Autor:
Sina Horsthemke

Leidenschaft fürs Laufen

15 Dinge, an denen du erkennst, dass du ein enthusiastischer Läufer bist

Beinahe jeder war schon mal joggen. Doch es ist ein Unterschied, ob jemand mürrisch vor sich hintrabt oder wirklich für das Laufen brennt. Bist du ein leidenschaftlicher Läufer? Diese 15 Dinge verraten es.

Auch die beste Kondition reicht nicht aus, wenn es mental nicht stimmt.
15 Anzeichen für echte Leidenschaft fürs Laufen

Du glaubst, du bist ein leidenschaftlicher Läufer, weil du in Laufschuhen gern mal eine Runde um den Block joggst? Möglicherweise stimmt das. Um ganz sicherzugehen, mach den Test: An diesen 15 – nicht immer ganz ernst gemeinten – Dingen erkennst du, wie groß dein Enthusiasmus beim Joggen wirklich ist.

Du bist ein leidenschaftlicher Läufer, wenn ...

1. … Nachbarn dich sonntags mit einer Brötchentüte in der Hand joggen sehen.

Während andere noch schlafen, schlüpfen leidenschaftliche Läufer am frühen Sonntagmorgen in die Laufschuhe, um den freien Tag mit einem „Nüchternlauf“ zu starten. Ohne Frühstück und mit knurrendem Magen nehmen sie eine größere Runde in Angriff, um ihren Fettstoffwechsel zu trainieren.

Am Ende ein Stopp beim Bäcker, dann geht es die letzten Meter mit der Papiertüte in der verschwitzten Hand nach Hause. Die Brötchen besänftigen die wartende Familie und füllen die leeren Kohlenhydratspeicher wieder auf.

2. … du dich an Geburtstagen mit einer 0 oder einer 5 am Ende freust, dass du wieder ein Jahr älter geworden bist.

Wer 30, 45, 60 oder 75 wird, rutscht bei Laufwettkämpfen in die nächsthöhere Altersklasse, wo er dann die nächsten fünf Jahre verbringen wird. Die „Neuen“ sind erstmal die Jüngsten – und haben damit gegenüber den Älteren einen Vorteil. Mit 44 ist der Verfall schließlich größer als mit 40, oder?

3. … deine Oma sagt, du musst mehr essen.

Großmütter, die dem Enkel zur Begrüßung nicht in Pausbacken kneifen können, sondern am Wangenknochen abrutschen, reagieren mitunter besorgt: „Kind, isst du denn auch genug?“ Für ambitionierte Läufer in der Wettkampfsaison das beste Kompliment überhaupt!

4. … du dir schon mal Pflaster auf die Brustwarzen geklebt hast.

Nein, die beiden blutroten Flecken rechts und links auf den Trikots der männlichen Marathonläufer sehen nicht aus wie Blut. Sie sind Blut! Scheuert ein Shirt 42,195 Kilometer lang die Nippel eines Mannes auf und ab, ist davon im Ziel nicht mehr viel übrig. Wem das einmal passiert ist, der wird nie wieder ohne Pflaster laufen. Keine Sorge: Das Abziehen tut nicht mal halb so weh wie eine wunde Brustwarze.

5. … dein Orthopäde dich mit deinem Vornamen begrüßt.

„Na, was tut uns heute weh? Schon wieder das Knie? Oder diesmal die andere Achillessehne? Ach, das Schienbein schmerzt? Na, das schauen wir uns doch mal an.“ Es gibt wohl keinen Orthopäden, der nicht schon Läufer behandelt hätte. Die fragen nach der Diagnose meistens als Erstes: „Wann darf ich wieder laufen?

6. … du bei „Lauf-ABC“ nicht an Buchstaben denkst.

Skippings, Sprunglauf, Ausfallschritte, Anfersen, Prellhopser, Seitsprünge – leidenschaftliche Läufer wissen nicht nur, was das ist, sondern können alle Übungen sauber vorturnen, ohne Muskelkater zu bekommen. Das Lauf-ABC ist kein Alphabet, sondern eine Sammlung an Technikübungen. Wer sie regelmäßig ins Training einbaut, wird kraftsparender, leichtfüßiger, schneller und garantiert schöner laufen.

Cindy Haase bloggt auf runfurther.de über das Laufen.
Die Übungen des Lauf-ABC verbessern die Performance bei Laufeinheiten

7. … du zu Hause Sicherheitsnadeln in Viererpacks bevorratest.

Die ganz kleinen Nadeln sind am besten, um sich eine Startnummer auf die Brust zu pinnen. Eleganter und schonender fürs Shirt ist ein Startnummernband, das allerdings schnell nervt, wenn die Nummer daran immer wieder auf den Rücken rutscht. Leidenschaftliche Läufer haben nicht nur Sicherheitsnadeln oder Startnummernband, sondern wissen sogar, in welcher Schublade beides liegt.

8. … du den Namen Haile Gebrselassie buchstabieren kannst.

