Sportbusiness/01.07.2020

Inspiration zum großen Finale der ISPO Re.Start Days

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Die ISPO Re.Start Days im Sommer 2020 hat als digitale Live-Konferenz für die Sport- und Outdoor-Branche Antworten und Wachstumsstrategien für die Zeit nach Corona geliefert. ISPO.com blickt auf den zweiten Tag der ISPO Re.Start Days zurück.

Tag 2: Beyond the Status Quo Day

Am zweiten Tag der Konferenz richten wir unseren Blick in die Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die Schwerpunktthemen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Durch Klicken auf den Pfeil klappt sich das jeweilige Detailprogramm aus.

Yoga-Session am Morgen

Bevor es am zweiten Tag in eine breite Auswahl von Panels oder Workshops ging, eröffnete Verena Oppelt den Morgen mit entspannender Bewegung: In einer 30-minütigen Yoga Wake-Up-Session machte sie die Teilnehmer wach für einen vollgepackten Konferenztag.

Keynote: Verschwende niemals eine Krise

Sophia Rödiger von Daimler Mobility & MountainMinds stellte in einer 20-minütigen Präsentation dar, warum gerade die Corona-Krise der perfekte Zeitpunkt zur Digitalisierung von Prozessen ist. Ihr Credo: "Never waste a crisis!"

Workshop mit CEO von Jack Wolfskin

Mittagszeit ist Workshop-Zeit bei den ISPO Re.Start Days: Zu den Kernthemen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gesundheit finden am Mittag allein 23 Workshops statt. Unter anderem stellt Melody Harris-Jensbach, CEO von Jack Wolfskin, in einem 30-minütigen Workshop vor, wie eine Marke Nachhaltigkeit in ihre DNA einbinden kann.

Melody Harris-Jensbach spricht in ihrem Vortrag im Rahmen des Nachhaltigkeits-Schwerpunktes über die Sustainabilty-Strategie bei Jack Wolfskin – von T-Shirts aus recyceltem Plastik aus dem Meer bis zu einer Partnerschaft mit der „Steingässer Familie“, die um die Welt reist, das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedenen Bereichen beleuchtet und Nachhaltigkeit als zentralen Wert den Kindern der Familie mitgibt.

Die Pandemie hat einen völlig neuen Blickwinkel auf Gesundheit, Nachhaltigkeit, Familie, Outdoor und viele weitere Themen geworfen.

Eine Frage aus dem Chat-Panel war nach dem wichtigsten Bereich bei Jack Wolfskin, wo Nachhaltigkeit gelebt wird. „Das wichtigste Nachhaltigkeitsthema ist die nachhaltige Produktion“, sagt Harris-Jensbach.

Jost Kobusch auch an Tag 2 dabei

Der Extrem-Bergsteiger Jost Kobusch stand nicht nur am ersten Tag der ISPO Re.Start Days bei der Eröffnung Rede und Antwort, sondern schaut sich das Event auch am zweiten Tag live und vor Ort im ICM auf dem Gelände der Messe München an.

Nachhaltigkeit im Blickpunkt

Auf der Hauptbühne haben Philipp Meister (Adidas), Peter Schöffel (Schöffel), Melody Harris-Jensbach (Jack Wolfskin) und Jill Dumain (Bluesign Technologies) über die Rolle von Nachhaltigkeit nach der Corona-Krise diskutiert. Jill Dumain zeigte sich begeistert vom weiteren Bemühen der Sport- und Outdoor-Branche um Nachhaltigkeit trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen durch Covid-19: „Ich nehme kein Abflauen wahr. Im Gegenteil: Wir als Branche beschleunigen in Sachen Nachhaltigkeit sogar.“

Peter Schöffel fand klare Worte und forderte ehrliches Bemühen statt Marketing-Sprüchen: "Ich finde, Nachhaltigkeit ist eine Frage der Selbstehrlichkeit eines Unternehmens. Du musst es als Kopf einer Firma wirklich wollen. Alles andere ist Greenwashing. Entweder du machst es ganz oder gar nich!"

Wird es eine neue Green Economy geben?

Das Panel mit Timo Perschke (SOMWR), Kai Landwehr (MyClimate), Dr. Rüdiger Fox (Sympatex), Dr. Antje von Dewitz (Vaude) und Klaus Hohenegger (Fair Wear Foundation) beschäftigte sich mit der Frage, ob mit dem Restart auch ein holistisches Umdenken in Wirtschaft und Politik hin zu mehr Nachhaltigkeit geschieht. Während politische Initiativen wie das Pariser Klimaabkommen optimistisch stimmten, forderte Dr. Antje von Dewitz noch mehr Mut und Initiative von der Politik: "Wenn du nachhaltig wirtschaftest, bist du ein Pionier. Aber im Moment bist du der Dumme, wenn du Verantwortung übernimmst. Hier muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich das ändert."

Dr. Rüdiger Fox mahnte ebenfalls: "Wenn wir uns als Industrie nicht heute ändern, werden wir morgen von den Entwicklungen überrollt."

Wenn Motivation für den Sport fehlt

Benjamin Roth vom Urban Sports Club beantwortete die Frage, wie Menschen zu mehr Sport motiviert werden können. Denn obwohl jeder weiß, dass Sport die eigene Gesundheit fördert, reicht dies häufig nicht als Motivation, wirklich aktiv zu werden.

Leidenschaft und Identifikation sind für ihn die beiden Hebel, an denen Sportmarken ansetzen können, um Menschen zu Sport zu motivieren. Der Ansatz von Urban Sports Club: Ein möglichst breites und flexibles Angebot von Aktivitäten dort, wo der Kunde ist ohne langfristige Abo-Bindungen sowie eine Community, die sich austauscht und motiviert. 

So haben Vereine und Verbände den Restart geschafft

Mit kreativen Lösungen wie neuen Turniermodi, ligenübergreifenden Kooperationen und eigens entwickelten Hygienekonzepten haben Sportverbände und Vereine den Restart des Profisports vorangetrieben. Im Panel diskutieren Dr. Stefan Holz (Basketball Bundesliga), Marko Pesic (FC Bayern Basketball), Dr. Rainer Koch (DFB & Bayerischer Fußball Verband), Pierre Ducrey (IOC) und Ex-Handball-Weltmeister Dominik Klein (Bayerischer Handball Verband) die Learnings aus dem Neuanfang. 

Doch im Gespräch wird auch deutlich: Der Amateursport leidet noch immer – und ohne Fans in den Arenen wird es auch für den Profisport eng.

Inspiration für die gesamte Branche zum Finale

Kris Tompkins, ehemals CEO von Patagonia und engagierte Naturschützerin mit ihrer Organisation, der Tompkins Conservation, hatte die passenden Worte zum Schluss der Konferenz. Im Interview mit Messe-Chef Klaus Dittrich sagte sie: „Es reicht in der heutigen Situation nicht mehr gut zu sein, es geht darum großartig zu sein, egal, ob als Organisation, Unternehmen oder Person.“

Dies sagte Tompkins mit Blick auf die Klima- und Umweltkrise: „Die Zeit für Unternehmen bei Themen wie Nachhaltigkeit an der Seitenlinie zu stehen, ist vorbei“. Als Gesellschaft müsse man sich Nachhaltigkeit leisten, denn man habe den Auftrag „die Welt besser zu machen".

 

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