Autor:
Thomas Becker

So geht es dem Ski-Ass nach seiner Profi-Karriere

Felix Neureuther - Der Tausendsassa kommt auf die ISPO Munich 2020

Die Karriere als Skirennläufer ist zu Ende, und doch ist das Gesicht von Felix Neureuther so präsent wie eh und je. Der einst beste deutsche Skiläufer ist gerade dabei, sich zum Geschäftsmann zu mausern, und das auf mehreren Feldern gleichzeitig. Auch auf der ISPO Munich 2020 ist Neureuther zu Gast.

Felix Neureuther ist das neue Gesicht von Jack Wolfskin.
Felix Neureuther ist zu Gast auf der ISPO Munich 2020.

Der Plan war eigentlich klar: aufhören mit dem Rennsport, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Tja, Pustekuchen!

Wenn man Miriam Neureuther fragt, ob sie ihren Felix denn jetzt öfter sieht als früher, schüttelt sie den Kopf und sagt: „Nein, eher noch weniger.“ Dabei ist gerade das zweite Kind des Garmisch-Partenkirchener Bilderbuch-Paares unterwegs, doch Deutschlands ehemals bester Skifahrer ist so viel unterwegs wie nie zuvor – nicht mehr als „Der Wedler“, sondern nunmehr als Geschäftsmann und als der immens beliebte Ex-Sportler Neureuther.

Da geht es ihm nicht anders als seinen Eltern, die auch heute noch, fast 40 Jahre nach dem Karriereende, in den Talk- und Spiele-Runden der TV-Republik zu sehen sind.

Felix Neureuther ist zu Gast auf der ISPO Munich 2020! Am Montag, den 27. Januar ist er ab 14 Uhr dabei, wenn in Halle 4, Stand 204 das neue, erweiterte Produktportfolio und die neue Markenstrategie von ABS vorgestellt wird. Seien auch Sie dabei und sehen Sie die neuesten Trends der Sportbranche unter den Mottos Be creative. Be responsible. Be active.

Enge Verbindung mit ABS-CEO Stefan Mohr

Am 16. März 2019 verkündete Neureuther junior mit fast 35 und nach 13 Weltcupsiegen, ein Mal Silber und zwei Mal Bronze bei der WM und nach einem deutschen Meistertitel in der Abfahrt (2009) in einem bewegenden Video das Ende seiner sportlichen Laufbahn. Dass er mit dem Sport beruflich verbunden bleiben will, stand da schon längst für ihn fest: „Der Skisport war mein Leben und wird es in Zukunft auch bleiben. Deswegen sag ich nicht servus, sondern bis bald.“

Schon ein Jahr zuvor war er als Investor beim Lawinenairbag-Hersteller ABS eingestiegen. Schon Großvater Gottfried, vor über 30 Jahren als Arzt bei der Bergrettung in Garmisch im Einsatz, sei an der Entwicklung des ersten Lawinenairbags beteiligt gewesen, erzählte Neureuther: „Das Thema Sicherheit liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte das bestehende Produktportfolio erweitern und aktiv an der Produktentwicklung mitarbeiten. Schließlich geht es jetzt für mich als Teilhaber nun auch um den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.“

Über die Höhe seiner Beteiligung am Unternehmen wurde Stillschweigen vereinbart. Der Weg ins Geschäftsleben war ein eher kurzer: Der CEO von ABS heißt Stefan Mohr und gehört so gut wie zur Familie. Sein Onkel Heinz ist Neureuthers Taufpate, war Trainer der deutschen Ski-Nationalmannschaft, leitete mehr als 20 Jahre das Bundesleistungszentrum Alpin in Garmisch und war Rennleiter bei der Ski-WM 2011.

Beim Freeride Film Festival frotzelte Neureuther unlängst auf der Bühne mit seinem CEO herum, dass man als Außenstehender nie im Leben auf die Idee kommen würde, dass es sich hier um Business-Männer handelt.

Neueste Rolle: Testimonial von Jack Wolfskin

Aber ABS ist ja nur eins von vielen Betätigungsfeldern. Ein Buch über das Gehirn-Trainingsprogramm Life Kinettik hatte Felix Neureuther schon 2009 geschrieben, es folgten nun von 2017 an in jedem Jahr ein lustiges Kinderbuch mit den sportiven Abenteuern von Ixi, Basti, Mimi und Marcello, dem Hirsch – für 2020 ist bereits das nächste Werk in Arbeit.

Seit zehn Jahren ist Neureuther Botschafter für die Bewegung „Sport im Hort“, seit 2012 gibt es die Ski-Camps der „Felix Neureuther Ski Academy“, seit 2014 ist er Botschafter für „fit4future“ sowie des Projekts „Beweg dich schlau!“, für das er auf mehreren „Felix & Friends for Kids“-Galas im Münchner Hotel Vierjahreszeiten Spenden sammelte.

Als Testimonial ist er neuerdings für die Outdoor-Firma Jack Wolfskin und für die E-Bikes der Firma Bosch unterwegs sowie für seine Ausrüster aus der aktiven Ski-Zeit – schließlich steht er ja auch noch als TV-Experte für die ARD bei einigen Ski-Weltcup-Rennen vor der Fernsehkamera, als Nachfolger seiner ehemaligen Klassenkameradin Maria Höfl-Riesch.

Partner bei ABS Protection: Geschäftsführer Stefan Mohr (li.) und Investor Felix Neureuther.
Stefan Mohr und Felix Neureuther posieren mit ABS-Lawinenrucksäcken

Neureuther mit einigen TV-Auftritten

Hinzu kamen und kommen zig TV-Auftritte, von der „KiKA LIVE Adventsshow" bis zum RTL Jahresrückblick. Laudatio kann er auch: Bei Marcel Hirschers Auszeichnung zum Sportler des Jahres in Österreich rührte er seinen ewigen Konkurrentenkumpel mit den Worten: „Es ist egal, wie viele Medaillen oder Rennen ich ohne dich gewonnen hätte. Ohne dich wäre es nur halb so viel Wert gewesen."

Von Marcel Hirscher hört man derweil, dass er sich nach seinem Karriereende vor allem eins nimmt: Zeit für die Familie. 104 Tage nach seinem Rücktritt trat der Salzburger unlängst erstmals wieder auf und sagte ein paar Sätze: „Ich brauche das Handy fast nicht mehr.“ Oder: „Ich hab' gar keine Ski mehr daheim."

 

Bürojob? „Das könnte ich nicht"

Felix Neureuther beschreibt sein neues Leben dagegen so: „Es ist definitiv anders, wesentlich weniger Nervenkitzel, aber dafür umso schönere private Momente. Uns wird es sicher nicht langweilig Zuhause. Ich freue mich auf die Zeit daheim, auch wenn mir die Jungs sehr fehlen werden. Was mir nicht so abgeht, sind die Reiserei und die engen Skischuhe.“

Einen Job im Büro zu übernehmen, kann er sich allerdings überhaupt nicht vorstellen: „Das könnte ich nicht. Da würde ich zugrunde gehen.“ So weit wird’s schon nicht kommen.

Autor:
Thomas Becker
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