen Rassismus einsetzt.
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit einem seltenen Outing im Männer-Fußball, dem Ende der Bikini-Höschen beim Beachhandball, einer Eis-Oma und mit der neuen deutschen Modellathletin.

1

Respekt, Josh

Respekt, Josh: Der 21 Jahre alte Fußballprofi Josh Cavallo hat sich als homosexuell geoutet. Cavallo spielt bei Adelaide United und ist derzeit der einzige offen homosexuelle Fußballer in einer großen Liga.  "Ich bin Fußballer und ich bin schwul", sagte der Australier mit maltesischen Wurzeln in von ihm veröffentlichten Videoclips. Cavallo bekam Tausende von Likes und Zuspruch auch von einem der besten Fußballvereine der Welt „Josh, wir bewundern deinen Mut und deine Stärke. Wir hoffen, dass du weiterhin mehr Menschen dazu inspirierst, ihre Wahrheit zu leben", erklärte der FC Bayern München.

2

Weg mit der Bikinihose

Schluss mit dem Bikini-Quatsch: Der Handball-Weltverband IHF hat endlich seine Kleiderordnung für Beachhandballerinnen geändert. Statt der bisher vorgeschriebenen Bikini-Höschen dürfen die Frauen nun auch in kurzen Hosen spielen. Die überfälligen neuen Regeln sind Verdienst der weltweit beachteten Proteste der Beachhandballerinnen aus Norwegen. Die hatten aus Protest bei der Europameisterschaft im Juli längere Sporthosen getragen und mussten deshalb wegen unangemessener Outfits 1500 Euro Strafe zahlen.

3

Dampf für die "Dear leaders of the world"

Sie wollen nicht nur den Sport, sondern die Welt verändern. Über 50 Teilnehmer der Olympischen Spiele und Paralympics haben die Staats- und Regierungschefs der Welt per Video zu mehr Kampf gegen den Klimawandel aufgefordert. "Dear leaders of the world", heißt der zur Weltklimakonferenz in Glasgow veröffenlichte Clip. Die britische Segel-Olympiasiegerin Hannah Mills sagt, "beim olympischen Traum geht es darum, so gut wie möglich zu sein - und das bedeutet nicht nur, an Wettkämpfen teilzunehmen oder Medaillen zu gewinnen, sondern auch, ein guter Weltbürger zu sein." Wir hoffen mal, dass auch die Präsidenten und Regierungschefs gute Weltbürger sein wollen und auf die Sportler hören.

4

Wider das Schweigen

Endlich spricht es mal jemand aus: In der schönen, reichen Fußballwelt gibt es bei Herren wie bei Damen Missbrauch. Das kann sexueller Missbrauch sein oder Machtmissbrauch, wie eine Studie der internationalen Spielergewerkschaft FIFPRO zeigt. "Fußball ist ein Hochrisiko-Umfeld mit inadäquaten Kontrollen“, heißt es in einer zehnseitigen Analyse des Verbands. Die ist schonungslos - unbrauchbare Ermittlungs- und Aufarbeitungsprozesse, Wegsehen statt handeln, eine fatale Kultur des Schweigens. Endlich benennt jemand die Fehler - nun ist es an der Zeit der Fußballverbände, die Lehren daraus zu ziehen.

5

Das Mountainbike als Therapie

Mountainbiken als Therapie: Lennard Kämna ist ein deutscher Radprofi. 2020 gewann der 25-Jährige noch eine Bergetappe bei der Tour de France. In diesem Jahr hingegen musste er sich wegen mentaler Blockaden mitten in der Saison eine lange Pause gönnen. Sein Teamchef holte Kämna aus dem Loch. Er schickte ihn zur Cape Epic nach Südafrika, der Tour de France der Mountainbiker. Mehr als 15.000 Höhenmeter strampelte der Deutsche. Auch wenn es am Ende mit Platz 22 kein vorderer Platz wurde, ist der Knoten im Kopf gelöst. Er wolle jetzt "ausgeglichener und glücklicher" werden, gab er in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" als Ziel aus. "Ich will versuchen, auf mein altes Niveau zu kommen. Das wird ein langer Weg, aber ich weiß, dass ich das schaffen kann."

6

"Oma" Claudia und die jungen Hühner

"Oma" Claudia rockt das Eis: Mit 49 Jahren werden die ersten allmählich Großeltern oder bereiten sich auf die Rente vor. Claudia Pechstein hingegen zeigt den junge Eisläuferinnen ihre Kufen von hinten. In Inzell holte Pechstein den Deutsche-Meister-Titel über 3000 Meter und 5000 Meter, mit einem riesigen Vorsprung vor ihren nicht mal halb so alten Konkurrentinnen. "Der Abstand zu den jungen Hühnern ist wieder extrem", sagt die Rekord-Olympionikin Deutschlands. Dazu gratulieren wir - ob es international noch für Größeres reichen wird, ist mehr als ungewiss. Wir drücken aber die Daumen, dass es mit der anvisierten achten Olympia-Teilnahme noch was wird.

7

Die Modellathletin

Sie ist die "Modellathletin": So nennt der "Spiegel" Karla Borger, die nun als neue Präsidentin von Athleten Deutschland die oberste Lobbyistin der deutschen Sportler ist. Die 32-jährige Beachvolleyballerin hat ihre Kandidatur auch mit ihrem Alter begründet. Sie sei älter geworden und wolle jetzt noch mehr Verantwortung übernehmen. "Ich bin in den letzten Jahren ja auch älter geworden und habe gegen einige Widerstände kämpfen müssen, habe oft ausgesprochen, was ich gedacht habe." Zu tun gibt es für den Verein genug: Das unabhängige Gremium kämpft um Fördergelder sowie um Gleichberechtigung.

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Antonia Wille
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