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E-Gravelbikes: Wie die Freiheit grenzenlos wird

LISTICLE | 27.08.2021
Autor:
Jens Vögele

Gravelbikes versprühen besonders viel Freiheit. Doch im Gelände – oder beim Bikepacking – kann Radfahren auch besonders anstrengend sein. E-Gravelbikes erweitern den Spaßfaktor nochmal deutlich. Puristen werden zwar weiter auf reine Muskelkraft schwören, alle anderen können aber ihren Horizont im wahrsten Wortsinn erweitern. ISPO.com zeigt, welche E-Gravelbikes die wichtigsten des Jahres sind.

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Centurion: Overdrive Gravel

Früher, als man zu Cycloross noch Querfeldein sagte, war Wolfgang Renner ein erfolgreicher Querfeldein-Sportler, gründete die Marke Centurion und brachte das Mountainbiken nach Deutschland. Durch den Gravel-Boom schließt sich für ihn der Kreis jetzt wieder. Mit Centurion baut er jetzt Gravel-Räder, die seinen Wettkampfrädern von einst ziemlich ähnlich sind. Allerdings nur auf den ersten Blick – denn natürlich haben moderne Gravelbikes deutlich angenehmere Geometrien, sind wesentlich alltagstauglicher und sind, wenn man will, sogar mit einem Elektromotor ausgestattet. Drei vergleichsweise leichte E-Gravelbikes hat Centurion aktuell im Programm. Eines mit Schutzblechen und Gepäckträger, eines mit Alu- und eines mit Carbonrahmen. Alle Modelle sind mit Fazua-Antrieb erhältlich, der mit einer Akkukapazität von 250 Wattstunden unterstützt. Die Preisspanne liegt zwischen 4249 und 5699 Euro.

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Bulls: Grinder EVO CX

Wer sich mit dem Thema Graveln beschäftigt, steht zwangsläufig irgendwann vor der Frage: Hardtail-Mountainbike oder Gravelbike? Bulls liefert dazu die Antwort mit einem entschiedenen sowohl als auch. Das Grinder EVO CX ist quasi Mountainbike und Gravelbike in einem. Ausgestattet mit einer hochwertigen Federgabel von Fox mit 40 mm Federweg macht es auf dem Trail eine äußerst gute Figur. Ansonsten aber überzeugt es auf der Straße, auf Forstwegen, Trails, auf Tour oder beim Weg zur Arbeit gleichermaßen. Angetrieben wird das knapp 17 Kilo schwere Rad von einem kräftigen Bosch-CX-Motor und einem im Unterrohr integrierten 500-Wh-Akku.

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Merida: eSILEX+

Merida ist einer der internationalen Giganten auf dem Fahrradmarkt. Natürlich laufen unzählige Räder für den Massenmarkt vom Band – aber auch in der High-Tech-Liga spielen die Taiwanesen ganz oben mit. Mastermind in der Entwicklungsabteilung ist Jürgen Falke, der in der Nähe von Stuttgart schon für einige technologische Paukenschläge sorgte, von denen Radprofis auf der Straße und im Gelände profitierten. Kein Wunder, dass auch die E-Gravelmodelle von Merida sportliche Gene haben und mit vielen Details begeistern. Angetrieben werden sie von dem leichten Mahle-Heckmotor, was zu niedrigen Gesamtgewichten von rund 14 Kilo führt. Der Rahmen hat alle wichtigen Befestigungspunkte für Gepäckträger oder Ständer, die die Alltags- und Reisetauglichkeit des Rades garantieren. Und für alle, die das Weite suchen: Ein 250 Wattstunden starker Rage-Extender lässt sich ganz einfach anstatt eines Flaschenhalters befestigen.

