Autor:
Constantin Duge

Adidas präsentiert Geschäftsbericht 2020

Adidas: Starker Jahresabschluss trotz Krisenjahr

Trotz Corona-Krise präsentiert der Sportartikel-Riese in seinem Geschäftsbericht 2020 starke Zahlen. Dafür ist vor allem ein Umsatzplus im vierten Quartal verantwortlich, angetrieben von 14% Wachstum im DTC-Geschäft und einem E-Commerce Wachstum von 43%. Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2021 ist positiv. Adidas erwartet einen Umsatzanstieg im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich.

Der neue gender-neutrale Store von Adidas Originals in London richtet sich vor allem an die Gen Z.
Geschlossene Stores sind einer der Hauptfaktoren für Umsatzeinbußen im Jahr 2020.

„Ein Jahr wie 2020 hatten wir noch nie.“ Mit diesem Satz von Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Adidas, beginnt die offizielle Pressemitteilung zum Geschäftsbericht 2020. Das Krisenjahr zeigt sich natürlich auch in den Umsatzzahlen: In Euro verringerte sich dieser um 16% auf 19,844 Mrd. € (2019: 23,640 Mrd. €). Doch trotz – oder vielleicht sogar gerade wegen – des Krisenjahres 2020 verzeichnet Adidas einen starken Jahresabschluss.

Umsatzrückgänge in fast allen Marktsegmenten

In der ersten Jahreshälfte 2020 kam es zu den ersten temporären Store-Schließungen. Zunächst im Asien-Pazifik-Raum, später auf der ganzen Welt. Vor allem im ersten Quartal kam es deshalb zu drastischen Umsatzeinbrüchen. Für das Gesamtjahr verringerte sich der Umsatz um 17% im Asien-Pazifik-Markt und um 15% in China.

Nordamerika und Europa waren in der zweiten Jahreshälfte von der Pandemie am stärksten betroffen. Auch hier führten die temporären Schließungen der Stores zu Umsatz-Einbußen: In Nordamerika sank der Umsatz um 9%, in Europa um 12%.



E-Commerce mit starkem Wachstum

Adidas verzeichnete dafür im Jahr 2020, trotz oder gerade wegen der Krise, ein starkes Wachstum in allen Märkten im E-Commerce-Geschäft. Zahlreiche Marketingaktionen mit Fokus auf E-Commerce und Online-Verkaufsaktionen, wie die Cyber Week, zeigen auch, dass der Fokus von Adidas immer mehr auf dem Onlinehandel liegt. Im E-Commerce verzeichnete Adidas einen Anstieg um 43% alleine im vierten Quartal. Insgesamt stieg der E-Commerce Umsatz um 53% auf deutlich mehr als 4 Mrd. Euro und machte damit mehr als 20% des Gesamtumsatzes aus.

Geplante Veräußerung von Reebok

Nachdem Adidas die letzten Jahre noch an der Unternehmenstochter Reebok festgehalten hatte (ISPO.com berichtete), ändert der Konzern jetzt seinen Kurs. Im Jahr 2020 wurden neue strategische Alternativen für Reebok geprüft. Ergebnis der Prüfung: Reebok soll veräußert werden und wird zukünftig wohl nicht mehr Teil des Unternehmens sein. Dieser Prozess wird für den Sportartikel-Riesen aber nicht billig. Die Veräußerung wird Adidas ca. 250 Millionen Euro kosten. 

Starkes viertes Quartal und positiver Ausblick

In der zweiten Jahreshälfte stieg die Rate der geöffneten Geschäfte weltweit wieder auf über 90%. Außer in Europa, wo die Menschen mit einer zweiten Welle des Coronavirus zu kämpfen hatten, blieben die Adidas Stores zum Jahresende weltweit und fast durchgehend geöffnet. Dementsprechend liegt es Nahe, dass der Umsatz im vierten Quartal 2020 wieder anstieg. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg um 2%. Umsatztreiber war hier die Marke Adidas mit einem Anstieg um 4%. 

Dieses Ergebnis zum Jahresende lässt Adidas positiv auf das Jahr 2021 blicken. „Unser Geschäft hat sich zum Jahresende weiter erholt und wir konnten im vierten Quartal auf den Wachstumspfad zurückkehren. Für das Geschäftsjahr 2021 sind wir sehr zuversichtlich gestimmt. Wir werden im ersten Jahr unseres neuen Strategiezyklus schnell aus den Startblöcken kommen und rechnen mit einem weltweiten Umsatzwachstum im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich,“ sagt Rorsted.

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Constantin Duge
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