Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM
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Gunnar Jans, Chefredakteur ISPO.com

So positioniert sich ein Startup im Sportbusiness

Arys: Vom Brandnew-Teilnehmer über Award-Gewinner bis nach Shanghai

Arys hat sich binnen weniger Jahre zum innovativen und hochwertigen Bekleidungslabel entwickelt – auch dank der Business Solutions des ISPO-Netzwerks. Hier erklärt CEO und Gründer Frederik Sturm seine Erfolgsgeschichte.

Mit "Fusionwear" positioniert sich Arys auf dem umkämpften Bekleidungsmarkt.
Mit "Fusionwear" positioniert sich Arys auf dem umkämpften Bekleidungsmarkt.

ISPO.com: Wie sind Sie mit der Entwicklung der noch jungen Marke Arys seit 2014 zufrieden?

Frederik Sturm: Inhaltlich bin ich sehr zufrieden. Wir haben es geschafft, binnen weniger Jahre zwei hochwertige Kollektionen zu erschaffen, die modisch wie auch funktionell mit den großen Marken mithalten können und von Kennern der Branche sehr gelobt werden. Bereiche wie Sales und Öffentlichkeitsarbeit müssen sich noch entwickeln, da wir uns mit unserem kleinen Team in erster Linie auf das Produkt konzentriert haben.

Was waren die wichtigsten Meilensteine für Arys? 

Angefangen haben wir nach unserer Gründung als reiner Onlinehändler. Der wichtigste Schritt war dann sicherlich, den Fokus verstärkt auf den B2B Bereich zu legen. Auf der ISPO München 2016 hatten wir das erste Mal das Konzept „Kategorie übergreifender Bekleidung“ vorgestellt und ein phänomenales Feedback erhalten. Dies war der Startschuss zur Optimierung unseres Konzepts, woraus Fusionwear im März 2016 entstanden ist. Die ISPO Shanghai und die endgültige Entscheidung, sich auf dem asiatischen Markt zu platzieren, haben dazu geführt, dass wir in Japan, China und nun auch Südkorea exzellente Geschäftsbeziehung entwickeln konnten.

 

Welche Hürden oder Stolpersteine gab es für Arys auf dem Weg nach oben?

Als junge Marke ist es anfangs schwierig, die renommierten Lieferanten und Fabriken für ein Start-up zu begeistern. Da wird man ab und an mal hinten angestellt und es kommt zu Verzögerungen, die ein junges Unternehmen finanziell schmerzen. Eine andere Hürde sind die lokalen Märkte, da wir mit unserem Konzept gegenüber dem Handel sicherlich noch paar Schritte voraus sind.

Der Wettbewerb im Bekleidungsmarkt ist hart umkämpft. Was sind die wichtigsten Kriterien für Arys in diesem Markt?

Authentisch, praktisch, lokal, hochwertig! Diese vier Punkte heben uns von anderen Marken sicherlich ab. Als Berliner Marke können wir Trends wie „Urban Outdoor“ und Athleisure glaubwürdig vermitteln und die Bedürfnisse von Millennials zielsicher bedienen. Mit unserem Fusionwear Konzept bieten wir komplette Kollektionen sowohl für Frauen als auch für Männer an, was uns auch noch einmal deutlich von anderen Marken unterscheidet. Eine faire und transparente Produktionskette garantieren wir, denn wir arbeiten nur mit renommierten und hochwertigen Lieferanten hauptsächlich aus der EU zusammen.

Frederik Sturm ist Gründer und CEO von Arys.
Frederik Sturm ist Gründer und CEO von Arys.

Als junges, neues Unternehmen steht man gerade am Anfang vor der Herausforderung, sich ein neues Netzwerk aufbauen zu müssen. Inwieweit haben Arys da die Services, die ISPO anbietet, geholfen?

ISPO ist bezüglich ihrer Reichweite und ihres Netzwerkes sicherlich einzigartig. Auf den Shows, an denen wir bisher teilgenommen haben, war die Quantität als auch die Qualität der Besucher hoch, wodurch viele Kontakte geknüpft werden konnten. Diese mündeten oftmals auch in Geschäftsbeziehungen. Des Weiteren haben Teilnahmen an Veranstaltungen wie der ISPO Academy in Tokyo zu einer rasche Erweiterung unseres internationalen Netzwerks geführt.