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Specialized: Turbo Creo SL

Specialized setzt auf Eigenständigkeit – und das gilt auch für das E-Gravelbike aus Kalifornien. Wie im Rennrad- und Mountainbike-Bereich gibt es auch das Turbo Creo SL für den Graveleinsatz mit eigenständigem Antrieb, jeder Menge High-Tech und Top-Rahmen. So bringt das Topmodell S-Works nicht einmal 12,5 Kilo auf die Waage. Mit der Mission-Control-App lässt sich die Unterstützung individuell konfigurieren, was zu Reichweiten von bis zu 180 Kilometern führen kann. Bei Bedarf lässt sich diese per Range Extender nochmal um 50 Prozent erhöhen. „Gleiche Anstrengung, doppelte Belohnung“ verspricht Specialized. Ein spezielles Rad, das allerdings auch den Preis in spezielle Höhen treibt.

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Look: E-765 Gravel Green Mat

Etwas Tarnung gefällig? Dann könnte das E-Gravel-Bike von Look im matten grünen Erscheinungsbild das Rad der Wahl sein. Technologisch spielt die Marke aus Frankreich ohnehin schon seit gefühlten Ewigkeiten in der High-Tech-Liga ganz oben mit und hat eine lange Rennsporttradition. Beim E-765 Green Mat stimmen aber nicht nur die äußeren Werte. Angetrieben von Srams Force-1-Gruppe mit Fazua-Motor macht das Rad auf und abseits der Straße richtig viel Spaß, Carbonrahmen und Ausstattung sorgen für ein geringes Gesamtgewicht. Und wenn man Akku und Antrieb Fazua-typisch einfach schnell ausbaut, fühlt sich das Look überhaupt nicht mehr wie ein E-Bike an

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BH: Core GravelX

Wenn ein Rad seine E-Gene rein äußerlich verstecken kann, dann ist es das BH Core GravelX. Der von dem Hersteller aus dem Baskenland entwickelte eigene Antrieb ist samt Akku so unscheinbar in den edlen Carbonrahmen integriert, dass selbst kundige Augen zweimal hinsehen müssen. Der kraftvolle Antrieb mitsamt ausdauerndem Akku soll bis zu 165 km an Reichweite garantieren – mit Zusatzakku lässt sich die Kapazität auf satte 720 Wattstunden sogar noch ausbauen. Schöner kann E-Biken eigentlich gar nicht sein. 

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Canyon: Grail:ON

Drei Dinge standen bei den Entwicklern des Gail:ON von Canyon im Mittelpunkt: Komfort, Komfort und Komfort. Ein  komfortabler Carbonrahmen versetzt Fahrer*innen so in eine komfortable Sitzposition. Canyons-Doppeldecker-Lenker absorbiert ebenso Vibrationen wie die Sattelstütze. Alles ist auf genussvolles Radfahren auf Gravelpisten ausgelegt. Der Bosch CX-Antrieb mit 500-Wh-Akku treibt das E-Gravelbike von Canyon kraftvoll und ausdauernd an. Und soll, so die Philosophie der Koblenzer Firma, doch dezent im Hintergrund arbeiten. Das Grail:On, so verspricht Canyon, soll sich wie ein Gravelbike ohne Motor fahren.

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Cannondale: Topstone Neo Carbon

Cannondale war schon immer ein Innovationsmotor der Fahrradindustrie. Noch heute setzt die einarmige Lefty-Federgabel bei Mountainbikes Standards. Auch bei Cannondales E-Gravelbike Topstone Neo Carbon federt eine 30-mm-Lefty an der Front Stöße ab. Aber damit nicht genug. Das Bike ist vollgefedert und bietet auch am Hinterbau 30 mm Federweg. Ganz unbescheiden bezeichnet Cannondale sein E-Gravel-Flaggschiff als das leistungsfähigste und spaßigste Gravelbike aller Zeiten. Boschs Performance-CX-Antrieb soll mit 500-Akku-Wattstunden bis zu 176 km Reichweite bringen. Einziger Wermutstropfen: Das Konto ist nach dem Kauf um fast 10.000 Euro geplündert.

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