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Drei Kletterlegenden in Lawine ums Leben gekommen

So trauert die Welt um David Lama, Hansjörg Auer und Jess Roskelley

Mit den beiden österreichischen Kletterern David Lama und Hansjörg Auer verliert die Welt zwei der herausragendsten Alpinisten, die sie je gesehen hat. Auch ihr amerikanischer Begleiter Jess Roskelley war ein Ausnahmetalent und gehörte zu den besten internationalen Kletterern.

Die drei Athleten verunglückten am 16.04.2019 auf einer Tour in den kanadischen Rocky Mountains, als sie eine Lawine erfasste. Am Ostersonntag konnten die Leichen geborgen werden. Die Outdoor-Community reagierte geschockt auf den tragischen Unfall der Kletter-Pioniere.

Die drei internationalen Kletterstars Hansjörg Auer, David Lama und Jess Roskelley (v.r.n.l.).
Die drei internationalen Kletterstars Hansjörg Auer, David Lama und Jess Roskelley (v.r.n.l.).

Das Ausnahmetalent David Lama

David Lama galt schon früh als Wunderkind des Kletterns. Bereits mit fünf Jahren wurde er von Peter Habeler in einer Kletterhalle entdeckt. 2004 und 2005 folgten die ersten Erfolge als Jugend-Weltmeister. Im Jahr darauf gewann er mit 16 als jüngster Weltcupsieger überhaupt einen Vorstieg- und Boulder-Weltcup in einer Saison. 

Später zog es ihn raus aus den Kletterhallen in die freie Natur. 2012 gelang ihm mit Peter Ortner die erste freie Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre in Patagonien. Und erst vergangenen Oktober gelang Lama die Solo-Erstbesteigung des 6895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal. 

David Lama war 28 Jahre alt, als er zu seiner letzten Tour in den Rocky Mountains aufbrach.

Auf seiner offiziellen Website veröffentlichten seine Eltern am Freitag ein Statement: „David lebte für die Berge und seine Leidenschaft für das Klettern und Bergsteigen hat uns als Familie geprägt und begleitet. Er folgte stets seinem Weg und lebte seinen Traum. Das nun Geschehene werden wir als Teil davon akzeptieren.“

Der Macher Hansjörg Auer

Auch Hansjörg Auer zählte zu den talentiertesten Kletterern der Welt. Er war einer, der einfach machte und stets seine Grenzen austestete. Mit seiner Free-Solo-Begehung der 37 Seillängen des „Wegs durch den Fisch“ an der Marmolata-Südwand in den italienischen Dolomiten wurde er 2007 weltweit bekannt. Im selben Jahr veröffentlichte Auer sein erstes Buch „Südwand“. Dort beschreibt er seinen Weg vom Kletterer aus Umhausen zum Spitzenalpinisten.

Erst Anfang 2018 ging ein GoPro-Video von ihm durch die Kletterszene, in dem er sich mangels anderer Rückzugsmöglichkeiten an einer lächerlich kleinen Felsnase abseilt. Zu seinen großen Vorbildern zählte der Pionier Reinhold Messner.

Freunde und Familie trauern um den Verlust des großen österreichischen Kletterers.

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"Climbing and mountaineering on the borderline of possible is a game – a risky game… but one that I cannot live without. The game is simple, the rules always the same. The present moment counts for everything. I want to do things that push me. With all my heart or not at all. The more intense it is, the more enriching it is, and the stronger the feeling that I am heading in the right direction. I do however begin to ponder. Especially when I am injured or after a close call. I think about my friends. I think about what it would be like if one day I didn’t return, if I had to pay the price for the mountains. And yet I cannot resist to take on the challenge time after time. I will never stop searching because what I find fascinates me every time I head out.“ Thank you to all for your kind words. Our thoughts are with the families and friends of David and Jess. Family and Friends of Hansjörg. • "Klettern und Bergsteigen im Grenzbereich ist kein Spiel ohne Risiko – aber eines ohne das ich nicht leben kann. Das Spiel ist relativ einfach, die Regeln sind immer die gleichen. Das einzige was zählt ist der Moment. Ich will etwas tun, das mich fordert. Ganz oder gar nicht. Je intensiver, umso mehr bekomme ich retour und umso mehr spüre ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Aber manchmal beginne ich dann doch nachzudenken. Besonders wenn ich verletzt bin oder wenn es wieder einmal knapp hergegangen ist. Ich denke an meine Freunde, Ich denke daran wie es wäre, wenn ich einmal nicht mehr zurück käme, wenn ich den Preis für die Berge bezahlen müsste. Und doch kann ich es dann nicht lassen, mich der Herausforderung das eine ums andere Mal zu stellen. Ich werde nie aufhören zu suchen, weil das was ich finde mich jedes Mal aufs Neue fasziniert.“ Vielen Dank für die vielen positiven Worte. Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden von David und Jess. Familie und Freunde von Hansjörg. ▲ Thoughts by Hansjörg Auer - 2015 • Gedanken von Hansjörg Auer aus dem Jahr 2015

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Jess Roskelley: Einer der jüngsten Amerikaner auf dem Mount Everest

Ihr amerikanischer Begleiter Jess Roskelley gehörte ebenfalls zu den Größen in der Kletter-Community. Mit gerade einmal 20 Jahren bestieg er 2003 gemeinsam mit seinem Vater den Mount Everest. Zu dieser Zeit war er der jüngste Amerikaner auf dem höchsten Gipfel der Welt. 

Mit der Bekanntgabe des Funds der Leichen am Ostersonntag war klar, dass die internationale Klettergemeinde drei ihrer Spitzen-Kletterer verloren hatte. Der Verlust löste weltweit große Trauer und entsetze Reaktionen aus.

Reinhold Messner trauert um die Klettergrößen

Der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte Messner, er habe Lama und Auer persönlich gekannt. Vor allem David Lama habe seine „Kletterkunst in große Dimensionen getragen“ und zudem über eine „starke Ausstrahlung" verfügt. Mit Hansjörg Auer stand Messner in noch engerem Kontakt. Er sei "in jeder Disziplin absolute Weltspitze“ gewesen, so der Alpinistenpionier.

Der Tod der beiden machte Messner nachdenklich. Von den Weltbesten, die sich in diesem Bereich bewegen, komme die Hälfte ums Leben – dies sei schon immer so gewesen.

„Bergsteigen in dieser Dimension ist faszinierend. Aber es ist auch schwer zu vertreten“, so Messner.

Peter Habeler: „Es ist schwer zu verstehen, dass so gute Leute am Berg umkommen“

In einem Interview mit der APA äußerte sich auch Peter Habeler, der einst mit Reinhold Messner die Erstbesteigung des Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff gelungen war: David war ein sehr guter Freund von mir, er war menschlich toll und humorig. Ich habe mit ihm zu meinem 75. Geburtstag den Eiger machen dürfen. Da geht ja auch nicht jeder mit. Er war in Hochform. Es war toll ihm zuzuschauen, wie er sich so behände und flink am großteils vereisten Fels bewegte. Ich bin in Schockstarre. Aber was soll man machen?

Weiter sagte Habeler: Unvernünftig waren weder David noch Hansjörg. Sie haben immer alles ausbaldowert und waren umsichtig. Es ist schwer zu verstehen, dass so gute Leute am Berg umkommen. Aber es passiert immer wieder. Man kann ihnen keinen Vorwurf machen, weil beide umdrehen konnten, wenn es zu gefährlich wurde. Das haben sie auch immer wieder getan. Diesmal ist es nicht gelungen.

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