Autor:
Lars Becker

Österreichischer Olympiasieger in Super-Kombination und Riesenslalom hört auf

Marcel Hirscher: Erfolge bei Sponsoren, Facebook und Instagram

Slalom-Spezialist Marcel Hirscher dominiert den Alpin-Weltcup seit Jahren. Zu Beginn der Saison hat der Österreicher dafür die Auszeichnung als „Europas Sportler des Jahres 2017" der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) erhalten. Bei den Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang erfüllte sich der 29-Jährige in der Super-Kombination und im Riesenslalom seinen Traum von Olympia-Gold gleich doppelt. Ein Jahr danach hört er auf.

Nach 22 Sekunden kam das Aus für Marcel Hirscher im olympischen Slalom
Nach 22 Sekunden kam das Aus für Marcel Hirscher im olympischen Slalom

Selbst Felix Neureuther war am Ende überrascht: „Ich habe bis zuletzt gehofft, dass der Marcel weitermacht“, sagte der ehemalige deutsche Ski-Star im Gespräch mit dem „Spiegel“, „mich überrascht das, ich hätte damit nicht gerechnet. In jedem Fall extrem bitter, damit verlieren wir einen ganz Großen des Sports.“ Kurz vor dem Saisonstart 2019 beendet der Österreicher seine Karriere - es war eine der größten im Wintersport überhaupt.

Im Slalom, ihrer Paradedisziplin, haben sich die beiden, Neureuther und Hirscher, jahrelang um Siege gebalgt. 2013 bei der Ski-WM in Schladming war Neureuther nur knapp hinter Hirscher Silbermedaillengewinner im Slalom. Am Zenit seiner Karriere verpasste Neureuther wegen eines Kreuzbandrisses dann die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang, sie wurden zu Hirscher-Festspielen.

Der Österreicher gewann zwei Goldmedaillen im Riesenslalom und in der Super-Kombination. Nur im geliebten Slalom schied er aus. Trösten konnte er sich ja trotzdem.

 

„Die Sensation für mich war die starke Abfahrt", freute sich Hirscher, nach dem er in der Kombi endlich sein erstes olympisches Gold gewonnen hat. 

In Sotschi 2014 war Hirscher mit nur einer Silbermedaille im Slalom heimgekehrt. Pure Enttäuschung für den Weltcup-Dominator. 

Marcel Hirscher gewann den Gesamtweltcup sieben Jahre in Folge.
Marcel Hirscher gewann den Gesamtweltcup sieben Jahre in Folge.

Under Armour: Neue Kampagne mit Hirscher

Rückblick: Nach einem Knöchelbruch im Sommertraining gab Marcel Hirscher überraschend früh sein Comeback in der Olympia-Saison 2017/18: Beim Slalom-Auftakt in Levi am 12. November lag er nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 4, musste sich aber am Ende mit Platz 17 begnügen. Vor allem Sponsor Under Armour freute sich, dass Hirscher so schnell zurück war: Das US-Sportartikelunternehmen hatte erst einen Tag vor dem Rennen in Levi eine neue „I will“-Kampagne mit Hirscher an den Start gebracht. 

„Mit der neuen „I will"-Kampagne erzählt Under Armour eine Trainingsgeschichte, um den Menschen zu vermitteln, was abseits des Rampenlichts passiert. Speziell wenn man verletzt ist, ist es doppelt wichtig, sich durchzubeißen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren", sagt Marcel Hirscher da. „Und jede Kurve, jedes Hindernis macht dich am Ende stärker und zu dem, was du bist. Life is no straight line.“

Danach ging es in diesem Winter für Hirscher auch schnell wieder bergauf. In Schladming feierte er seinen 54. Weltcupsieg und holte damit seinen Landsmann Hermann Maier ein.

So wirbt Sponsor Under Armour beim Comeback von Marcel Hirscher

Rekorde! Marcel Hirscher im ISPO Check

Achtmal ging der Gesamtweltcup an Hirscher. Alle acht Triumphe schaffte der Österreicher ab der Saison 2011/12 nacheinander. Rekord - kein Profi sammelte in seiner Karriere so viele große Kristallkugeln.

Mit insgesamt 20 gewonnenen Kristallkugeln (8 Gesamtweltcups, 6 Slalom, 6 Riesenslalom) knackte der erst 30-jährige Hirscher den ewigen Rekord des Schweden Ingemar Stenmark (3 Gesamtweltcups, 7 Riesenslalom, 8 Slalom).

Wir nehmen den früheren österreichischen Ausnahme-Fahrer, seinen Social-Media-Auftritt und seine Sponsoren unter die Lupe.

Das ist Marcel Hirscher: Erfolge, Fans, Sponsoren

Erfolge:

Von 2012 bis 2018 wurde Hirscher siebenmal in Serie Gesamtweltcupsieger und ist damit Rekordhalter aller Zeiten. Zudem ist er sechsmaliger Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang gewann Hirscher außerdem Gold in der Kombination und im Riesenslalom.

Social:

Instagram: 470.000 Follower (Stand: März 2018)

Facebook: 584.000 Fans (Stand: März 2018)

Marcel Hirscher ist der Dominator der letzten Jahre im Alpinsport.
Marcel Hirscher ist der Dominator der letzten Jahre im Alpinsport.

Hirscher hat 556.00 Fans bei Facebook – hier siegt Neureuther

Damit gehört Hirscher zu den “Big Playern” in der Szene. Zum Vergleich: Der Sportler mit den meisten Followern auf Facebook ist Fußball-Weltstar Cristiano Ronaldo mit über 122 Millionen. Die begehrteste Wintersportlerin ist Eiskunstläuferin Yu-Na Kim mit knapp drei Millionen Fans. Sie kommt aus Südkorea, dem Gastgeberland von Olympia 2018.

Zumindest im Facebook-Duell zieht Hirscher gegen seinen Slalom-Dauerrivalen Felix Neureuther den Kürzeren. Der Deutsche überbietet den Seriensieger mit rund 637.000 Fans (Stand: März 2018) knapp.

Hirscher präsentiert sich auf den Social-Kanälen mit witzigen Posts – wie zum Beispiel über die Rehazeit nach seiner schweren Verletzung - und bindet häufig seine Sponsoren mit ein.

Verdienst von Marcel Hirscher: 2 Millionen im Jahr

Ausrüster/Sponsoren:

Atomic (Ski), Raiffeisen, Audi, Komperdell (Stöcke), Energiapura, Picker, Salzburger Land, Under Armour, Red Bull

Einnahmen:

In der Saison 2016/2017 fuhr Hirscher zu insgesamt 528.879 Schweizer Franken Preisgeld. Seine geschätzten jährlichen Gesamteinnahmen liegen bei über 2 Millionen Euro. Hirscher ist der größte Sportstar in Österreich und der Großverdiener in der Männer-Szene im Ski Alpin.

Hirscher fast von einer Drohne getroffen

Im Netz gefragt:

2015 wurde Hirscher beim Weltcup-Slalom in Madonna di Campiglio fast von einer knapp hinter ihm abstürzenden Kamera-Drohne des TV-Vermarkters Infront getroffen. Eigentlich nicht so lustig, aber Hirscher reagierte cool. „Dichter Flugverkehr heute über Italien“ twitterte er. Später sprach er von einem vorzeitigen Weihnachtsgeschenk, weil er unverletzt geblieben war.

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Lars Becker
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