Autor:
Lars Becker

Biathletin spricht über Sponsoren, TV-Interviews und Social Media

Laura Dahlmeier: „Mit Biathlon lässt sich gutes Geld verdienen“

Biathlon-Königin – ein einträglicher Beruf? Laura Dahlmeier feierte 2016/2017 ihren ersten Sieg im Gesamt-Weltcup, die Rekord-Weltmeisterin zieht inzwischen ähnlich viel Aufmerksamkeit auf sich wie einst Magdalena Neuner. Jetzt hat sie sich in Pyeongchang auch die ersten olympischen Goldmedaillen um den Hals gehängt. Im Business-Interview mit ISPO.com spricht Laura Dahlmeier über Geld, Sponsoren-Verpflichtungen und den Vergleich zum Fußball.

Laura Dahlmeier ist auch in Pyeongchang erfolgreich
Laura Dahlmeier auch in Pyeongchang erfolgreich 

Schritt für Schritt ging es aufwärts für Laura Dahlmeier. Nach Platz 35 im Biathlon-Gesamt-Weltcup 2013 hat sich die sympathisch unaufgeregte Wintersportlerin über die Ränge 15 (2014), 8 (2015) und 6 (2016) in die Spitzenposition nach oben gearbeitet – die Saison 2016/2017 beendete Dahlmeier erstmals an der Spitze des Gesamt-Weltcup.

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Ein großartiger Abschluss einer unfassbare Saison von Laura Dahlmeier. Denn die junge Frau aus Garmisch-Partenkirchen war bereits zuvor mehrfache Weltmeisterin: Bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen räumte Laura Dahlmeier richtig ab. Gold mit Deutschlands Mixed Staffel, Silber im Sprint, Gold in der Verfolgung, Gold im Einzelrennen, Gold mit der Frauen-Staffel, Gold im Massenstart-Rennen.

Dahlmeier sammelt eine olympische Medaille nach der anderen

Auch bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ist Laura Dahlmeier Medaillen-Garant. Sowohl bei ihrem ersten Start im Sprint, als auch bei ihrem zweiten in der Verfolgung holt sie Gold und ist damit Doppel-Olympiasiegerin. Im dritten Rennen, im Einzel über 15 Kilometer wird es dann Bronze. 

Das Ziel bei den Biathlon-Frauen seien insgesamt „fünf Medaillen“, hatte der sportliche Leiter Björn Weisheit vor den Spielen bekannt gegeben: „Wir peilen drei Medaillen in den Teamwettbewerben und zwei in den Einzelwettkämpfen an.“

Wenn jemand mit dem hohen Druck umgehen kann, dann zweifelsohne Laura Dahlmeier. Die Oberbayerin agiert souverän nach dem selbstgewählten Motto „Scheiß da nix, dann feid da nix“, was so viel bedeutet wie „Sorge dich nicht, dann wird es schon gutgehen“.

Sportlich läuft's, doch auch finanziell muss sich Laura Dahlmeier keine Sorgen machen. Zehn Firmen führte der Biathlon-Star vor einem Jahr auf seiner offiziellen Homepage als Partner auf, mittlerweile sind es schon 18. ISPO.com hat mit der 24-Jährigen übers Sport Business gesprochen: über Geld, Finanzen, Popularität und Social Media.

Laura Dahlmeier im Interview

ISPO.com: Frau Dahlmeier, Biathlon ist seit Jahren mit Abstand der populärste Wintersport in Deutschland, Ihre Bekanntheit ist mit Ihren Erfolgen enorm gewachsen. Wie wichtig ist es Ihnen, dass damit auch Ihre Einnahmen steigen?
Laura Dahlmeier: Geld sollte nie die Motivation Nummer 1 sein. Aber mit Biathlon lässt sich sicher gutes Geld verdienen. Und ich finde das auch richtig. Es wird dafür nämlich auch viel gefordert im Zusammenspiel mit Medien und Sponsoren. Dabei muss man auch aufpassen, dass die Privatsphäre nicht leidet. Natürlich wollen alle am liebsten ein Foto, wie ich daheim auf dem Sofa liege. Das wird es aber von mir nie geben.

