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Serie 30 Mal ISPO Brandnew: Robby Naish – vom Weltmeister zur Marke

Naish Kites – mit ISPO Brandnew an die Spitze des Surf Business

Windsurfen wurde Robby Naish in die Wiege gelegt. Mit 13 Jahren wurde er 1976 zum ersten Mal Weltmeister, und bereits in seiner Jugend entwickelte er gemeinsam mit Vater Rick eigene Boards in der heimischen Garage. Heute macht Naishs Firmengruppe 30 Millionen Dollar Umsatz. Eine Entwicklung, zu der laut Robby Naish auch der Gewinn bei ISPO Brandnew 2000 einen entscheidenden Beitrag leistete. Lesen Sie den Auftakt der Serie über 30 Mal ISPO Brandnew. 

Robby Naish wurde mit Naish Kites im Jahr 2000 zum ersten ISPO Brandnew Overall Winner gewählt.
Robby Naish wurde mit Naish Kites im Jahr 2000 zum ersten ISPO Brandnew Overall Winner gewählt.

Robert Staunton Naish, besser bekannt als Robby Naish, kann auf insgesamt 24 Weltmeistertitel zurückblicken. Erfolg hat der heute 54-Jährige aber nicht nur als Windsurfer. Seit Jahren spielt er mit seiner Firma Naish ganz oben im internationalen Surfsport-Business mit.

Begonnen hatte dabei alles mit den Brettern, die sein Vater Rick zu Hause auf Hawaii selbst entwickelte und baute. Bald wurden Robby und sein Bruder Randy, ebenfalls begeisterter Surfer, Teil der Garagenproduktion. Da Robby seine ersten Titel auf den handgemachten Boards gewann, wurden schnell andere Surfer und etablierte Hersteller auf das Material aufmerksam.

Von der Shaper-Werkstatt zum Unternehmen

Nachdem 1978 Mistral Windsurfing Vater Rick als freien Designer engagiert hatte, entwickelte die Familie Naish schnell eine Geschäftsidee nach der anderen. Während Robby regelmäßig weiterhin Weltmeistertitel nach Hause brachte, zog die Produktion 1979 aus der Garage in eine Werkstatthalle, um der wachsenden Nachfrage nachzukommen, und firmierte zu Naish Hawaii Ltd.

Mutter Carol begann währenddessen mit der internationalen Vermarktung von „Windsurfari“-Reisen nach Hawaii. Aufgrund des hohen Interesses an Naish-Produkten folgte 1982 der Naish Retail Shop in Kailua auf Oahu, in dem neben eigenen Boards und T-Shirts auch aus Europa importierte Windsurfartikel verkauft wurden.

Robby wurde währenddessen immer erfolgreicher und dominierte den Sport wie kein anderer, was ihn für Mistral, die Firma, für die Vater Rick Boards designte, zu einem wertvollen Aushängeschild machte.

Bei Mistral traf Robby 1994 Andy Church, den Direktor für Sport Promotion. Aufgrund ihres guten Verhältnisses bot Robby Andy 1998 an, nach Maui zu ziehen, um das internationale Team seiner mit Don Montague, Pete Cabrinha und Dan Kaseler neu gegründeten Firma Naish Sails zu unterstützen.



Neue Trends, neue Sportarten: Der Siegeszug des Kiteboardens

Robby Naish war schon immer begeisterter Surfer, doch seine Leidenschaft galt seit jeher auch der perfekten Ausrüstung. Als das Kiteboarden in den 1990er Jahren gerade einmal in den Kinderschuhen steckte, war Robby Naish einer der ersten Profis, die das Segel gegen den Schirm tauschten.

