Autor:
Lars Becker

Stars der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang: Anna Gasser, Snowboard-Freestyle

Olympiasiegerin Anna Gasser: Erfolg im Big Air und bei Sponsoren

Die Snowboarderin Anna Gasser ist nicht nur Weltmeisterin und Österreichs Sportlerin des Jahres 2017 – sie ist auch ein echter Social-Media-Star. Bei den Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang hat sie sich nach Pech im Slopestyle den Olympiasieg im Big Air geholt.

Anna Gasser erleichtert und glücklich nach ihrem Sieg im Big Air
Anna Gasser erleichtert und glücklich nach ihrem Sieg im Big Air

Der Druck war enorm für Anna Gasser vor dem Olympia-Finale im Big Air. Die Erwartungshaltung war riesig, sie war die Top-Favoritin. Noch schwieriger wurde die Situation vor dem Big-Air-Wettbewerb für die Österreicherin, weil sie im Slopestyle Pech mit dem Wind hatte und nur auf einem enttäuschenden 15. Platz landete. 

Vor dem letzten Sprung lag Gasser nur auf Rang zwei. Doch sie hielt dem Druck stand und mit 185,00 Punkten siegte Gasser am Ende deutlich vor der US-Amerikanerin Jamie Anderson (177,25) und der Neuseeländerin Zoi Sadowski Synnott (157,50), die Silber und Bronze holten.

„Die Zeit vor diesem Big-Air-Finale war sicher eine der schwersten in meinem Leben", sagte sie danach zu Laola. Sie sei jetzt  dreieinhalb Wochen in Korea gewesen und die ganze Spannung baue auf diesen einen Tag auf. Der  Druck sei auch noch größer geworden nach dem Slopestyle. „Das war jetzt schon vom Mentalen her einer der schwersten Bewerbe, die ich je gefahren bin", sagte Gasser nach ihrem Triumph. Den will sie jetzt erstmal mit ihrer Familie genießen. 

Erste Snowboarderin wird Österreichs Sportlerin des Jahres

Vor Olympia hat sich Anna Gasser eine Auszeichnung nach der anderen abgeholt. Im Sommer erhielt sie den ESPY-Award für die "Beste weibliche Actionsportlerin". Als „Rider oft he Year“ ist sie auch gewählt worden – das ist der ultimative Ritterschlag in der Snowboard-Szene. 

Schließlich wurde sie auch als erste Snowboarderin der Geschichte zu Österreichs Sportlerin des Jahres 2017 gewählt. Auch das ist in dem traditionell vom alpinen Skisport und den erfolgreichen Skispringern medial dominierten Alpenland ein historischer Moment.

„In Österreich gilt fast die gesamte Aufmerksamkeit dem Skisport oder dem Fußball. Aber ich denke, dass mein Titel auch stellvertretend wichtig war. Speziell für andere Sportarten, die nicht so sehr im Rampenlicht stehen“, sagte sie danach in einem Interview.

 

Erste Snowboaderin mit Double Cork 1080

Gasser ist ein Ausnahmetalent. Sie kam erst im Alter von 18 so richtig zum Snowboard, nachdem sie als junges Mädchen viel geturnt hat. „Ich habe eine neue Leidenschaft gesucht und mit dem Snowboarden die für mich perfekte gefunden“. In rasender Schnelle schaffte sie es, extreme Höchstschwierigkeiten zu erlernen. Im November 2013 stand sie als erste Frau den Cab Double Cork 900, einen doppelten Rückwärtssalto mit zweieinhalb Drehungen auf dem Snowboard.

Bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi wurde sie durch TV-Bilder weltberühmt, als sie nach gewonnener Qualifikation im Slopestyle-Wettbewerb wegen eines Missverständnisses mit dem Startrichter aus dem Starthaus kugelte. Eine Medaille gewann sie damals nicht, aber die Herzen der Menschen.

Umso mehr, als sie 2015 bei der Heim-WM im österreichischen Kreischberg Silber gewann, obwohl sie an einer Hand einen Gips trug. Der vergangene Winter war schließlich der erfolgreichste: Gasser gewann den Freestyle-Weltcup, wurde Weltmeisterin im Big Air mit der von der Höchstpunktzahl 100 belohnten Premiere des Double Cork 1080 und gewann bei den X-Games Gold im Slopestyle. 

Anna Gasser bei Facebook und Instagram

Neben all diesen außergewöhnlichen Leistungen auf dem Snowboard glänzt die 26 Jahre alte Frau auch in der Selbstvermarktung. Gerne  auch bei einem Unterwäsche-Shooting oder im Bikini auf dem See.   

Das finden auch ihre Social-Media-Fans bei Instagram und Facebook

Instagramüber 166.000 Follower 

Facebook: etwa 81.000 Likes

Dort weiß sie auch ihre Sponsoren, mit Toppartner Red Bull an der Spitze, immer mit einem Lächeln in Szene zu setzen.

Gassers Sponsoren: Mini, Red Bull, Burton, Absolut Park, Blue Tomato, Love Distribution

Sie ist große Werbeträgerin von Snowboard-Ausrüster Burton, wirbt für Mini, Absolut Park, Love Distribution oder blue-tomato.com. Dementsprechend ist Gasser auch die Großverdienerin der Snowboard-Szene – und ist mit ihren sechsstelligen Einnahmen auf der Aufholjagd zu Alpin-Stars wie ihrem berühmten Landsmann Marcel Hirscher oder Lindsey Vonn.

Das Preisgeld in den Alpin-Wettbewerben im Weltcup ist freilich immer noch um ein Vielfaches höher als im Snowboard-Bereich. T

Anna Gasser: „Snowboarden muss einfach Leidenschaft sein"

Der Weg zu ihren spektakulären Sprüngen ist oft schmerzhaft. „Besonders beim Backside Double Cork 1080 bin ich oft gestürzt. Als ich ihn vor ein paar Jahren das erste Mal probiert habe, habe ich mir gleich das Sprunggelenk gebrochen. Beim zweiten Versuch habe ich mir eine Genickverletzung zugezogen“, sagte sie laola1.at.

„Danach habe ich mir gedacht: Das wird nichts mehr. Aber ich bin es dann langsamer angegangen und habe den Sprung erst voll durchgezogen, als ich mir zu 100 Prozent sicher war, dass er funktioniert. Wenn ich mit Schmerzen im Schnee liege, denke ich als erstes daran, wann ich wieder Snowboarden kann. Das muss einfach Leidenschaft sein."

Es hat sich in jedem Fall gelohnt: Der Siegsprung in Pyeongchang war ein Cab Double Cork 1080.

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Lars Becker
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