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Bouldern: Die Stars der Szene

LISTICLE | 29.03.2022
Bouldern auf einem Felsen
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Bouldern zieht nicht nur immer mehr Hobbykletterer an die Felswand, auch im Wettkampfsport werden jährlich neue Bestmarken gesetzt. Die Popularität der Stars der Szene steigt – wir stellen fünf Profis vor, die es nicht nur an der Wand bis an die Spitze geschafft haben.

Schwindelerregende Höhen – beim Bouldern Fehlanzeige. Aber gerade wegen der überschaubaren Fallhöhe ist der ungesicherte Klettersport eine echte Herausforderung für Körper und Geist. Technik, Geschick und Kreativität sind gefragt, nicht übertriebener Wagemut.

Mittlerweile hat sich das Bouldern von einer Randsportart zum Massenphänomen entwickelt. Neueinsteiger und erprobte Hobby-Athleten strömen in die Boulder-Hallen. Auch im Wettkampfsport hat sich einiges getan. So gewinnt der offizielle Weltcup der International Federation of Sport Climbing (IFSC) zunehmend an Bedeutung. Der Höhepunkt: Das Bouldern als eine von drei Wertungen bei der Kletter-Premiere bei den Olympischen Sommerspielen im August 2021 in Tokio.

Auch die Top-Athletinnen und -Athleten haben sich in der stetig wachsenden Boulder-Szene mittlerweile zu echten Stars entwickelt. Wir stellen fünf der Superstars vor.

 

 

1

Janja Garnbret

Frau in der Boulderhalle

Im Sportklettern ist Janja Garnbret bereits seit Jahren die klare Nummer eins: Viermal gewann sie den Kletterweltcup zwischen 2016 und 2021. Im Bouldern aber musste sie bis zur Saison 2019 auf ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg warten. Der kam dann aber gleich mit einer historischen Serie: Garnbret gewann alle sechs Boulder-Wettbewerbe der Saison - das gelang noch nie einer Athletin.

Ihr Meisterstück gelang Garnbret dann bei den Olympischen Spielen, als sie im Bouldern und Lead-Klettern nicht zu schlagen war und so die erste Goldmedaille der Frauen gewann.

Nicht nur in ihrer Heimat Slowenien ins Garnbret so längst ein Star. Mit über 400.000 Instagram-Fans und Sponsoren-Verträgen unter anderem mit Red Bull oder Adidas Terrex ist sie inzwischen längst eine eigene Marke.

Auch am Fels fühlt sich Janja Garnbret pudelwohl. „Für mich ist es eine Auszeit von der Wettkampf- und Trainingsroutine. Ich gehe normalerweise Felsklettern, um mich zu entspannen“, sagt sie.

2

Adam Ondra

Schon mit 13 Jahren gehörte der gebürtige Tscheche Adam Ondra zur Weltspitze im Sportklettern und Bouldern. Bei seiner ersten Weltcup-Teilnahme in der Männerklasse 2009 konnte der inzwischen 29-Jährige auf Anhieb den Vizeweltmeistertitel im Leadklettern für sich herausholen. Ein Jahr darauf entschied er den Gesamtweltcupsieg für sich, um seine Leistung schließlich 2014 mit dem Weltmeistertitel im Bouldern und Leadklettern zu krönen. Vor Olympia war Ondra als Weltcup-Zweiter 2019 und -Dritter 2021 einer der Medaillenfavoriten. In Tokio reichte es jedoch "nur" zu Rang fünf.

Neben dem Wettkampfsport zieht es Ondra immer wieder in Natur, wo er bereits in jungen Jahren einige der schwersten Kletter-Routen der Welt, wie „La Rambla“ und „La Dura Dura“ – beide in Katalonien, bezwingen konnte.
Woher holt der Tscheche die Energie, um derartige Teufelsrouten zu meistern?:

„Jeder hat animalische Instinkte - ich meine jetzt nicht wie wild rum zu schreien, aber eben komplett konzentriert zu sein, total vertieft in das, was man gerade tut, so dass die Zeit stehenzubleiben scheint. Aber nur wenige Menschen können dieses Tier in sich selbst finden - Kinder können das viel besser. Sie spielen. Ich spiele, wenn ich klettere.“, verrät Ondra bei klettern.de.

3

Alberto Gines Lopez

Mit gerade einmal 18 Jahren hat sich Alberto Gines Lopez in den Geschichtsbüchern des Sports verewigt. In dem Alter gewann der Spanier im Jahr 2021 das erste Olympia-Gold der Männer im Klettern.

Es war der Höhepunkt einer noch jungen Karriere, in der Gines Lopez alles dem Klettern unterordnet: Nachdem er schon früh mit seiner Familie kletterte, kam er schon im Alter von zehn Jahren unter die Fittiche des Profi-Trainers David Macia. Als klar wurde, dass Klettern olympisch wird, zog der noch nicht einmal volljährige Gines Lopez nach Barcelona um, weil er dort besser trainieren konnte. Ein Umzug, der sich bezahlt bemacht hat. Inzwischen ist Gines Lopez der Shootingstar der Szene.

4

Miho Nonaka

Bei den Olympischen Spielen im eigenen Land war Miho Nonaka mit ihrer Silbermedaille eine gefeierte Heldin. Die 24-Jährige hat auf Instagram über 300.000 Fans und vereint mit Adidas, NEC oder Beats by Dr. Dre hochrangige Sport- und Lifestyle-Brands in ihrem Sponsoren-Portfolio.

Sportlich ist Nonaka seit Jahren in der Weltspitze: Ihr größter Triumph neben der Olympia-Medaille war der Gesamtsieg im Boulder-Weltcup 2018.

Ihr ambitioniertes Ziel, das sie im "her Magazine" preisgab: "Ich möchte als weltbeste Kletterin gelten, und ich möchte, dass mein Name zum Synonym für diesen Sport wird."

In Japan ist Nonaka nach dem Rücktritt von Kletter-Ikone Akiyo Noguchi schon die Nummer Eins. Bald auch wieder weltweit?

5

Alex Megos

Alexander Megos ist Deutschlands bester Wettkampfkletterer und -Boulderer. Mit seinem Ehrgeiz und seiner Disziplin schaffte er es als erster Kletterer überhaupt, eine mit dem Schwierigkeitsgrad 9a bewertete Kletterroute On-Sight – also im ersten Versuch – zu begehen.

Über Nacht wurde er dadurch weltberühmt und klettert seitdem unermüdlich weiter. Mittlerweile hat Megos die schwersten Routen der Kletterszene durchstiegen und sich so an die Weltspitze geklettert. Im Jahr 2013 kletterte er unter anderem mit dem sogenannten „Wheelchair“ die schwerste Boulderroute und mit R.E.D des Schwierigkeitsgrades 9a die schwerste Route Australiens.

Auch für die Olympischen Spielen in Tokio konnte sich Megos qualifizieren. Dort scheiterte er allerdings knapp vor der Endrunde.

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