Der äthiopische Langstreckenläufer ist eine Legende. Zwei Goldmedaillen gewann er bei Olympischen Spielen, vier bei Weltmeisterschaften. Die 10-Kilometer-Bestzeit des 47-Jährigen liegt bei 26:22 Minuten, Marathon lief er in 2:03:59 Stunden. Fans erkannten ihn schon von weitem an der etwas merkwürdigen Haltung des linken Arms. Die begründete er mit seinem zehn Kilometer langen Schulweg – auf dem er mit links die Bücher trug. Aber wie war noch mal der Name?

9. ... du schon einmal Treppen rückwärts heruntergegangen bist, weil es vorwärts nicht ging.

Du glaubst, ein Marathon sei die Hölle? Da irrst du dich: Die zwei Tage danach sind es. Schon das Aufstehen fällt schwer, das Anziehen erfolgt im Sitzen, auf die Toilette lässt man sich einfach fallen. Wer schlau war, arbeitet nach einem Marathon im Homeoffice oder hat sich – noch besser – freigenommen und kann einfach vorsichtig zwischen Bett und Kühlschrank hin- und herschleichen. Weniger erfahrene – aber nicht weniger leidenschaftliche – Läufer müssen am Tag nach dem Marathon-Finish zur Arbeit und womöglich eine Treppe hinunter. Versuch es gar nicht erst – geh direkt rückwärts, es hilft, versprochen!

10. … du all deine Kopfrechenfähigkeiten beim Laufen gelernt hast.

Leidenschaftliche Läufer können Kilometer in Sekunden und 400-Meter-Zwischenzeiten in Geschwindigkeit umrechnen – sogar während des Laufens. Sie wissen, was es bedeutet, „fünf Minuten sieben pro Kilometer“ zu laufen und können daraus ihre Halbmarathon-Zielzeit berechnen. Verpassen sie ihre Bestzeit um nur eine Sekunde, ärgern sie sich, dagegen kann „eine Sekunde pro Kilometer“ bei einem Marathon durchaus eine neue Bestzeit bewirken.

11. … du eine Stirnlampe besitzt und sie auch benutzt.

Leidenschaftliche Läufer laufen bei jedem Wetter. Sie schnüren die Laufschuhe, wenn es draußen regnet oder seit drei Tagen schneit. Bei Sturm bleiben sie nicht zu Hause, sondern ziehen eben eine Windjacke drüber, bei sengender Sonne kommt der Trinkgürtel mit und auf die Arme Sonnencreme. Und bei Dunkelheit? Kann man auch laufen – am besten mit einer um den Kopf gezurrten Lampe.

Laufen bei Dunkelheit? Mit der richtigen Ausrüstung kein Problem.
Laufen bei Dunkelheit? Mit der richtigen Ausrüstung kein Problem.

12. … du weißt, dass nach GA1 und GA2 nicht GA3 kommt.

GA1 steht für „Grundlagenausdauer 1“ und bezeichnet einen Trainingsbereich, in dem der Puls nicht auf Hochtouren läuft. Im GA1-Bereich zu joggen bedeutet, sich ohne Probleme unterhalten zu können. Wer nur noch Zweiwortsätze rauskriegt, läuft vermutlich schon im GA2-Bereich, der nächsthöheren Stufe. Und wer sprintet, rennt GA3? Falsch! GA3 gibt es nicht. Wer schneller rennt als GA1 und GA2, trainiert den EB oder die WSA, den Entwicklungsbereich oder die „wettkampfspezifische Ausdauer“. Geredet werden kann da nicht mehr.

13. … du vor einem wichtigen Tag einen Berg Nudeln isst.

Woran erkennt man, dass morgen der große Tag eines Läufers ist? Auf seinem Herd blubbert am Abend ein riesiger Topf mit Nudeln, von denen eine ganze Familie satt werden könnte. Der Läufer isst sie alle allein – mit fettarmer Sauce und einem Hauch Parmesan, dazu gibt’s alkoholfreies Weizenbier. Er isst Nudeln, bis er keine mehr sehen kann, und dann noch einen Teller mehr.

Sein Ziel sind bis zum Bersten volle Kohlenhydratspeicher in den Laufmuskeln. Denn am folgenden Tag fällt der Startschuss zum Saisonhighlight: einem Zehn-Kilometer-Lauf, einem Halbmarathon oder gar einem Marathon. Die Nudeln sollen’s richten und vor dem Mann mit dem Hammer (siehe unten) schützen.

14. … du den Mann mit dem Hammer kennst.

Der steht ungefähr ab Kilometer 30 an jeder Marathonstrecke und schlägt dort erbarmungslos zu. Läufer, die eben noch leichtfüßig im Runner’s High rannten, schlurfen nach seinem vernichtenden Schlag mit leerem Blick dahin, gieren nach einem Schluck Cola oder dehnen im Liegen die krampfenden Waden. Bestzeiten-Träume, die eben noch realistisch waren, zerplatzen beim Mann mit dem Hammer wie Seifenblasen auf dem Asphalt. Wer den Hammer abbekommt, hat vorher ordentlich Gas gegeben, sich in seiner Euphorie verschätzt und hoffentlich keinen allzu weiten Weg mehr vor sich.

15. … du bis hierher gelesen hast.

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Sina Horsthemke
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