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Produktion von Krankenhaus-Ausrüstung statt Sportartikeln

Portugals Textilbranche unterstützt Kampf gegen Coronavirus

Portugals Sportartikel- und Textilindustrie beteiligt sich aktiv am Kampf gegen das Coronavirus. In einer koordinierten Kampagne beliefern Textilhersteller nun Krankenhäuser mit dringend benötigter Ausrüstung.

Portugiesische Hersteller auf der ISPO Munich.
Portugiesische Hersteller auf der ISPO Munich.

Auch Portugal bleibt vor dem Coronavirus nicht verschont. Das westlichste Land der EU verzeichnet über 2300 Coronavirus-Fälle und 33 Tote.

Die portugiesische Textilindustrie, darunter viele Aussteller der ISPO Munich und OutDoor by ISPO, hat nun eine Initiative im Kampf gegen die Coronakrise ins Leben gerufen, um Krankenhäuser und Praxen mit textiler Ausrüstung für ihren Einsatz zu unterstützen.

Der Textilverband ATP organisiert gemeinsam mit dem Technologiezentrum Citeve eine Plattform der portugiesischen Textilindustrie, um dem Aufruf des Gesundheitsministeriums nach Textilausrüstung für Krankenhäuser nachzukommen. Mehrere Bekleidungshersteller aus Nordportugal haben sich spontan angeboten, ihre Mode-Produktion auf Schutzmasken und Schutzkleidung umzustellen. Eine Herausforderung stellt dabei der Einkauf geeigneter Stoffe dar, die normalerweise aus Indien oder China importiert werden.

„Das größte Problem ist die Rohstoffknappheit“

Die vertikale Struktur der portugiesischen Textilindustrie ermöglicht es jedoch, diese Stoffe direkt vor Ort zu entwickeln – in Kooperation mit Spinnereien und Stoffwebereien. Das Forschungsinstitut Citeve als Technologiepartner führt aktuell verschiedene Materialtests durch, um den hohen technischen und medizinischen Anforderungen an die Produkte gerecht zu werden. Die ersten Krankenhauskittel wurden bereits vergangenen Freitag an ein nordportugiesisches Krankenhaus geliefert.

„Wir haben viel Unterstützung von den Unternehmen erhalten, viele sogar ohne Erfahrung in der Herstellung dieser Geräte. Das größte Problem ist die Rohstoffknappheit, und deshalb haben wir die ganze Woche lang die Materialien untersucht, die die technischen Anforderungen erfüllen können, und technische Unterlagen vorbereitet, um Unternehmen für die Herstellung von Produktionslinien zu beliefern“, erklärt Braz Costa, Geschäftsführer von Citeve.

Portugiesische Textilbranche als Aushängeschild

Auf der ISPO Munich nahmen in diesem Jahr 40 portugiesische Firmen teil, vor allem aus der Textil- und Sportmodebranche.

Der Textilverband organisiert seit mehr als zehn Jahren über seine Agentur Selectiva Moda und gemeinsam mit dem Technologiepartner Citeve zwei portugiesische Gemeinschaftsstände auf der ISPO Munich. Im Forum ISPO Textrends wurden dieses Jahr 24 portugiesische Stoffmuster prämiert.

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