Joscha Thieringer
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Joscha Thieringer

Trikotsponsoring 2017/2018: FC Bayern, Schalke, BVB haben größte Einnahmen

Bundesliga-Sponsoren: Das sind die 18 Trikotsponsoren der Clubs

Die Bundesliga-Clubs und ihre Sponsoren: In keiner anderen Liga in Deutschland lässt sich mit Sponsoring mehr Geld verdienen als in der Fußball-Bundesliga. Trikot-Werbung bringt den 18 Vereinen Einnahmen von durchschnittlich über zehn Millionen Euro pro Jahr. ISPO.com präsentiert alle Clubs, alle Trikotsponsoren, alle Einnahmen.

Mit Trikotsponsoring verdienen die Bundesliga-Vereine viel Geld, vor allem Top-Vereine wie FC Bayern (r.) und Dortmund (M.). Der Wert der Werbung auf dem Trikots von RB Leipzig lässt sich nur schwer berechnen.
Mit Trikotsponsoring verdienen die Bundesliga-Vereine viel Geld, vor allem Top-Vereine wie FC Bayern (r.) und Dortmund (M.). Der Wert der Werbung auf dem Trikots von RB Leipzig lässt sich nur schwer berechnen.

Trikot-Werbung ist für die Vereine der Fußball-Bundesliga ein lukratives Geschäft: Bis zu 190,5 Millionen Euro könnten die 18 Klubs in der Saison 2017/2018 von ihren Hauptsponsoren kassieren – das zeigt die Tabelle der Sponsoring-Zahlungen von ISPO.com (siehe unten). Das Marktforschungsunternehmen Nielsen Sports errechnete für die Saison 2016/2017 182 Millionen Euro.

 

 

Eine endgültige Summe aller Sponsoren-Einnahmen in der Bundesliga lässt sich jedoch nicht ermitteln.

  1. Weil weder Verein noch Unternehmen über ihre Sponsoring-Deals im Detail informieren.
  2. Weil viele Verträge stark leistungsbezogen abgeschlossen werden. Hauptsponsor Gazprom soll beispielsweise dem FC Schalke 04 für eine Champions-League-Qualifikation einen dicken Bonus versprochen haben – in der Saison 2016/2017 wurde daraus offenkundig nichts.

 

 

Bundesliga 2017/2018: Alle Trikotsponsoren, alle Einnahmen

Verein Sponsor Einnahmen Laufzeit
FC Bayern Telekom 35 Mio. € 2023
FC Schalke 04 Gazprom 20 – 24 Mio. €* 2022
VfL Wolfsburg Volkswagen 20 Mio. €** unbefristet
Borussia Dortmund Evonik 20 Mio. € 2025
RB Leipzig Red Bull 9 Mio. €** k.A.
Borussia M'Gladbach Postbank 6,5 – 9 Mio. €* 2020
VfB Stuttgart Mercedes-Benz-Bank 8 Mio. € 2019
Hamburger SV Emirates 7,5 Mio. € 2019
1. FC Köln Rewe 7 Mio. € 2021
Eintracht Frankfurt Indeed 6,7 Mio. € 2020
Werder Bremen Wiesenhof 6,5 Mio. € 2020
Hertha BSC bet-at-home.com 6 Mio. € 2018
Bayer 04 Leverkusen Barmenia 6 Mio. € 2020
Hannover 96 Heinz von Heiden 5 Mio. €* 2020
1899 Hoffenheim SAP 5 Mio. € 2020
FSV Mainz 05 Kömmerling 4,5 Mio. € 2018
FC Augsburg WWK 3 – 4,5 Mio. €* 2018
SC Freiburg Schwarzwaldmilch 2,7 Mio. € 2019


* Nach Medienangaben sollen die Sponsoren-Verträge stark leistungsbezogen abgeschlossen worden sein.

** Grobe Schätzung, keine seriöse Angabe möglich.

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Stuttgart und Hannover: Starke Aufsteiger

Zur Bundesliga-Saison 2017/2018 musste nur ein Klub seinen Trikot-Sponsor wechseln: Eintracht Frankfurt wechselte von Krombacher zu Indeed. Das Jobportal Indeed soll für die Spielzeiten bis 2020 rund 20 Millionen Euro zahlen.

 

Bei der Analyse der Brust-Sponsoring-Deals in der Bundesliga-Saison 2017/2018 kommt ISPO.com auf eine Gesamtsumme von maximal 190,5 Millionen Euro – das ist deutlich mehr als in der Vorsaison. Die Differenz liegt vor allem am Abstieg des FC Ingolstadt und von Darmstadt 98 und dem Aufstieg des VfB Stuttgart und Hannover 96.

Denn die Aufsteiger 2017 wissen starke Hauptsponsoren hinter sich: Daimler ist wohl bereit, seine Zahlungen an den VfB Stuttgart auf 8 Millionen Euro jährlich aufzustocken und will sogar Anteile im Wert von rund 41,5 Millionen Euro (für 11,75 Prozent) kaufen; bei Hannover 96 hat das Massivhaus-Unternehmen Heinz von Heiden den Vertrag bis 2020 verlängert und zahlt – je nach sportlichem Erfolg – bis zu fünf Millionen Euro jährlich.

