Autor:
Lars Becker

Stiftung Deutsche Sporthilfe: „Voices of Sports“ bei der ISPO Munich Online

„Sport is stronger“: Vier Topathleten erzählen warum

„Sport is stronger“: Vier deutsche Topathleten träumen von Olympia oder den Paralympics. Trotz der Corona-Pandemie blickt das von der Deutschen Sporthilfe unterstützte Quartett optimistisch in die Zukunft.

Franz Anton ist zweimaliger Kanuslalom-Weltmeister.
Franz Anton ist zweimaliger Kanuslalom-Weltmeister.

Kanute Franz Anton: Positiv denken und Grenzen überwinden

Natürlich hat sich der zweimalige Kanuslalom-Weltmeister Franz Anton das Jahr 2020 anders vorgestellt. Er wollte in Tokio endlich eine Olympiamedaille gewinnen. Doch dann kam Corona. Und statt zahlloser Reisen wie sonst war der 32-Jährige praktisch nur daheim bei seiner Ehefrau.

Lange gehadert hat er damit nicht: „Ich habe endlich mal wieder so richtig erlebt, wie der Frühling in Leipzig ausschaut. Habe Events in der Familie miterlebt. Für mich war 2020 eines der besten Jahre.

 

Genau diese positive Einstellung ist es, die Franz Anton mit dem ISPO-Motto „Sport is stronger“ verbindet: „Der Sport kann Grenzen überwinden, weil er eine universelle Sprache ist. Er steht für Fairness und Hoffnung, das kann man auf viele andere Bereiche im Leben übertragen.“

Zum Beispiel auf die aktuelle Lockdown-Situation mit vielen Einschränkungen gerade für Sportler.

Sprinterin Irmgard Bensusan: „Licht am Ende des Tunnels“

Auch Irmgard Bensusan hat das Training geholfen, die „Achterbahnfahrt der Gefühle“ in den letzten Monaten durchzustehen. „Es ist gut Sport zu machen. Gut für die Gesundheit. Gut für den Kopf. Gut für die Soft Skills. Gut, um Freunde zu finden. Auch wenn man jetzt vielleicht nicht zusammen trainieren kann, kämpft man doch zusammen“, sagt die zweimalige Weltmeisterin in der Para-Leichtathletik.

Auch die Kurzstrecken-Sprintspezialistin macht das Beste aus der aktuellen Situation und hofft, dass im Spätsommer die Paralympics stattfinden können: „Alle freuen sich auf Tokio 2021. Es gibt Licht am Ende des Tunnels.“

Nach drei Silbermedaillen bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro über 100m, 200m und 400m ist für Bensusan diesmal das oberste Siegerpodest das Ziel.

Irmgard Bensusan hofft auf die Paralympics in Tokio 2021.
Irmgard Bensusan hofft auf die Paralympics in Tokio 2021.

Kanute Sideris Tasiadis: Zeit für Technik-Training

Genau wie für den Slalom-Kanuten Sideris Tasiadis bei Olympia: „Jeder erwartet, dass ich das Ding rocke, nachdem ich London 2012 schon Silber gewonnen habe.“

Deshalb hat er das Corona-Jahr 2020 dazu genutzt, sich im Training ganz neu zu fokussieren. „Ich habe mir überlegt, was ich aus dem Jahr machen kann. Und mich entschieden, meine Technik im Detail zu verbessern. Dazu war sonst nie Zeit – und hat es richtig Spaß gemacht.“

 

Jetzt steckt Tasiadis genau wie sein Kollege Franz Anton mitten im harten Wintertraining für die Europameisterschaft im Mai, wo die Olympia-Tickets vergeben werden. Angst vor dem Qualifikations-Stress hat er nicht.

Auch, weil er auf das Motto „Sport ist stronger“ setzt: „Durch den Sport werden wir stärker. Der Körper und die Seele jedes einzelnen werden stärker. Mit dieser Stärke können wir belastende, strapazierende und turbulente Zeiten besser bewältigen.“

Sideris Tasiadis gewann bei den Olympischen Spielen 2012 in London Silber.
Sideris Tasiadis gewann bei den Olympischen Spielen 2012 in London Silber.

Ski-Frestylerin Emma Weiß: Sich selbst beim Sport spüren

Mit einer ähnlichen Einstellung hat auch die Ski-Freestylerin Emma Weiß das vergangene Jahr genutzt. „Man kann beim Sport Dinge vergessen, die man nicht so mag – auch Corona. Man stärkt das Immunsystem, bekommt den Kopf frei, kann etwas für sich machen und sich selbst spüren“, erzählt das deutsche Ausnahmetalent in der Disziplin Aerials.

Statt zum Sommertraining in den USA und Weißrussland hat Emma Weiß im vergangenen Sommer fast ausschließlich auf einer Wasserschanze in der Schweiz neue Sprung-Höchstschwierigkeiten einstudiert.

 

Mit spektakulärem Erfolg: Zum Saisonauftakt im finnischen Ruka sprang sie Anfang Dezember als Zweite sensationell aufs Podest. „2020 war definitiv ein extrem positives Jahr für mich, bislang eines der besten, auch wenn ich zum Beispiel Treffen mit Freunden vermisse“, erzählt sie.

Nach der derzeit laufenden Winter-Saison will sie den kommenden Sommer dazu nutzen, zwei ganz neue Sprünge einzustudieren. Die sollen Emma Weiß dann zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking katapultieren.

Emma Weiß will bei den Winterspielen in Peking 2022 an den Start gehen.

ISPO-Spendenlauf für den Schutz der Berge

Am virtuellen ISPO Spendenlauf „Run for Good” kann die Freestylerin wegen der derzeit laufenden Wintersaison wohl nicht teilnehmen, auch wenn ihr der Schutz der Berge ein echtes Anliegen ist. Franz Anton will es versuchen, auch wenn er Ende Januar ins Trainingslager nach La Reunion reist: „Ich gehe sehr gern laufen. Wenn, dann würde ich die 10 km joggen. Die 21 km habe ich schon am 1. Januar dieses Jahr absolviert und am 31. Dezember schon 20 km.“

Freitag (5. Februar): Deutsche Sporthilfe berichtet über Social Responsibility

Die vier Top-Athleten Weiß, Bensusan, Anton und Tasiadis werden von der Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt. Die Förderorganisation gehört zu den „Voices of Sports“ auf der weltweit größten Plattform der Sportindustrie.

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Lars Becker
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