Laura Dahlmeier: „Ich lebe nicht in Saus und Braus“

Sind Sie eher der Sparertyp oder geben Sie auch mal gern Geld aus?
Es gibt schon mal Momente, wo ich nicht so aufs Geld schaue. Zum Beispiel, wenn ich mir einen passenden Urlaubsflug heraussuche. Aber ich lebe nicht in Saus und Braus: Und ich bin auch nicht der Typ Frau, der sagt: „Jetzt habe ich einen Weltcup gewonnen, jetzt gehe ich erstmal shoppen.“ Ich habe eine eigene Wohnung im Haus meiner Eltern und kann zum Beispiel immer mal zum Essen rübergehen. Die perfekte Konstellation. (lacht)

Das heißt, Sie können auch etwas für später zurücklegen?
Wenn ich aufhöre, bin ich vielleicht 30. Da habe ich aber noch keine Ausbildung gemacht. Das heißt, ich werde ganz von vorn anfangen. Das ist halt ein anderes Leben als das von jemandem, der direkt nach der Schule oder dem Studium in den Beruf einsteigt. Deshalb ist es gut, dass ich mir einen finanziellen Puffer aufbaue, jetzt, wo ich mehr Geld verdiene.

 

Sponsoren-Wünsche erfüllen – wenn möglich

Wie groß sind denn die Anforderungen der Sponsoren an Sie?
Natürlich wollen die meisten so viele Termine wie möglich mit mir machen. Für meinen Kopfsponsor Viessmann aber auch Partner wie DKB, Kornspitz, Joka (Waffe) oder Adidas bin ich bei Talkrunden oder Veranstaltungen gefragt, auch mal während eines Weltcups.
Natürlich wollen die Partner auch immer gern, dass ich etwas auf Social Media teile. Ich versuche, so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen. Instagram hier, Facebook da – man muss halt dabei immer aufpassen, dass die sportliche Leistung nicht darunter leidet.

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Im Fußball wird wesentlich mehr als im Biathlon verdient. Würden Sie gern mit Bayern-Star Robert Lewandowski tauschen?
Keine Sekunde möchte ich tauschen. Viele Fußball-Stars haben ja gar kein Privatleben mehr. Die gehen in den Supermarkt und der ganze Laden flippt aus. Bei mir wird das Interesse auch immer größer, aber es hält sich noch in Grenzen. Ich finde es schön, dass sie mitfiebern, aber natürlich möchte ich auch ein gutes Stück meiner Privatsphäre behalten.

 

Sie werden oft mit Magdalena Neuner verglichen. Nervt dieser Vergleich?
Es ist eine Ehre, mit Magdalena verglichen zu werden. Und es gibt ja auch einige Parallelen. Aber ich bin natürlich auch eine eigene Person und mein Vorbild ist aktuell Martin Fourcade.

 

    Über Laura Dahlmeier:

    Welchen Beruf hat Laura Dahlmeier eigentlich? Profi-Sportlerin, na klar, aber auch Zolloberwachtmeisterin. Seit August 2011, nach ihrem Abitur am St.-Irmengard-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen, gehört Laura Dahlmeier zum Zoll Ski Team. „Für mich ist das das Beste, denn nebenbei findet keine Ausbildung statt und ich kann zu Hause trainieren in Mittenwald und Kaltenbrunn“, erzählte Dahlmeier in einem DSV-Interview.

    Die Biathlon-Spitzenathletin ist damit eine von 33 Sportlerinnen im Zoll Ski Team in der Wintersaison 2017/2018. Beamte im mittleren Zolldienst erhalten ein Einstiegsgehalt von 2150 Euro brutto im Monat. Die Einnahmen durch Laura Dahlmeiers Sportkarriere – für einen Weltcup-Sieg gibt es rund 13.000 Euro – werden auf etwa 50.000 Euro monatlich geschätzt.

    Autor:
    Lars Becker




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