Er fand den Sport faszinierend, da er ihm neue Möglichkeiten auf dem Wasser eröffnete: Windsurfen mit Elementen aus dem Wakeboarden, Skaten, Snowboarden und Paragliden. Konsequenterweise widmete sich auch sein junge Firma dem neuen Trend. Robby Naish und sein damaliger Entwicklungschef Don Montague hatten sich 1998 eine Lizenz von den Brüdern Dominique und Bruno Legaignoux aus Frankreich gesichert, die die aufblasbare Fronttube erfunden und gemeinsam mit Neil Pryde produziert hatten. Im Gegenzug erhielten die Legaignouxs eine Designsoftware von Montague, die eine schnellere Entwicklung ermöglichte.

1999, das gleiche Jahr, in dem Andy Church schließlich zu Naish Sails stieß, verkaufte Naish bereits die ersten aufblasbaren Naish Kites – die Geburtsstunde der gleichnamigen Marke.

Die Kites von damals sind heute immer noch populär
Die Kites von damals sind heute immer noch populär

ISPO Brandnew: Der erste Overall Winner

Im Jahr 2000 rief die ISPO in München zum ersten Mal zum Start-Up Wettbewerb ISPO Brandnew auf und Naish Kites wurde auf der Sommermesse als erste Firma zum Overall Winner gekürt. Schon damals war klar: ISPO Brandnew zieht das Interesse der Medien und des Einzelhandels auf sich. Naish sah den Jungunternehmerwettbewerb zunächst als Türöffner für den wichtigen deutschen Markt, wurde jedoch schnell mit Anfragen aus ganz Europa konfrontiert.

Rückblickend gibt er zu, dass er dies weder erwartet, noch viel dafür getan hatte: „Unsere Vorbereitungen auf die ISPO waren ziemlich dürftig. Wir sind einfach mit ein paar Kites im Gepäck nach München gefahren. Heute sind wir deutlich professioneller.“ Die mitgebrachten Kites hatten gerade erst die Prototypenphase hinter sich gelassen, doch ihre Performance wurde in der noch kleinen Szene bereits hochgelobt.

Durch ISPO Brandnew erfuhr eine breitere Zielgruppe von dem neuen Sport. Mit dem Namen Robby Naish an der Spitze und dem medial attraktiven und spektakulären Sport Kitesurfen als Zugpferd, profitierte nicht nur Naish Kites von dem Award-Gewinn. Auch ISPO Brandnew wurde über Nacht zu einem begehrten Forum für zahlreiche Startups der Sportbranche, denn selten zuvor hatte ein einziger prominenter Messeauftritt gereicht, um einen neuen Trendsport zu etablieren. Dank hochqualitativer Produkte und dem Overall Award in der Tasche waren Naish Kites ganz vorne mit dabei.

Robby Naish sitzt in der Jury zu ISPO Brandnew 2018
Der Head of ISPO Brandnew und der erste Overall Winner, natürlich mit Surfergruß: Markus Hefter, links neben Surf-Legende Robby Naish, erinnert an die Anfänge des weltweit größten Start-up-Wettbewerbs im Sportbusiness. 2018 gehört Robby Naish zur Jury von ISPO Brandnew.
Der Head of ISPO Brandnew und der erste Overall Winner, natürlich mit Surfergruß: Markus Hefter, links neben Surf-Legende Robby Naish, erinnert an die Anfänge des weltweit größten Start-up-Wettbewerbs im Sportbusiness. 2018 gehört Robby Naish zur Jury von ISPO Brandnew.

„Unbezahlbarer Vorsprung gegenüber Konkurrenz – dank ISPO Brandnew“

„Die Teilnahme an ISPO Brandnew war vor allem in der Anfangsphase entscheidend für uns“, so Naish. Denn der unverhoffte Erfolg zwang Naish dazu, die internen Strukturen seiner gerade einmal ein Jahr alten Firma völlig neu zu überdenken. „Dank ISPO Brandnew konnten wir uns gegenüber der Konkurrenz einen unbezahlbaren Vorsprung verschaffen“, erklärt er.

