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Tipps für deinen klimafreundlichen Wintersport

LISTICLE | 21.01.2022
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Wintersport hat in vielen Fällen einen enormen Einfluss auf unser Klima – vor allem auf der Skipiste ist er emissions- und energieintensiv. Auch die Anreise erfolgt in den seltensten Fällen klimaneutral. Trotzdem: Mit etwas Offenheit für Neues und einem bewussten Konsum- und Reiseverhalten kannst du viel bewirken.

Fährst du Ski oder Snowboard und magst Abfahrten auf dem Schlitten? Du verbringst den Winter am liebsten im Schnee? Dann reist du wahrscheinlich regelmäßig in Bergregionen und genießt die verschneite Landschaft, die Sonne und die frische Luft. Der Einfluss von Wintersportarten aufs Klima variiert stark –   je nach Bedarf und Auswahl der Ausrüstung beispielsweise. Sportarten wie Langlauf, Schneeschuh-, Ski- und Splitboardtouren benötigen weniger Energie als die Benutzung einer Bergbahn oder eines Eisfelds. Wir haben für dich 7 Tipps für deinen klimafreundlichen Wintersport.

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Umweltfreundliche Skigebiete und Regionen besuchen

Am besten ist natürlich, eine möglichst schneesichere Region zu besuchen, weil dort auf den Einsatz von Schneekanonen verzichtet werden kann. Aber auch neue Skigebiete und Baumaßnahmen sind aus ökologischer Sicht umstritten, sagt der Deutsche Alpenverein. Wie erkennt ihr noch nachhaltige Skigebiete? Nicht nur der Verzicht auf künstlich präparierte Pisten gehört dazu, sondern auch eine gute Anbindung an den ÖPNV und dass regenerative Energien genutzt werden. In diversen Ländern schließen sich auch Ferienorte zusammen, um Nachhaltigkeitsaspekte zu standardisieren, wie zum Beispiel die „Alpine Pearls“. Und es gibt Hotels und Unterkünfte, die sich zu Energie- und Wassereinsparungen und Abfallvermeidung verpflichtet haben. Sie lassen sich von unabhängigen Institutionen überprüfen und erhalten ein Siegel – laut WWF zum Beispiel das Deutsche Zertifikat Viabono, TourCert oder das Österreichische Umweltzeichen, das Schweizer Label „ibex fairstay” oder die Blaue Schwalbe.

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Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Wenn du die Bahn oder den Bus deinem Auto vorziehst, ist das gut fürs Klima. Damit sparst du im Vergleich zum privaten Auto bis zu 70 Prozent an CO2-Emissionen bei gleicher Strecke ein. Deine Anreise auf die Piste und wieder nach Hause macht einen großen Teil der Emissionen eines Wintersporttages aus. Am besten wählst du für Wochenendtrips ein Skigebiet in deiner Nähe. Fährst du trotzdem mit dem Auto, bilde eine Fahrgemeinschaft. Für einen längeren Winterurlaub gibt es auch preiswerte Gepäcktransportdienste, die deine Ausrüstung bequem an deinen Zielort bringen – und zurück. Und du reist einfach gemütlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Teilen oder mieten statt kaufen

Vielleicht hast du noch nicht daran gedacht, aber Ausrüstungsgegenstände lassen sich teilen. Wenn du dich mit Gleichgesinnten verbündest, findest du sicher Möglichkeiten. Frag bei Freund*innen und Bekannten nach und informiere dich über Sharing-Plattformen. Ebenfalls umweltbewusst: gebrauchte Ausrüstung zu kaufen, beispielsweise bei lokalen Wintersport-Flohmärkten.

Außerdem: Viele Wintersportgeräte können ausgeliehen werden, anstatt sie zu kaufen. Das lohnt sich speziell dann, wenn du sie nur selten benutzt. Ein weiterer Vorteil: Du bekommst immer ein neues, gut gewartetes Modell. Vielfach bieten Sportgeschäfte vor Ort diesen Miet-Service an. Diese Maßnahmen senken nicht nur deinen CO2-Fußabdruck, sondern mieten reduziert auch dein Gepäckvolumen.

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Esse vegetarisch

Wie wäre es mit einer vegetarischen Brotzeit auf dem Gipfel oder einer Gemüse-Nudel-Pfanne auf der Skihütte? Vielleicht auch ein veganer Müsliriegel aus Beeren und Nüssen für zwischendurch? Vegetarische Ernährung ist nicht nur gesund und gut für deine Leistungsfähigkeit, sondern vor allem sehr klimafreundlich. Energieriegel lassen sich auch leicht selbst herstellen. So weißt du noch besser, was drinsteckt.

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Respektiere Lebensräume von Wildtieren

Wenn du abseits der Piste unterwegs bist, solltest du dich nicht nur mit der Schnee- und Lawinenkunde gut auskennen. Informiere dich auch über Schutz- und Wildruhezonen – und respektiere die Lebensräume von Tieren. 

Nimm deinen Müll unbedingt wieder mit, das gilt auch für Kaugummi. Im Schnee liegen gelassener Abfall taucht nämlich spätestens im Frühling wieder auf. Das hat negative Folgen für die Umwelt und verunreinigt Böden, Pflanzen und Gewässer. Außerdem können diese Materialien nicht in Stoffkreisläufe zurückgeführt und somit nicht recycelt werden.

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Neue Technologien nutzen

Schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Müll klassische Skitickets produzieren? Auch wenn in vielen Skigebieten ein Pfandsystem die Rückgabe der Karten gewährleisten soll, oder die Skipässe aus plastikfreiem Papier hergestellt sind – Müll entsteht trotzdem. Die Lösung könnte eine neue Technologie von Skidata sein: Das Smartphone ersetzt die Keycard. Einfach online Skipass kaufen, einmal aktivieren und via Bluetooth heißt es freie Fahrt. Das Handy kann dabei in der Tasche bleiben. Skidata erwartet nach eigenen Angaben, dass sich in den nächsten drei bis fünf Jahren immer mehr Bergbahn-Betreiber für diese digitale Alternative zum klassischen Skipass interessieren werden. Noch sind es nämlich nur wenige Skigebiete, die auf diese Technologie setzen.

Das wichtigste Branchentreffen des Jahres – zum perfekten Zeitpunkt. Nutze den 12. bis 14. Juni, um deine Partner und Kollegen zu treffen und verschaffe dir einen umfassenden Marktüberblick.
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Nachhaltig produzierte Ski-Artikel kaufen

Die Snowboardmarke Nitro setzt schon lange auf nachhaltige Produkte.

Immer mehr deutsche Sport-Unternehmen machen sich Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit, und wie sie klimaneutraler produzieren können. Dies betrifft auch die Wintersport-Branche. Zwei große Themen sind hier – wie in anderen Branchen ähnlich – Mikroplastik und Klebstoffe. Aber auch die Verwendung neuer Materialien, zum Beispiel FSC-zertifiziertes Holz für Ski, rückt stärker in den Fokus. Obwohl Nachhaltigkeitsaspekte derzeit im Bereich Bekleidung eine deutlich größere Rolle spielen, auch die Hardware-Hersteller sind gefordert nachzuziehen. Deshalb vorab informieren, wie das gewünschte Produkt hergestellt wird.

Was du sonst noch tun kannst? Hier geht’s zum myclimate Klimabooklet

Quelle: myclimate Klimabooklet, igsu.ch

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