Sie haben 2016 beim Start-Up-Wettbewerb ISPO Brandnew teilgenommen. Was haben Sie dort gelernt, was hat es Ihnen gebracht, inwieweit war dieser erste Erfolg dort – Arys war Finalist – auf Ihrem weiteren Weg hilfreich?

In erster Linie war der Award der Lohn für ein Jahr harte Arbeit aber auch Ansporn, es noch besser zu machen. Es war sehr interessant zu sehen, auf welchem Stand sich andere junge Marken befinden.

 

Würden Sie anderen Start-Ups raten, ebenfalls bei Brandnew mitzumachen? Warum? Haben Sie Verbesserungsvorschläge?

Ja, definitiv! Es ist die perfekte Plattform, um ein umfassendes Feedback von Experten aus den Bereichen Retail, Presse und Produktion zu bekommen. Ich denke die ISPO ist gut beraten, sich weiter um diese Unternehmen zu „kümmern“, da sich die meisten Start-ups mit zukunftsträchtigen Konsumententrends wie lokaler Produktion, transparenter Lieferkette und einer authentischen Außendarstellung identifizieren und somit die global gefragten Marken von morgen werden können.

2017 waren Sie dann schon WINNER beim ISPO AWARD in der Kategorie Performance. Ist diese Auszeichnung noch einmal ein Schritt nach oben?

Das hat natürlich enorm geholfen. Das Interesse an der Marke stieg schlagartig. Aufgrund der guten Lage unseres Standes auf der ISPO Munich 2017 konnten wir uns bereits wie eine etablierte Marke fühlen, aber zur ersten Liga gehören wir noch lange nicht. Da fehlt uns als Newcomer einfach noch der Kundenstamm. Unsere Produkte sind ja auch erst ab September 2017 so richtig im Handel erhältlich.

 

Bei Arys trifft Outdoor-Funktionalität auf Fashion-Minimalismus.
Bei Arys trifft Outdoor-Funktionalität auf Fashion-Minimalismus.

Kommen wir zu Ihrem Einstieg in Asien. In 2016 haben Sie am Market Introduction Programm von ISPO teilgenommen. Welche Erfahrungen haben Sie dort sammeln können, die Ihnen bei der Entscheidung halfen, nach Asien zu expandieren?

Unser Konzept ist sicherlich noch etwas zu „modern“ für unsere lokalen Märkte, weil viele Händler (noch) gar keine Fläche für „Kategorie übergreifende Bekleidung“ bieten und sich schwer tun, uns einzuordnen. Das ist in Asien ganz anders, da man dort der Zukunft deutlich mehr zugewandt ist und neue Konzepte begeistert und mutig aufgenommen werden. Es war mir sehr schnell klar, dass wir auf diesen Markt gehören. Das Market Introduction Program der ISPO hat uns die nötigen Informationen und Kontakte geliefert, um sowohl in China als auch Japan ein schlagkräftiges Team aufzubauen.

Wie gut waren Sie auf den Einstieg nach China vorbereitet, wie hat Ihnen das MIP von ISPO dabei geholfen?

Das MIP hat alle wichtigen Aspekte für einen Einstieg in den chinesischen Markt abgedeckt: Themen wie z.B. Markenschutz, spezielle Kleidergrößen und Konsumentenverhalten wurden sehr präzise erklärt.

 

2017 waren Sie dann erstmals Aussteller auf der ISPO SHANGHAI. Wie wichtig war/ist dies für die Ausrichtung von Arys?  Welche Kontakte haben Sie knüpfen können, wie hat Ihnen die Teilnahme genutzt?

Das war ein ungemein wichtiger Schritt, um unsere Absichten, uns auf dem Markt zu etablierten, zu stärken. Wir sind dort auch mit einem chinesischen Sales-Team aufgetreten, um Einkäufern einen schnellen und einfachen Zugang zu unserer Marke zu ermöglichen. Dementsprechend konnten wir unser Netzwerk erweitern und auch Orders verzeichnen.

Was kommt als nächstes, wohin geht der Weg?

In Asien möchten wir uns nun definitiv auf den 3 großen Märkten China, Japan und Südkorea festbeißen und mit einer intelligenten und nachhaltigen Strategie unser Markenkonzept bei der Zielgruppe verbreiten. In Europa werden wir das ganze etwas entspannter angehen und den Menschen Schritt für Schritt unser Fusionwear Konzept schmackhaft machen.

Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM
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