Es dauerte ein gutes Jahr, bis Naish Kites reorganisiert war. Ein Kraftakt, der sich lohnen sollte: Ab 2002 gingen die Geschäfte durch die Decke und die Verkäufe steigerten sich die nächsten vier Jahre kontinuierlich. Gleichzeitig veränderte sich das Kiteboarden. Die Wellen wieder mit Hilfe des Winds zu reiten, nachdem Windsurfen fast von der Bildfläche verschwunden war, und dabei eine Akrobatik an den Tag zu legen, die die Welt bisher vom Skate- oder Snowboarden kannte, machte Kiteboarden in nur wenigen Jahren vom Trend zur etablierten Breitensportart.

Robby Naish ist in der Jury von ISPO Brandnew 2018

2018 findet ISPO Brandnew übrigens zum 30. Mal statt. Aus Anlass dieses Jubiläums wird Robby Naish, der erste Overall Winner, bei der Jubiläums-Ausgabe zur Jury von ISPO Brandnew gehören, wie Markus Hefter, Head of ISPO Brandnew, im Interview zur Geschichte von 30 Mal ISPO Brandnew verriet. 

Das Naish Imperium wächst weiter: SUP und Foiling

Es dauerte nach dem Erfolg von Naish Kites als Overall Winner ein gutes Jahr, bis das Unternehmen reorganisiert war. Ein Kraftakt, der sich lohnen sollte: Ab 2002 gingen die Geschäfte durch die Decke und die Verkäufe steigerten sich die nächsten vier Jahre kontinuierlich. Gleichzeitig veränderte sich das Kiteboarden. Die Wellen wieder mit Hilfe des Winds zu reiten, nachdem Windsurfen fast von der Bildfläche verschwunden war, und dabei eine Akrobatik an den Tag zu legen, die die Welt bisher vom Skate- oder Snowboarden kannte, machte Kiteboarden in nur wenigen Jahren vom Trend zur etablierten Breitensportart.

Robby Naish hatte zum Zeitpunkt der ersten ISPO Brandnew Ausgabe bereits drei Weltmeistertitel im Kiten gewonnen. 2001 beendete er seine Karriere als professioneller Wind- und Kitesurfer, um sich mehr seinem Business und seiner Familie zu widmen. Der Vater zweier Töchter ist jedoch seither immer noch regelmäßig auf dem Wasser zu finden – entweder um mit dem Nachwuchs zu arbeiten oder immer wieder neue Trends und Nischen im Surfsport aufzuspüren. So gilt er auch als einer der Pioniere des Stand-Up Paddlings.

Im Gegensatz zum Kitesurfen geht es beim SUP eher um Ruhe, Genuss und Gelassenheit. Bereits vor Jahrhunderten sollen die Menschen auf Hawaii stehend auf Brettern über das Wasser gefahren sein. Robby Naishs Interesse erweckten Anfang der 2000er Jahre hawaiianische Surflehrer, die sich auf ihre langen, breiten Boards stellten, um ihre Schüler zwischen den Wellen besser im Blick zu behalten.

Als Robby 2010 unter den Augen vieler Fans mit dem Paddleboard durch den Hamburger Hafen glitt, war der Siegeszug des Stand-Up Paddlings schließlich auch in Deutschland nicht mehr aufzuhalten. Neben Naish Sails und Nash Kites ließen nun auch die Naish SUP Boards die Kassen klingeln. Doch Robby Naish wäre nicht Robby Naish, wenn er nicht immer weitere Ideen hätte und sein Surfimperium, das mittlerweile über 30 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr macht, weiter ausbauen würde.

Seit einem Jahr ist Foil Boarding der neueste Hype in der Szene. Bessere Stabilität, höhere Geschwindigkeiten, weniger Belastung von Fahrer und Material: Ein Konzept, das bereits im Segelsport erfolgreich eingesetzt wird. Mit Hydrofoils, einem verlängerten Tragflügel unterhalb des Bretts, ausgestattete Boards werden heute für Windsurfer, Kiter und Stand-Up Paddler angeboten – natürlich auch von Naish Foils. Robby Naish ist und bleibt Vollblutsurfer, Vorreiter und Innovator – und damit ohne Zweifel ein würdiger erster Overall Winner von ISPO Brandnew.

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