Autor:
Claudia Klingelhöfer

Start-ups aus dem Sport: Erfolg beim Pitch mit zwei Gründertypen

Felix Haas: Investoren wollen skalierbares, globales, digitales Geschäftsmodell

Für Start-ups aus dem Sportbusiness steht am Anfang die Begeisterung im Mittelpunkt. Doch wenn es ernst wird, geht es darum Investoren zu gewinnen und von einem ausgeklügelten Geschäftsmodell zu überzeugen. Da sind dann BWL-Kenntnisse, Pitches und ein Businessplan wichtig.

Bits & Pretzels Veranstalter Felix Haas
Bits & Pretzels Veranstalter Felix Haas

Müssen Sport-Start-ups aber gleichzeitig ihre Lässigkeit und Begeisterung ablegen, um Investoren-Geld zu bekommen? Felix Haas ist Start-up-Gründer und Investor. Außerdem organisiert er das Gründerfestival Bits & Pretzels. Auch in ein Sport-Start-up steckte er schon erfolgreich sein Geld gesteckt. Er verrät, bei welchen Aspekten Start-ups aus dem Sport besonders aufpassen müssen und welchen Fehler sie sich nie leisten sollten.

Das Sport-Business ist oft ein bisschen lässiger als viele andere Branchen. Inwiefern sollten sich Start-ups aus dem Sport bei der Business-Etikette – zum Beispiel bei einem Pitch  anpassen?

Felix Haas: Gar nicht. Kommt wie ihr seid. Das Wichtigste ist authentisch rüberzukommen und sich wohl zu fühlen, nur so kann man meiner Meinung nach überzeugen. Ob das im Anzug oder in Sneakern ist, spielt dabei keine Rolle.

Zwei Gründertypen für wirtschaftlichen Erfolg

Unternehmer die im Sportbereich gründen, sind oft selbst Sportler und gründen mit großer Leidenschaft für ihr Thema. Warum ist das ein Vorteil bzw. ein Nachteil?

Ein Vorteil ist sicher der Blick für die Zielgruppe und das Auge für die Details des Produkts. Oft jedoch fehlt der richtige betriebswirtschaftliche Blick. Entscheidend ist am Ende ja der wirtschaftliche Erfolg: Ein tragbares, nachhaltiges und vor allem auch skalierbares Geschäftsmodell. Die Kombination aus diesen beiden Gründertypen ist meines Erachtens nach ideal.

Runtastic-Gründer und Adidas-Chef diskutieren auf der Bits & Pretzels über Start-ups >>> 

Sie haben mit Vicegolf selbst in ein Start-up aus dem Sportbusiness investiert, wie attraktiv sind Sportfirmen für Investoren?
Vicegolf ist ein Traum für uns Investoren: Ein hervorragendes Gründerteam mit globaler Ambition, einem weltweit einmaligen Produkt und eine wirklich gute Umsetzung dieser Wachstumsstory. Sportfirmen sind für uns immer dann interessant, wenn sie ein nachhaltiges Geschäftsmodell rund um ein innovatives Produkt in einem großen Markt entwickeln.

Die Digitalisierung bietet immer mehr Chancen im Sportbereich, Geräte wie die Apple Watch und andere Wearables wie VR-Brillen eröffnen ganz neue Märkte.


 

Digitalisierung für Investoren wichtig

Und unter welchen Bedingungen würden Sie in ein Start-up aus dem Sport-Business investieren?
T
olles Team, tolles Produkt, hoher Anteil von Digitalisierung, globales Skalierungspotential. Bei diesen Voraussetzungen wäre ich sofort dabei.

Welche Fehler dürfen Start-ups gegenüber Investoren nie machen? Gibt es K.O.-Kriterien?
Lügen ist für mich ein absolutes No-Go. Klar will jeder sein Start-up bestmöglich präsentieren und natürlich werden die positiven Aspekte hervorgehoben, aber sobald man Sachen verspricht, die einfach nicht gehalten werden können, wird jeder Investor sofort das Vertrauen verlieren und ist raus.


Vernetzung bei Start-up-Event

Sie sind Organisator der Bits & Pretzels, was hat ein Sport-Start-up davon, zu einem thematisch sehr allgemeinen Start-up-Event wie der Bits & Pretzels zu kommen?
Bits & Pretzels vernetzt Gründer mit Investoren und Journalisten. Wir hatten in den letzten Jahren einige Dutzend Sport-Start-ups bei uns in der Start-up Exhibition und meines Wissens nach haben einige davon auch ihre ersten Investoren bei Bits & Pretzels gefunden.

Dieses Jahr legen wir einen ganz besonderen Fokus auf das Thema Matchmaking. Unser Ziel ist es, die richtigen Leute miteinander zu vernetzen. Dazu gibt es eine 100qm große Matchmaking Area, in der 30 Matchmakers fleißig damit beschäftigt sind, Leute zu „connecten“.

Zudem erleichtert unsere App die Kontaktaufnahme und man kann gezielt eingeben, was man sucht und bietet, auch bestimmte Themenbereiche. Das ist der perfekte Weg, um Start-ups und Investoren zu vernetzen.

In diese Start-ups steckt Oliver Kahn sein Geld als Investor >>>

Was ist wichtiger, der Netzwerk-Small-Talk-Termin oder die Verabredung im Büro?
Der Termin im Büro, bzw. noch besser: Beim Kunden.

Autor:
Claudia Klingelhöfer


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