Autor:
Constantin Duge

Das Sport-Business bereitet sich auf eine Zukunft mit Gaming vor

ISPO Munich 2019 zeigt, wie Unternehmen ihre eSports-Strategien gestalten

Mehr und mehr Unternehmen strömen in den eSports-Markt. ISPO gibt Besuchern und Ausstellern dieses Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit, sich über die Zukunft der Branche zu informieren. 

Die sogenannten „Caster“ moderieren die Turniere.

Der eSports-Markt wächst rasant und hat sein Nischendasein längst hinter sich gelassen. ISPO hat daher der jungen Sportart auf der ISPO Munich 2019 einen eigenen Bereich gewidmet. Auf der ISPO Digitize Fläche in Halle C6 gibt es unter anderem eine eigene eSports Arena mit Live-Events.

Das Interesse an Gaming ist immens. Intersport zeigt in seinem SPORTREPORT, der auf der ISPO Munich 2019 vorgestellt wurde, dass bereits 25 Prozent der Männer eSports mit traditionellen Sportarten gleichsetzen. In der Kernzielgruppe der 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 30Prozent.

Gleichzeitig räumt der Report auch mit Vorurteilen auf: eSportler sind demnach keine Einzelsportler, sondern Teamplayer, die kognitive Ausnahmeleistungen vollbringen. Sie sind somit Vollblutsportler, die nach maximalem Erfolg, Ruhm und Anerkennung streben. 

Die großen Unternehmen haben diesen Trend längst erkannt und reagieren: Auf der Bühne der eSports Arena der ISPO Munich 2019 stellen unter anderem ProSiebenSat.1 und die DFL ihre Strategien für die Zukunft im Bereich eSports vor. 

Laut der ProSiebenSat.1 Sports GmbH könnte eSports einen ähnlichen Weg gehen, wie die NFL. Mit American Football erreicht ProSiebenSat.1 aktuell Millionen von Social Media Fans, Fernsehzuschauern und Website-Besuchern pro Monat.

Stefan Zant, Managing Director der ProSiebenSat.1 Sports GmbH, zieht viele Parallelen zwischen den eSports und American Football. Für ihn ist eSports auf einem Stand, der mit der NFL und American Football im Jahr 2012 vergleichbar ist: Kaum TV-Präsenz und eine Nischensportart, aber ein starker Wachstumstrend. 

Stefan Zant in der eSports Arena der ISPO Munich 2019
Stefan Zant zieht viele Parallelen zwischen der NFL und eSports

Dementsprechend stellt sein Unternehmen sich für die Zukunft auf und behandelt eSports mittlerweile genauso wie die NFL oder Handball. Die Strategien zur Gewinnung von Zuschauern und Fans werden einfach übertragen: Crossmediales Storytelling, das genau auf die eSports-Zielgruppe zugeschnitten ist, sowie eine schrittweise Etablierung der TV-Formate und digitalen Angebote.

„Never change a winning strategy“, sagt Zant.

Dominik Hilpisch-Hahn, Head of Licensing & eSport bei der Bundesliga International GmbH, sieht die Virtual Bundesliga ebenfalls als festen Bestandteil der Zukunft der DFL. In der Virtual Bundesliga treten heute bereits eSportler an, die bei Vereinen der ersten oder zweiten Bundesliga unter Vertrag stehen. Egal, ob VFL Wolfsburg, Schalke 04 oder Bayer Leverkusen. 

Dominik Hilpisch-Hahn auf der ISPO Munich 2019
Dominik Hilpisch-Hahn auf der ISPO Munich 2019

Mit eSports und dem Fußballsimulationsspiel FIFA sollen vor allem junge Zuschauer angesprochen werden. Die Spiele der Virtual Bundesliga werden dabei genauso mit Bannerwerbung, Sponsorings und Werbung versehen, wie klassische Fußballspiele. Diese Zielgruppenerweiterung macht die Virtual Bundesliga sehr attraktiv für Werbepartner und Sponsoren. 

Die Virtual Bundesliga bietet der DFL aber noch weitere Möglichkeiten: 67 Prozent aller FIFA-Spiele mit Bundesligavereinen werden im Ausland gespielt. Dies kann genutzt werden, um auch außerhalb von Deutschland neue Zielgruppen und Märkte zu erreichen.

Um diesen neuen Zielgruppen eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, steht für Hilpisch-Hahn die Plattform virtual.bundesliga.com als neuer Anlaufpunkt für die Vereine, Sponsoren und Fans im Mittelpunkt.

Autor:
Constantin Duge
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