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Interviewserie ISPO Digitize Keynote-Speaker: Ralph Scholz

The Mirai CEO: „Trend geht zur Vernetzung von Sportartikeln“

Ralph Scholz will im Auftrag von McFit mit dem Fitness-Projekt The Mirai die Fitness-Branche auf den Kopf stellen. Bevor er den Plan dazu auf dem ISPO Digitize Summit (28./29. Juni) vorstellt, spricht er im Interview mit ISPO.com über die aus seiner Sicht sehr konventionelle Sportbranche und welche Chancen sich aus der Digitalisierung für den Sport ergeben.

The Mirai soll auch eine ganzjährige Messe für Fitness-Hersteller sein.
The Mirai soll auch eine ganzjährige Messe für Fitness-Hersteller sein.

Ralph Scholz ist seit 2017 Geschäftsführer von The Mirai - und will mit seinem Projekt die Welt des Fitness-Sports revolutionieren.

Das The Mirai eröffnet voraussichtlich Anfang 2020 in Oberhausen und soll mit einem Konzept komplett ohne monatliche Mitgliedsbeiträge das weltweit größte Zentrum der Fitness-Welt werden. The Mirai soll zugleich eine ganzjährige Messe und Präsentationsmöglichkeit für Fitness-Hersteller sein und Fitness, Erlebnis, digitale Innovationen, Digital-Technologien und Forschung verbinden.

Als Keynote Speaker erklärt er sein innovatives Modell auf dem ISPO Digitize Summit (28./29. Juni)

Ralph Scholz, CEOn The Mirai - und spricht als Keynote Speaker auf dem ISPO Digitize Summit über das Projekt.
Ralph Scholz ist Geschäftsführer von The Mirai - und spricht als Keynote Speaker auf dem ISPO Digitize Summit über das Projekt.

„Motivation zur Bewegung wird immer wichtiger“

ISPO.com: Herr Scholz, was sind für Sie die drei wichtigsten Learnings aus der digitalen Transformation?
Ralph Scholz: Die digitale Transformation ist ein fortlaufender Veränderungsprozess.  Um mit diesem Schritt zu halten, ist das Ausrufen einer eigenständigen digitalen Strategie von grundlegender Bedeutung, die nicht zwingend auf das bisherige Geschäftsmodell aufsetzen muss und vom Tagesgeschäft abgekoppelt sein kann.

Zudem ist es meiner Meinung nach unerlässlich, Strukturen aufzubauen, die Geschwindigkeit und Flexibilität bei Unternehmensabläufen ermöglichen. Mit der Trial & Error Methode können neue Lösungsansätze erprobt werden – die Implementierung in die Unternehmensstruktur ist nach erfolgreicher Erprobung nachgelagert.

Was sind die größten Herausforderungen, denen Unternehmen beim Thema digitale Transformation gegenüberstehen?
Als eines der größten Hindernisse sehe ich hier vor allem das Festhalten an bereits geschaffenen Strukturen, obwohl Veränderungen immer häufiger geschehen. Darüber hinaus erfolgt in zunehmendem Maße die Verlagerung des Serviceangebots von physisch zu digital.

Die Zusammenarbeit über Kontinente hinweg wird immer mehr zur Regel als zur Ausnahme. Gerade im Hinblick auf die für uns wichtige Sportbranche ist die Digitalisierung im Grundprinzip reaktiv. Motivation zur Bewegung wird in Zukunft immer wichtiger.

Digitalisierung schafft neue Dienstleistungen

Wie digital ist die Sportartikelbranche im Vergleich zu anderen Industrien?
Im Vergleich zu anderen Industrien ist die Sportartikelbranche bisher sehr konventionell, im Fokus stehen aktuell vor allem Retail, E-Commerce und Marketing-Plattformen. Die Möglichkeit, Dinge zu individualisieren, wird in den nächsten Jahren noch stark zunehmen, wie man das derzeit beispielsweise bei Turnschuhen beobachten kann.

Der Trend geht hier klar in Richtung Vernetzung. In der Zukunft werden sich Sportartikel problemlos mit anderen Geräten verbinden können, um Daten abzubilden und mit uns zu kommunizieren.

Durch was zeichnen sich im digitalen Zeitalter erfolgreiche Unternehmen aus? Sind die Strukturen maßgeblich oder digital-denkende Mitarbeiter?
Unternehmen müssen zunehmend innovativ, agil und flexibel sein sowie digital denken. Die Digitalisierung verändert die globale Interaktion und trägt zu einer Vielzahl neuer digitaler Dienstleistungen bei.

Heutzutage gehen Menschen online, um Informationen vor dem Kauf zu erhalten, Berichte über Produkte und Dienstleistungen zu veröffentlichen, ihre neuen Jobs in sozialen Medien zu finden oder um Rezensionen über das Unternehmen abzurufen, um dann unterwegs einzukaufen. Genau an diese Fakten müssen sich Unternehmen – da schließe ich uns mit ein – anpassen und mit optimierten Geschäftsmodellen und Services aufwarten.

„Die Welt wird besser, wenn sich mehr Menschen bewegen“

Wie entwickeln Mitarbeiter ein digitales Mindset?
Entscheidend ist hierbei das Denken in Customer Journeys. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir Mitarbeiter immer zu einem Perspektivwechsel animieren, um die Rollen von möglichen Konsumenten einzunehmen, die Kundenerfahrung vorab an die jeweiligen Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen anzupassen und die Touch Points für verschiedene Geschäftsmodelle zu definieren.

Ab 2020 soll auf dem riesigen Areal in Oberhausen gesportelt und getestet werden.
Ab 2020 soll auf dem riesigen Areal in Oberhausen gesportelt und getestet werden.

Sie planen mit The Mirai ein Produkt, das digitale und Sportwelt verbindet. Unternehmen und Fitnesssportler sollen davon profitieren. Was kann das Publikum bei Ihrer ISPO Digitize Keynote von Ihnen und Ihrem großen Projekt lernen?
Alles um uns herum bewegt sich, Bewegung ist das bestimmende Prinzip des Lebens. Nur wir Menschen bewegen uns immer weniger. Das führt zu enormen Herausforderungen für die Gesellschaft und damit letzten Endes für jeden von uns. Ich bin überzeugt: Die Welt wird eine bessere, wenn sich mehr Menschen bewegen. Um genau das erreichen zu können, brauchen wir The Mirai als Leuchtturmprojekt, um Millionen von Menschen mit Spaß zu mehr Bewegung zu motivieren.

Die McFit Global Group traut sich, mit diesem Projekt einen völlig neuen Weg zu gehen, und hat den Mut, Geschäftsmodelle, die wir heute planen, die sich aber in absehbarer Zeit komplett verändern werden, zu etablieren. Das macht The Mirai so spannend für mich.

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