Dazu kommen noch einmal 43,4 Millionen Euro durch die erstmals dezentral vermarkteten Werbemöglichkeiten am linken Ärmel. Wobei dort gilt: Die ohnehin schon Großen werden größer, die Kleinen fallen weiter ab.

Lesen Sie hier: Das sind die Ärmelsponsoren der Bundesliga-Clubs 2017/2018

Volkswagen setzt VfL Wolfsburg auf Sparkurs

Hinter den Sponsoring-Leistungen von Volkswagen an den VfL Wolfsburg steht ein großes Fragezeichen. Welche Auswirkungen wird der sportliche Dämpfer, als sich die „Wölfe“ erst in der Relegation vor dem Abstieg retteten, auf die finanzielle Unterstützung des Automobil-Giganten haben?

Schon vorher wurde spekuliert, dass Volkswagen, das 100 Prozent der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH besitzt, die Ausgaben für die „Wölfe“ ab 2017/2018 massiv reduzieren will. Der Gesamtetat soll dann statt 100 Millionen Euro nur noch 80 Millionen betragen.

Was kostet die Brust von RB Leipzig?

Viel Geld eines Investors ist auch beim RB Leipzig im Spiel. Aber was bezahlt Red Bull an RB Leipzig? Eine Frage, die außer Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz nur wenige beantworten können. Über die jährlichen Investitionen des Energy-Drink-Herstellers ins Leipziger Fußball-Projekt wird eisern geschwiegen. 

Der Marktwert dieses Sponsoring-Pakets lag in der Aufstiegssaison bei rund 7 Millionen Euro – und hat sich aufgrund der Champions-League-Qualifikation des Aufsteigers gesteigert. Experten gehen nun von rund 9 Millionen Euro aus.

 

 

Telekom verlängert mit FC Bayern bis 2023

Ein Blick auf die Sponsoring-Tabelle der Bundesliga zeigt, dass nicht nur sportlicher Erfolg, sondern auch Tradition und Fanbindung honoriert wird. Krösus ist selbstverständlich der FC Bayern München, der Rekordmeister kassiert nach der Vertragsverlängerung im August 2015 rund 35 Millionen Euro pro Jahr von der Telekom. Für Titel zahlt der Sponsor selbstverständlich eine Extra-Prämie.

 

Borussia Mönchengladbach hat sich durch den Erfolg der vergangenen Jahre in die Sponsoring-Top-Five gearbeitet. „Wir orientieren uns gemeinsam mehr nach oben“, sagte Joachim Strunk vom Hauptsponsor Postbank im „Handelsblatt“. „Je erfolgreicher die Borussia spielt, umso mehr Geld fließt dann auch.“

Sponsoren wollen aufs Bundesliga-Trikots

Der BVB erhält vom Energieunternehmen Evonik im Vergleich zu seiner wachsenden Bedeutung im deutschen Fußball zwar verhältnismäßig wenig Sponsoring-Geld fürs Trikot (20 Mio. Euro), hat aber seinen Hauptsponsor auch als Anteilseigner langfristig an sich gebunden. Evonik hält rund 15 Prozent an der Borussia Dortmund GmbH&Co KGaA.

 

 

Blickt man auf die Laufzeiten der Sponsoring-Verträge, erkennt man schnell: Werbung auf den Trikots der Bundesliga-Clubs ist immer noch ein beliebtes Marketing-Instrument. Für einige der Marketing-Verantwortlichen dürfte 2017/2018 eine spannende Saison werden: Drei Hauptsponsoring-Verträge laufen aus: FSV Mainz 05 (Kömmerling), FC Augsburg (WWK) und Hertha BSC (bet-at-home.com).

Die Zusammenarbeit verlängert haben der SV Werder Bremen und Wiesenhof. Der eigentlich nach Ende der Saison auslaufende Sponsorenvertrag wurde bis 2020 verlängert. Bereits seit 2012 ist der Lebensmittelhersteller Hauptsponsor der Bremer.

1. FC Köln verlängert mit Rewe

Auch der 1. FC Köln verlängerte die Zusammenarbeit mit seinem Hauptsponsor. Die Supermarktkette Rewe bleibt bis mindestens 2021 Partner. Dafür erhält der Europa-League-Teilnehmer nun kolportierte 7 Millionen statt der bisherigen 4,5 Millionen Euro jährlich. 

Die geringsten Einnahmen von einem Hauptsponsor verzeichnet der SC Freiburg. Schwarzwaldmilch überweist nur rund 2,7 Millionen Euro an den Klub von Kult-Trainer Christian Streich – also gerade mal 1/13 von dem, was der FC Bayern von der Deutschen Telekom erhält. Der Vertrag der Freiburger mit dem genossenschaftlichen Milchverarbeitungs-Unternehmen läuft bis 2019. 

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