Claudia Klingelhöfer
Autor:
Claudia Klingelhöfer

Ralph Scholz will Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um Sport zu fördern

„The Mirai“ CEO erklärt (digitale) Zukunft des Fitnesstrainings

Ralph Scholz ist der CEO einer Idee und Vision, sie heißt „The Mirai“. Auf dem ISPO Digitize Summit stellt Scholz das Projekt, das zur McFit-Gruppe gehört, vor. Die Fitness-Plattform der Zukunft will alle Menschen zur Bewegung motivieren und setzt dabei konsequent auf die Möglichkeiten der Digitalisierung.

Ralph Scholz, CEO „The Mirai“
Ralph Scholz, CEO „The Mirai“, bei seiner Digitize Keynote

2020 soll „The Mirai“ in Oberhausen eröffnen. Ganz analog wird es ein 55.000 Quadratmeter großes Areal mit Fitnessgeräten, Laufbahnen, Yoga- und Gymnastikbereichen sowie mit Räumen für Workshops und Fortbildungen. Es wird zudem ein Messe- und Kongresszentrum und ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut angeschlossen. Die größte Fitnessplattform der Welt und 500.000 Besucher im Jahr, das sei das Ziel, sagt Ralph Scholz.

Das Besondere an dem Projekt ist die umfassende Digitalstrategie von „The Mirai“, die Scholz auf der ISPO Digitize erklärt.

1. Menschen mit digitalen Möglichkeiten zum Sport motivieren

E-Games, VR und digitale Gamification-Möglichkeiten sollen zum Training motivieren. „Denn“, so Scholz, „90% der Menschen machen Fitnesssport nicht aus Spaß, sondern weil sie eine Zielstellung verfolgen.“ Das wolle man ändern. Erste Pilotprojekte, beispielsweise mit Schulen an denen E-Gaming im Sportunterricht zur Bewegungsförderung eingesetzt wird, laufen bereits.

Ab 2020 soll auf dem riesigen Areal in Oberhausen gesportelt und getestet werden.
Ab 2020 soll auf dem riesigen Areal in Oberhausen gesportelt und getestet werden.

2. Customer Journey verbindet Training im Studio und außerhalb

Digitale Tools, zum Beispiel Apps sollen helfen, die Customer Journey zu verbessern. Unter anderem wird Training „durch die technischen Möglichkeiten immer öfter daheim stattfinden“, sagt Scholz. Dabei wolle man die Kunden unterstützen. Via Apps können dann beispielsweise Trainingsergebnisse von zu Hause mit dem Training im Fitnessstudio verbunden werden.

3. „The Mirai“ profitiert von digitaler Datenerhebung

Umfangreiche Datenerhebung vor und beim Training: Bei „The Mirai“ sollen die Fitnesssportler umfangreich vermessen werden, durch Bodyscans und Trainingsanalyse beim Ausdauer- und Krafttraining. Ziele gibt es hier zwei: Einerseits solle das Training optimiert werden, sagt Scholz, aber für das Geschäftsmodell von „The Mirai“ noch viel wichtiger: „Wir sammeln alle Trainingsdaten für die unterschiedlichsten Analysen.“ Aus der Fitnessbranche habe man bereits 70 bis 80 Partnerunternehmen. Darüberhinaus will man mit Sportartikelherstellern, Hochschulen, Digital- und Gesundheitsunternehmen zusammenarbeiten.

4. Digitaler Content

„The Mirai“ plant digitalen Content zum Thema Fitness zu produzieren, erlebnisorientiert und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen (aus den gesammelten Daten) gestützt. Auch dieser Content soll den Kunden zur Verfügung gestellt werden und sie zum Training animieren.

Motivation zur Bewegung bleibt Leitgedanke

„Mit McFit sind wir die größte Fitnesskette Europas“, sagt Scholz, darauf hätte man sich ausruhen können. Mit „The Mirai“ habe man aber die Zukunft im Blick. Die Digitalisierung lässt „Bewegung zu einem Konsumgut werden“, so der CEO weiter. Es gelte Angebote zu schaffen, die zur Bewegung motivieren. Nur 13 Prozent der Deutschen seien in einem Fitness-Studio, Ziel sei es, auch die restlichen 87 Prozent zu erreichen.

Es gelte also die Digitalisierung zu nutzen, um Bewegung zu fördern. Denn, so Scholz zum Schluss seiner Keynote, „Bewegung ist eine elementare Grundvoraussetzung für das menschliche Leben, auch wenn wir durch die technologischen Möglichkeiten nicht mehr drauf angewiesen sind.“  

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