Autor:
Lars Becker

Fahrrad-Trends 2019: Cargobike, Familienfahrrad und E-Rennrad

Die 4 spannendsten Innovationen für Radfahrer und Bike-Fans

Cargobike, Gadgets, E-Rennrad: Auch in der Saison 2018/2019 gibt es in der Fahrrad-Industrie spannende Innovationen. Endlich schaffen es Costumized Bikes aus dem Radlabor auf die Straßen und eine Brille bietet seinem Träger einen Rückspiegel.

Sena bietet smarte Helme mit Bluetooth und Kamera an.
Sena bietet smarte Helme mit Bluetooth und Kamera an.

Ob sportliches Touren-Radfahren oder Urban Mobility – der Trend zum E-Bike beflügelt die Fahrradindustrie. 2018 wird in Deutschland die Rekordzahl von voraussichtlich bis zu 900.000 Fahrrädern mit Elektro-Antrieb verkauft. Es gibt aber auch in anderen Bereichen der Zweirad-Szene spannende Entwicklungen – hier vier der wichtigsten im Überblick.

1. Trend: Cargobike und Familienfahrrad

Das Fahrrad kann viel mehr, als eine Person umweltfreundlich von A nach B zu transportieren. Das beweisen die Innovationen im boomenden Cargobike-Bereich. Eine besonders schlaue Lösung bietet der Salamander Cycle Stroller des kanadischen Herstellers Wike: Mit ein paar Handgriffen lässt sich das 2250 Euro teure Wunderwerk aus einem Familienfahrrad in einen Kinderwagen verwandeln.

Multifunktional einsetzbar ist auch das mehrfach ausgezeichnete Muli des deutschen Start-ups Muli-Cycles, das bis zu 70 Kilogramm in einem praktisch zusammenklappbaren Korb zuladen kann. In dem kann man locker einen Kindersitz genauso wie einen Bierkasten oder einen Einkaufskorb unterbringen. Größere Cargobikes können sogar Mülltonnen transportieren oder als Basisstation für Handwerker oder Pflegedienste agieren. „Mindestens 50 Prozent der Transporte in der Stadt könnten umweltfreundlich mit Lastenfahrrädern abgewickelt werden. Dass es auch für Familien die bessere Alternative sein kann, zeigt das Thema Kopenhagen. Dort haben 25 Prozent der Familien ein Cargobike“, sagt Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC.

2. Costumized Bike: Das individuell angepasste Fahrrad

Das perfekte Fahrrad mit der richtigen Rahmengröße für jeden Menschen zu finden, ist ein großer Mehrwert, den sowohl stationäre als auch Onlinehändler ihren Kunden anbieten. Die innovative Technik dazu bietet zum Beispiel das Smartfit-System der deutschen Firma Radlabor. Die stationären Geräte gibt es ab 990 Euro plus Zahlungen für eine Softwarelizenz.

Mittels eines Bodyscans wird die perfekte Sitzposition und die Rahmengröße für jedes Körpermaß ermittelt. Anschließend kann dann aus einer Raddatenbank mit über 100 Marken das individuell perfekte Bike ausgewählt werden. Für E-Commerce bietet sich das Online Tool an. „Diese sehr nützliche Vermessungs-Software bezieht alle relevanten Komponenten mit ein. Dank einer großen Geometrie-Datenbank echter Messwerte werden dann die verschiedenen Optionen für die jeweiligen Fahrradmodelle gezeigt“, heißt es in einer Bewertung der Eurobike-Show.

3. Smarte Gadgets: Digitalisierung und Sonnenbrille mit Rückspiegel

Die Digitalisierung ist ein Megatrend, der natürlich auch in der Fahrrad-Branche spürbar ist. Zu den neuesten Innovationen gehören Helme, die über Bluetooth mit dem Navigationsgerät vernetzt sind und mit denen man über Intercom mit Mitradlern kommunizieren kann. Beim X1 der Firma Sena können sich zum Beispiel bis zu vier Personen miteinander verbinden, außerdem haben die smarten Helme eine Kamera. Auch über den Reifendruck kann man sich permanent via Smartphone-App informieren: Dafür sorgen Tyrewiz-Sensoren (2 kosten 259 Euro) der US-Firma Quarq, die einfach über das Ventil geschraubt werden.

Eine spannende Entwicklung bietet ein norwegisches Start-up an: Eine Brille mit integriertem Rückspiegel, genannt TriEye-Brille. Eine längst überfällige Erfindung – so muss man sich während des Radelns nicht mehr umdrehen, gerade wenn man seine Kinder dabei hat. Und schließlich fährt man ja auch im Auto nicht ohne Rückspiegel.

4. Technische Neuerungen: Elektro-Trend erobert auch das Rennrad

E-Bikes und E-Mountainbikes sind längst im Mainstream angekommen. Doch der Elektrifizierungs-Trend erreicht wegen technischer Neuerungen und einem schlankeren Design nun verstärkt die Rennräder, obwohl die Meinungen darüber unter den Kunden sehr geteilt sind. Große Hersteller wie Focus, Pinarello, Cube oder Bianchi haben Rennräder mit dem neuen, abnehmbaren Fazua-Motor (nur 3,3 kg inclusive Akku!) vorgestellt.

Dass das Elektro-Doping auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen sein muss, beweist auch das Cento1 Hybrid der italienischen Firma Wilier Triestina. Akku und Motor sind geschickt versteckt, das ab 4500 Euro erhältliche Modell wiegt nicht einmal 12 Kilogramm.

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Lars Becker
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