Bouldern – ein Sport, der alle Sinne fordert

Der Begriff Bouldern leitet sich vom Englischen “boulder“ für Felsbrocken ab. Damit ist Disziplin des Klettersports bereits beschrieben, denn du bewegst dich dabei ohne Gurt und Seil an Felsblöcken in der Natur oder aber an künstlichen Kletterwänden. Da nicht nur physische Fitness, sondern auch mentale Stärke gefragt ist, setzt sich der Trendsport der vergangenen Jahre immer mehr durch.

Was ist Bouldern?

Bouldern ist eine Disziplin aus dem Klettersport und meint die Bewegung auf Absprunghöhe, und zwar ohne Gurt und Seil, an Felsblöcken in der Natur oder an entsprechenden künstlichen Kletterwänden in der Halle. Im Unterschied zum traditionellen Klettern ist der neue Trend allerdings wesentlich anstrengender, immerhin geht es um die Bewältigung anspruchsvoller Probleme an der Wand oder am Felsen mit dynamischen Zügen innerhalb kurzer Zeit. 

Um den Absprung bzw. Absturz abzufedern, finden sich im Freien extra mit Crashpads präparierte Böden im Freien oder mit dicken Matten ausgelegte in Hallen.

Tipps zum Bouldern – so klappt’s an der Wand

Am nackten Fels in der Natur oder an einer eigens dafür geschaffenen Wand in der Halle, Bouldern fordert den Ehrgeiz und macht einfach Spaß. Sogar Einsteiger können einfach loslegen, sollten jedoch einiges beachten. Wie bei vielen Sportarten ist es unerlässlich, gut aufzuwärmen, am besten mit Übungen für die Schultern und Arme. Ein weiterer Tipp ist es, die Muskeln zu schonen und dafür die Kraft aus den Beinen zu holen, dabei die Arme durchgestreckt lassen. Dann noch den Körperschwerpunkt ins Lot bringen und den Körper dabei so knapp wie möglich an der Wand halten. Last but not least geht’s auch um Mut, nämlich um Mut zum Risiko, was nicht automatisch unüberlegte Aktionen meint.

Fünf Top-Tipps fürs Bouldern

Warum Du unbedingt mit dem Trendsport beginnen solltest:

Boudlern erobert den Globus und macht sich als Ganzkörpertraining, das Körper und Geist gleichermaßen fordert, einen Namen. 

Was Bouldern so besonders macht, ist die Tatsache, dass es ein Zusammenspiel aus Kraft und Ästhetik, aber auch Dynamik ist. Stellen sich dann die ersten Erfolge ein und Du boulderst eine intelligent geschraubte Route, bekommst Du eindeutig Lust auf mehr, auf Diffizileres. Der Trendsport gilt aber auch als Kommunikationsöffner, denn er ist interaktiv und eröffnet den Zugang zu neuen Bekanntschaften, Klettergemeinschaften oder sogar Freunden. 

Zudem kannst Du einfach bouldern gehen, wann Du Lust und Laune hast, brauchst keine großartige Ausrüstung und bist auch als Stadtbewohner ganz nah an der Fitness.

Jetzt Bouldern: 6 gute Gründe

Die Geschichte des Bouldern

Heute ist Bouldern mit einer eigenen Weltmeisterschaft versehen und gerade im urbanen Bereich gibt es immer häufiger Boulderhallen. Die Geschichte dieser Kletterdisziplin reicht bis ins 19.Jahrhundert zurück, als sich eine französische Vereinigung von Bergsteigerverbänden formierte, die in den Wäldern von Fontainebleau zum Klettern unterwegs waren. 

Ein wichtiger Wegbereiter des Boulderns war Piere Allain, der sich in den 30er Jahren des vorigen Jahrtausends mit weich besohlten Schuhen an den Felsblöcken unterwegs war. Den Siegeszug leitete allerdings John Gill ein, der von Kalifornien aus in den 1950er Jahren erstmals bewusst Boulderprobleme an der Felswand lösen wollte und zum Klettern Magnesium einsetzte. 1969 erfolgte die Anerkennung als eigene Disziplin im Klettersport, wobei im deutschen Raum der Nürnberger Wolfgang Fietz als Vorreiter des Boulderns gilt.

Die richtigen Boulderschuhe finden

Es braucht keine großartige Ausrüstung zum Bouldern, nur bei den Schuhen gilt es auf die richtige Wahl zu achten. Das Angebot dazu ist riesig und kaum bei einer anderen Sportart kommt es derart auf die perfekte Passform an. Dabei geht es um eine perfekte Kraftübertragung, aber auch den Sicherheitsaspekt, der vor allem im Bereich der Sohle liegt. Die Passform sollte eng sein, das Material entsprechend dünn, damit das richtige Gefühl für den sicheren Tritt gewährleistet ist.

Boulderschuhe: So finden Sie das perfekte Paar

Warum Klettern auf Absprunghöhe?

Vielerorts wird Bouldern auch Klettern auf Absprunghöhe bezeichnet. Dies deswegen, da die Kletterer nach Erklimmen des Felsens oder der Kletterwand kontrolliert aus der Höhe abspringen. Damit wird einer der Gründe genannt, warum es so beliebt ist. Denn es ist Klettersport mit einem kalkulierbaren Risiko. Die Kletterhöhe beträgt maximal 4 Meter, in der Halle schützt eine dicke Bodenmatte beim Aufsprung. 

