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Fakten über US-Sprintstar Noah Lyles

LISTICLE | 05.07.2021
Noah Lyles ist Top-Favorit auf Olympia-Gold über die 200m.
Autor:
Martin Jahns

Noah Lyles gilt als heißester Gold-Anwärter der US-Leichtathletik bei den Olympischen Spielen in Tokio. Doch der Sprinter ist auch abseits des Sports auffällig: Mit seinem Engagement für Black Lives Matter, den offenen Umgang mit psychischen Problemen und seinen eigenen Rap-Songs.

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Noah Lyles: Usain Bolts Thronfolger über 200 Meter?

Vieles spricht dafür, dass die Olympischen Spiele die große Bühne für Noah Lyles werden. Über die 200m gilt er als aussichtsreichster Gold-Kandidat und wäre damit Nachfolger des legendären Usain Bolt. Mit einer persönlichen Bestleistung von 19,50 Sekunden ist Lyles über die Distanz der viertschnellste Mann der Geschichte. 2020 gewann er alle 200m-Läufe, bei denen er an den Start gegangen ist.

Auch seine Titelsammlung der vergangenen Jahre kann sich sehen lassen:

  • WM-Gold 2019 über 200m
  • WM-Gold 2019 mit der 4x 100m Staffel
  • 200m-Siege in der Diamond League: Brüssel (2019, 2017), Zürich (2019, 2018)

Eigentlich träumte Lyles auch von einem Start in Tokio über 100m. Über die Distanz verpasste der 24-Jährige bei den US-Trials allerdings die Qualifikation. In der 4x 100m Staffel der USA dürfte er allerdings einen Platz sicher haben.

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Offensiver Umgang mit psychischen Problemen

Im Jahr 2020 offenbarte Noah Lyles in einem Tweet, dass er an psychischen Problemen leide und daher Antidepressiva zu sich nehme, was „eine der besten Entscheidungen“ für ihn gewesen sei. Auch danach machte sich Lyles öffentlich für die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten stark und sprach offen über seine Behandlung. „Ich habe einen Sporttherapeuten seit der High-School, als ich 16 war. Außerdem habe ich einen persönlichen Therapeuten, der mir bei Alltagssorgen hilft. Psychische Gesundheit ist sehr wichtig, und auch Familie und enge Freunde können in schlimmsten Zeiten eine große Hilfe sein.“

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Engagement für Black Lives Matter

In Folge der Ermordung von George Floyd setzte auch Noah Lyles Zeichen im Sinne der Black Lives Matter Bewegung. Immer wieder, zuletzt bei den US-Meisterschaften im Vorfeld der Olympischen Spiele, tritt er mit einem schwarzen Handschuh in der Tradition der „Black Power“-Bewegung bei Wettkämpfen an. Vor dem 100m-Finale bei den US-Trials erhob er an der Startlinie seine Faust. „Wir sterben noch immer in den Straßen. Nur weil wir nicht mehr in den Nachrichten sprechen und Olympia vor der Tür steht, heißt das nicht, dass es nicht mehr passiert“, sagte er danach.

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Rap ist die Leidenschaft neben dem Laufen

Noah Lyles’ zweite Heimat neben den Tartanbahnen der Welt ist das Musikstudio: Bereits ein gutes Dutzend Singles und EPs hat er unter dem Namen „Nojo18“ schon veröffentlicht. Sein Stil: Rap im Stil von Kanye West. Den aktuellen Trap- und Mumble-Rap-Trend lässt Lyles dafür links liegen.

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Top-Sprinter mit Asthma und ADHS

Seit seiner Kindheit leidet Lyles an Asthma. Um in Corona-Zeiten Kontakte zu vermeiden und trotzdem zu trainieren, wich er für sein tägliches Training auch deshalb oft auf Parkplätze aus. Doch für Lyles war Verzicht nichts Neues: Er wuchs mit seiner Mutter und seinem Bruder in einer Einraumwohnung auf, litt neben Asthma außerdem an ADHS und einer Lese- und Rechtschreibschwäche. Lyles selbst sagt, dass er vor allem deshalb mit immer wieder neuen Frisuren und extravaganten Outfits überrascht. „Für mich ist das sehr wichtig, es hilft mir, aus meinem Kopf zu kommen, was als jemand mit ADS und Depressionen und Angstzuständen ganz leicht passieren kann", sagt er. "Es hilft mir, ich selbst zu sein, es hilft mir, Spaß zu haben, es hilft mir, da rauszugehen und dem Publikum etwas zu geben, auf das es sich freuen kann.“

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Bei der Olympia-Eröffnung 2012 macht es Klick

Mit 14 Jahren wurde Lyles klar, was sein Lebensziel warden würde: Als Leichtathlet bei den Olympischen Spielen antreten. Auslöser dafür war die von Star-Regisseur Danny Boyle (Trainspotting, Slumdog Millionaire) konzipierte Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London. “In diesem Moment hat es Klick gemacht”, erinert sich Lyles: “Mein Bruder hat mich auf die Idee gebracht und so wurde es einer dieser Momente, an denen man denkt: ‚Das will ich machen‘, ehe man weiterdenkt: ‚Nein, Moment, das kann ich machen!‘ Daraus wurde dann ein: ‘Wir machen das!’”

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Seine Sponsoren und Partner

Als größte Goldhoffnung der US-Leichtathletik hat Lyles gigantische Marken als Sponsoren und Partner gewinnen:

  • Adidas
  • Omega
  • Coca-Cola
  • Visa
  • Xfinity
  • Intel
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Martin Jahns
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