„Closed Loop“ und Synergien für mehr Nachhaltigkeit

Sympatex mobilisiert gegen Klimawandel und Ressourcenverschwendung

Berge von alter Kleidung werden überall auf der Welt auf den Müll geworfen oder verbrannt. Das ist alles andere als nachhaltig und klimafreundlich. Sympatex setzt mit Projekten wie wear2wear, FRIVEP und Worn Again Technologies neue Maßstäbe und schaut nicht tatenlos dabei zu, wie sich die Klimakrise verschärft

Sympatex setzen sich für saubere Luft und die Umwelt ein.
Sympatex setzen sich für saubere Luft und die Umwelt ein.

Das Thema Klimawandel bewegt die Welt, vor allem die junge Generation, unsere Kinder. Diese schauen nicht länger dabei zu, wie die Politiker ihren Worten keine Taten folgen lassen. Sie gehen auf die Straße, demonstrieren bei „Fridays for Future“ für mehr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Ein Thema, dass in der Textil- und Outdoor-Industrie in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus geriet. Das Münchner Unternehmen Sympatex ist in Sachen klimafreundlicher Produktion besonders innovativ und nimmt in der Outdoorbranche eine Vorreiterrolle ein.

Als einer der weltweit führenden Anbieter für Hightech-Funktionsmaterialien setzt Sympatex neue Maßstäbe, die Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Umweltbewusstsein fördern und fordern. Denn: „Gigantische Berge von Kleidungsstücken landen jedes Jahr auf Mülldeponien, werden verbrannt – in vielen Ländern sogar im offenen Feuer. Für uns ist es eine moralische Verpflichtung, diese unvertretbare Umweltbelastung durch unsere Industrie zu stoppen“, sagt Dr. Rüdiger Fox, CEO Sympatex Technologies.

„Wir sehen in den alten Kleidungsstücken große Rohstoffquellen für die Zukunft, für die wir gezielt Technologiepartner gesucht haben, um diese nutzen zu können. Mit wear2wear, FRIVEP und Worn Again Technologies sammeln wir nun schon seit längerer Zeit wichtige Erfahrungswerte, die eine ganzheitliche Nachhaltigkeit in die Realität umsetzt.“

Hierbei dreht sich alles um das Thema Closing the Textile Loop. Das heißt: Der Textilkreislauf schließt sich, in dem nicht immer und immer wieder neue Kleidung aus neuen Rohstoffen produziert wird, sondern alte Textilien dafür verwendet werden. Es geht also nicht nur darum, recycelte Funktionstextilien aus alten PET-Flaschen herzustellen. Das ist auch ein wichtiger Schritt. Doch Sympatex denkt und geht weiter.

Eine Million Tonnen Altkleidung – Tendenz steigend!

Jedes Jahr wird allein in Deutschland über eine Million Tonnen Altkleidung gesammelt. Tendenz steigend! Und die soll nicht auf dem Müll landen und verbrannt werden, sondern als Rohstoff genutzt werden. Allerdings: Textildiscounter und Fast-Fashion-Anbieter bringen immer schneller und öfter Mode auf den Markt, die aus billigen Synthetik-Fasern und Mischstoffen besteht. Diese sind für die weitere Verwendung nur sehr eingeschränkt nutzbar und lassen sich nur schwer zu einem wiederverwertbaren Rohstoff recyceln.

Bereits 2017 startete Sympatex zusammen mit DutchSpirit und drei weiteren Unternehmenspartnern aus Europa (Heinrich Glaeser Nachfolger GmbH, Märkische Faser GmbH, Schoeller Textil AG) die wear2wear-Kooperation, die den gesamten Recycling-Kreislauf abdeckt. Denn dieser Verbund garantiert allen Beteiligten, dass es sich von der Qualität der Ausgangsstoffe bis hin zum gewährleisteten Recycling-Prozess am Ende zu 100 Prozent um recycelbare Funktionsgewebe aus recycelten Textilfasern handelt.

Diese Textilien können also am Ende ihres Lebenszyklus erneut vollständig recycelt werden. Somit entsteht kein Abfall - der Kreislauf schließt sich. Dank moderner, auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden wasser- und schmutzabweisenden Technologien sowie modernster Membran-Technologie werden die Textilien zukünftig auch noch PFC-frei hergestellt und imprägniert.

Im Meer, In der Luft und im Boden – überall befindet sich Mikroplastik. Mit der Schließung des Textilkreislauf kann auch hier entgegengewirkt werden.
Im Meer, In der Luft und im Boden – überall befindet sich Mikroplastik. Mit der Schließung des Textilkreislauf kann auch hier entgegengewirkt werden.

„Mit jedem weiteren Mitglied kommen wir unserem Ziel näher“

Seit November 2018 arbeitet wear2wear mit FRIVEP (Filière pour le Réemploi et Recyclage des Vêtements Professionnels) zusammen, ein Recycling-Projekt, bei dem die französische Regierung, deren Behörden und die Industrie weitreichende Synergien nutzen – im sogenannten „Green Deal“. Dabei sammeln die französische Post, französische Bahn (SNCF), die Stadt Paris sowie die Gendarmerie ihre alten Kleidungsstücke. Mit dem Ziel den größten Teil der textilen Rohstoffe wieder für Funktionsmaterialien zu verwenden.

„Mit unserer Kooperation wear2wear haben wir eine offene Plattform ins Leben gerufen, die fähig ist, den Polyester-Kreislauf für Textilien komplett zu schließen – von der Sammlung bis zum neuen Textil“, erklärt Fox. Er betont: „Sie steht allen weiteren Partnern offen, die sich zu einem geschlossenen Materialkreislauf in der Textilindustrie verpflichtet fühlen – und mit jedem weiteren Mitglied kommen wir unserem Ziel näher, zeitnah eine nachhaltige Bekleidungsindustrie zu realisieren.“ Sympatex hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 komplett schadstofffreie, recycelte und wiederum recycelbare Funktionstextilien anzubieten.

Damit nicht genug: Im kommenden Jahr wird Sympatex im Bereich der nachhaltigen Funktionstextilien in allen Geschäftsbereichen erste Laminate aus zirkulär gewonnenem Alttextilmaterial anbieten. In fünf Jahren soll über die Hälfte des notwendigen Rohmaterials für Funktionslaminate aus dem zirkulären Textilkreislauf stammen und wieder recycelbar sein. Bis 2030 möchte Sympatex den gesamten Rohstoffbedarf der Produktion zu 100 Prozent aus Alttextilien decken.

Den Textilkreislauf so schnell wie möglich schließen – das ist das Ziel der Sympatex Agenda 2020
Den Textilkreislauf so schnell wie möglich schließen – das ist das Ziel der Sympatex Agenda 2020

Worn Again Technologies

Möglich macht das ein Co-Investment von Sympatex in „Worn Again Technologies“. Das britische Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die den textilen Kreislauf noch schneller schließt. Denn eine der großen Hürden, die notwendige Sortenreinheit der verwendeten Alttextilien für die am häufigsten genutzte Textilmischung aus Polyester und Baumwolle, kann damit überwunden werden.

Ein weiterer Schritt für die Nachhaltigkeitsstrategie von Sympatex besteht darin, die ökologische Gesamtbilanz des Bekleidungskreislaufes so weit wie möglich zu neutralisieren. So bietet der Münchner Funktionsspezialist die weltweit erste Membran, die vollständig klimaneutral hergestellt wird. Damit stemmt sich Sympatex Schritt für Schritt gegen den fortschreitenden Klimawandel, beseitigt mehr und mehr Klimakiller - und schließt den Kreislauf.

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