Weitere Gründe sind die ganzjährige Durchführbarkeit des Sports in den entsprechenden Hallen und der minimale finanzielle Aufwand. Es gibt weder hohe Anschaffungskosten für die Ausrüstung noch für den Eintritt in die Kletterhallen, die immer öfter eigene Boulderbereiche haben. Dort sind unterschiedliche Kletterherausforderungen farblich markiert, sodass jeder auf den ersten Blick sieht, welches Können welche Route voraussetzt.

Top 10: Vorteile von Bouldern

Klettern bei Olympia

Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 gibt es einige neue Sportarten. Eine davon wird Sportklettern sein. Größen wie Alexander Megos und Adam Ondra werden sich im August in Tokio messen. Das sind die hard Facts:

  • Wettkampfstätte: Aomi Urban Sports Park
  • Datum der Wettkämpfe: 3. bis 6. August 2021
  • Format: Die Kletterwettkämpfe finden als "olympische Kombination" in zwei Runden, bestehend aus Speedklettern, Bouldern und Schwierigkeitsklettern statt. Die Top 5 nach der Qualifikationsrunde erreichen die Finalrunde.

Es gibt auch kritische Stimmen zum Sportklettern bei Olympia. Allgemein wird die Neuerung jedoch positiv aufgenommen, auch Händler und Hersteller der Branche wollen von Olympia profitieren.

Alles zum Klettern in Tokio 2021

Welche Arten des Boulders gibt es

Bei den Arten des Bouldern gibt es zum Einen das Bouldern in der Halle, das eine Ausübung dieses Klettersports zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter möglich macht. 

Das Bouldern unter freiem Himmel ist gemeint, wenn es für Klettersportler zu naturechten Felsbrocken, aber auch freistehenden Granitblöcken geht, um Boulderprobleme gekonnt zu lösen.

Das sogenannte Bouldern urban style findet, wie der Name schon sagt, im urbanen Bereich statt. Erklommen werden dabei beispielsweise Hauswände oder Brückenpfeiler. Diese Form des Boulderns wird auch als Buildering bezeichnet, wobei zu beachten ist, dass es nicht überall erlaubt ist. 

Als Freiklettern, also Bouldern ganz ohne Hilfsmittel, wird das Klettern bezeichnet, das nur Hände oder Füße einsetzt. Der Begriff des free climbing versteht das komplett freie Bewältigen von Routen, egal ob an künstlichen Kletterwänden oder rauen Felsen, wobei durchaus Seile und Karabiner bzw. Friends oder Keile zur Absturzsicherung eingesetzt werden dürfen. Freiklettern versteht sich quasi als ehtische Haltung im Klettersport und als bestimmte Art der Begehung von Routen. Der Vorteil dieser Kletterform ist, dass man weitaus mehr improvisieren muss und ganz nach Lust und Laune bouldern kann. 

Eine sehr besondere Form des Boulderns ist das Deep Water soloing, dabei wird ein möglicher Absturz des Kletternden durch sehr tiefes Wasser gesichert. Immerhin kann es bei dieser Form des Boulderns so weit in luftige Höhen gehen, dass ein sicheres Abspringen nicht mehr möglich ist. Daher sind hier starke Nerven, aber auch gute verlässliche Kletterpartner gefragt.

Beim sogenannten Flashen & Onsight Klettern geht es darum, eine Route ohne Absturz und im ersten Versuch zu bewältigen. Dabei beginnt der Kletterer am Startgriff und hat den finalen Boulder dann erreicht, wenn er den Klettergriff mit beiden Händen und für mindestens drei Sekunden festhält. Die Bedingung für den Flash ist, dass die Route zum ersten Mal in Angriff genommen wird. Tricks oder Kletteransätze von anderen abschauen, ist natürlich erlaubt, ebenso wie die Überlegung einer Taktik im Vorfeld. 

Grundsätzlich ist das Flashen eine besondere Art des Onsight-Kletterns, wobei der Boulderer keinerlei Informationen hinsichtlich der Route und deren komplizierten Stellen hat. Die Strecke darf vor dem Einstieg nur von unten aus in Augenschein genommen werden. Wichtig ist bei dieser Form des Boulderns ein gutes Gespür für die gefragten Bewegungsabläufe. Bei Wettkämpfen gibt es hauptsächlich diesen Onsight-Modus, da es den Schwierigkeitsgrad erhöht und wertvolle Extrapunkte ergibt, wenn ein Flash gelingt.

Was ist das Besondere am Bouldern

Um diese Frage zu beantworten, sollte auf den Unterschied zwischen Klettern und Bouldern geachtet werden. Denn Zweiteres ist im Gegensatz zum Klettern ein echter Gemeinschaftssport. Wer an einer kniffligen Stelle beim Klettern ist, ist meist alleine. Im Gegensatz dazu, ist eine Hilfestellung oder ein Ratschlag beim Bouldern aufgrund der geringen Höhe viel einfacher möglich. Die Boulderer helfen sich gegenseitig mit Tipps, tüfteln gemeinsam an den Problemstellen und feuern sich an. Zwischendurch gibt’s vielleicht auf einem Crashpad eine Pause und man genießt gemeinsam, in der Natur zu sein. 

Die Naturverbundenheit ist auch etwas ganz Besonderes beim Bouldern. Einfach den Kopf freibekommen, sich an der frischen Luft und in der Natur bewegen. Das kräftigt nicht nur die Muskulatur, sondern schärft auch die Sinne. Mit Bedacht die pure Landschaft und Kreationen der Urgewalten zu bezwingen, sorgt dafür, dass sich Prioritäten verschieben und der Blick aufs Wesentliche in den Fokus rückt.