Joscha Thieringer
Autor:
Joscha Thieringer

Tony Hawk, Adidas und ISPO zum Thema Digitalisierung

ISPO Digitize Pioneers Night: Sport und Digitalisierung gehören zusammen

Mehr Trubel geht nicht: Zur Keynote von Tony Hawk auf der ISPO Digitize Pioneers Night kommen hunderte Besucher. Der Skateboard-Superstar teilt die ISPO Vision: Die Digitalisierung wird die Sportbranche nachhaltig verändern.

Skater-Legende Tony Hawk auf der ISPO Digitize Pioneers Night. 

Tobias Gröber gibt sich keiner Illusion hin: „Bevor Sie den wichtigsten Speaker dieses Abends erleben, müssen Sie jetzt mir noch kurz folgen“, sagt der Director der ISPO Group mit einem Augenzwinkern zu den über 500 Menschen auf und neben der ISPO Academy Tribüne.

In Halle C6 herrscht Ausnahmezustand. Skater-Legende Tony Hawk hält als Botschafter von ISPO Digitize seine Keynote „The Future of Sports“. Und der 50-Jährige verbreitet zum Start der ISPO Digitize Pioneers Night gute Stimmung: „Die Zukunft des Sports ist glänzend, die Zukunft des Skateboardens sogar noch glänzender.“

ISPO.com fasst die 5 Learnings zusammen, die Superstar Tony Hawk in seiner Keynote herausstellt. Die besten Karriere-Tipps der Skateboard-Legende

Learning 1: eSports sind auch Sport – und werden noch viel größer

Tony Hawk nimmt seine Zuhörer mit auf eine Reise durch die Höhepunkte, ohne die Tiefpunkte auszusparen. „Als mein Videospiel auf den Markt kam und recht schnell sehr erfolgreich wurde, nannten mich manche einen Verräter“, berichtet der US-Amerikaner. „Mir wurde teilweise vorgeworfen, ich würde meinen Sport ausverkaufen – ich glaube, sie waren einfach nur unzufrieden, dass ich überhaupt etwas verkaufte.“

Learning 2: Wer erfolgreich ist, muss einstecken können

Das nach ihm benannte Videospiel hat Tony Hawk eine weltweite Popularität beschert. Bei Facebook hat er sechs Millionen Fans, doch es gibt auch Kritiker. Negatives Feedback blende er einfach aus, sagt Hawk: „Würde ich all diese negativen Kommentare an mich heranlassen, dann würde mich das wahrscheinlich sehr belasten.“

Learning 3: Harte Arbeit zahlt sich irgendwann aus

Tony Hawk war und ist nicht nur ein sportliches Idol, er hat es auch geschafft, sich zur Marke zu machen. Es steckt viel Arbeit dahinter. „Ich fordere mich selbst heraus, das war schon in meiner Jugend so: Ich wollte immer besser werden, meine Technik perfektionieren“, sagt der Vater dreier Söhne und einer Tochter. „Und diese Einstellung habe ich mir nach dem Ende meiner Sportkarriere bewahrt.“

Learning 4: Schau dich um und sei offen für Neues

Bereits im Alter von 14 Jahren war Tony Hawk Skateboard-Profi, es folgten unzählige Titel, Triumphe und Auszeichnungen. Doch nach seiner aktiven Karriere lief es nicht gerade rund. Die Einkünfte blieben aus. Bis sein Videospiel 1999 auf den Markt kam. „Ich habe neue Technologien immer mit offenen Armen empfangen“, sagt der Superstar, „du musst wissen, was die Menschen da draußen bewegt und dich darauf einstellen.“

Learning 5: Sport und Social Media gehören zusammen

Dabei ist Tony Hawk durchaus bewusst, dass eine solche Karriere wie seine heute nur noch schwer möglich ist. „Durch Social Media und die Digitalisierung verteilt sich die Aufmerksamkeit auf viel mehr Sportler und Nischen – ich mag diesen demokratischen Prozess“, sagt Hawk. „Um berühmt zu werden, musstest du früher viele Wettbewerbe gewinnen. Dann musstest du auch noch gute Videos drehen. Und heute musst du zusätzlich Social Media verstehen und dich dort zu inszenieren wissen.“

Einen Schlüsselmoment habe er vor einigen Jahren erlebt, berichtet Tony Hawk. „Twitter war damals etwas sensationell Neues. Ich war fasziniert, wie schnell sich Nachrichten plötzlich verbreiteten.“ Wie schnell, das wollte er selbst herausfinden.

Eines Tages, Tony Hawk war gerade im Auto unterwegs in sein Büro in Kalifornien, kam ihm die Idee zu einem kleinen Experiment: „Ich fuhr rechts ran, nahm mein Skateboard und warf es in einen Busch am Straßenrand. Diese Szene filmte ich und stellte sie auf Twitter. Es dauerte nicht lange, bis der Erste auftauchte und zu suchen anfing. Und wenig später war eine kleine Menschentraube dort.“

ISPO Digitize – die Nachfrage wächst

Ein Menschenmagnet ist Tony Hawk auch auf der ISPO Digitize Pioneers Night. Nach seinem Vortrag hat das Security-Team alle Hände voll zu tun, um den Skate-Superstar wieder aus der Halle zu schleusen. Ein gemütlicher Rundgang durch die Hallen – unmöglich. Das sei etwas schade, sagt Hawk später im Interview mit ISPO.com. „Die ISPO Munich ist weltweit die beste Messe, die es im Sport Business gibt – und das schon seit vielen Jahren.“

Der eingeschlagene Weg, die Digitalisierung der Sportbranche nicht nur zu begleiten, sondern aktiv voranzutreiben, sei genau der richtige, meint Hawk. Ein größeres Kompliment könnte man ISPO-Chef Tobias Gröber wohl kaum machen. „Wir sind sehr happy, dass ISPO Digitize so gut ankommt“, sagt dieser. „Die Nachfrage wird immer größer und ich bin sicher, dass wir beim ISPO Digitize Summit am 3. und 4. Juli 2019 noch einen draufsetzen können.“

Mit der ersten Veranstaltung im Sommer 2018 hat ISPO zusammen mit Adidas einen tollen Startschuss gegeben. Auch zur ISPO Munich 2019 schickte der Sportartikel-Gigant aus Herzogenaurach einen hochkarätigen Vertreter: Tareq Nazlawy, Senior Director Digital Strategy Adidas, stellte den gespannten Zuhörern die Pläne von Adidas vor: „Digitalisierung ist keine Nebensache. Für uns steht sie im Mittelpunkt unseres Handelns.“

 

ISPO macht digitale Möglichkeiten erlebbar

Wachstumsmärkte im Sport links liegen zu lassen, das könne sich ISPO nicht erlauben, findet auch Tobias Gröber. eSports in die ISPO Munich zu integrieren sei deshalb genau die richtige Entscheidung gewesen, findet er. Es gehe schließlich auch darum, den Besuchern mehr als nur ein Gefühl für die digitalen Entwicklungen mitzugeben: „Wir haben hier die Chance, alle Facetten des Sport Business erlebbar zu machen und Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Welt zu schaffen.“

Und so endet die ISPO Digitize Pioneers Night mit einem Fifa-Showmatch zwischen einem Vertreter von Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen, während nebenan die Besucher ihre Eindrücke bei einem Feierabend-Getränk und DJ-Musik diskutieren.

Joscha Thieringer
Autor:
Joscha Thieringer
Kommentare


Themen dieses Artikels