Gunther Schnatmann
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Gunther Schnatmann

So nutzen Jobsuchende die ISPO Munich richtig

Jobmotor Messe: Mit diesen 5 Tipps vom Standbesuch zum Traumjob

Auf der ISPO Munich 2018 trifft sich die ganze Welt des Sportbusiness – und damit auch viele attraktive Unternehmen, die mitunter auf der Suche nach Verstärkung sind. Wer auf der Suche nach einem neuen Job ist, kann hier punkten – wir erklären, was dabei wichtig ist.

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Die ISPO Munich 2018 ist das Branchen-Highlight des Jahres. Für Aussteller, Einkäufer, Fachpresse – aber auch für alle, die sich im Job neu orientieren oder einen Einstieg finden wollen. So viele interessante Firmen auf kleinstem Raum, so viele Firmenvertreter, die auch nach neuen Mitarbeitern Ausschau halten, gibt es in der Branche kein zweites Mal. Ideal also, um die eigenen Karriere-Chancen zu sondieren oder sogar Gespräche für einen Jobwechsel anzubahnen. Hier verraten unsere Praxis-Experten Andy Gugenheimer (Chef von sportyjob.com sowie Kooperationspartner des ISPO JOB MARKET) und Gunther Schnatmann (Personalberater mit täglichem Einblick in die Anforderungen der Personalabteilungen), wie Bewerber auf einer Messe wie der ISPO Munich ihren Traumjob finden können.

1. Be prepared – interessante Aussteller heraussuchen und alle Infos sammeln

Auf eine Fachmesse wie die ISPO Munich geht nur Fachpublikum, das die Branche kennt. Stimmt. Aber wenn ich als Young Professional oder als Student eines Sport-Studiengangs gezielt nach Jobmöglichkeiten suche, muss ich mich zusätzlich sehr intensiv mit den Ausstellern beschäftigen, die für mich als künftige Arbeitgeber interessant sind. Das heißt: Ich muss einige Zeit vor der Messe – nicht nur einen Tag vorher – das Ausstellerverzeichnis durchgehen. Und dabei abchecken: Welches Unternehmen ist für mich interessant, bei welcher Firma würde ich gerne arbeiten?

Wer den Kreis seiner Ansprechpartner eingegrenzt hat, muss sich dann näher mit deren Firmen und Produkten beschäftigen und dazu fleißig auf den jeweiligen Websites recherchieren: In welchem Bereich wächst die Firma stark? Welche neuen Produkte bietet es an? Wie wird auch in einzelnen Sport-Foren über die Firma und die Produkte geredet? Welche eigene Meinung habe ich dazu – ist man mit den neuen Laufschuhen auf dem richtigen Weg? Werfen aktuelle Entscheidungen Fragen auf, etwa, warum zum Beispiel ausgerechnet ein neues Testimonial verpflichtet wurde?

„Wer sich auf diese Art intensiv vorbereitet, kann im Gespräch am Stand mit Wissen und Fragen beeindrucken. Genau auf solche qualifizierten Gespräche springen die Unternehmensvertreter gerne an und geben dann nicht nur die personal@xy-Adresse der Personalabteilung weiter, sondern nennen konkrete Ansprechpartner oder leiten gerne die Bewerber-Kontaktdaten gezielt weiter“, weiß Personalberater Gunther Schnatmann.

2. Was kann ich, was biete ich? Ich muss mich „verkaufen“ können!

Zweiter Teil der Vorbereitung ist die Frage: Wie kann ich meine bisherigen Erfahrungen und mein ganz spezielles Know-how so auf den Punkt bringen, dass ich damit zu einem attraktiven Kandidaten werde? Also nicht erst beim Gespräch am Stand im Hinterkopf zusammensuchen, was ich eigentlich bisher an Erfahrungen und Erfolgen gesammelt habe! Das muss ich mir vorher zurechtlegen. Das ist vergleichbar mit einem „Elevator-Pitch“, wenn ich also in 1-2 Minuten einen Fremden davon überzeugen muss, dass ich genau der richtige für sein Unternehmen bin.

Ein Besuch am Messestand ist auch ein Elevator-Pitch, denn die Leute der Unternehmen sind meist im Stress und haben wenig Zeit. Also: Kurz darlegen, was ich mache und gemacht habe. Und dann vor allem herausarbeiten: Was war bisher mein größter „Erfolg“? Eine neue Verkaufsstrategie? Ein Praktikum, bei dem ich ganz einzigartige Erfahrungen gesammelt habe? Und schließlich muss ich mich für meine eigene „Präsentation“ als auch für Nachfragen darauf vorbereiten, wo ich „hin“ will – was sind also meine Ziele, wo würde ich meine Erfahrungen gerne einbringen, welche Position könnte ich mir konkret vorstellen?

Personalexperte Schnatmann: „So ein klares Bild, was ein potentieller Bewerber kann und was er will, macht immer Eindruck. Aber vor allem gewinne ich dadurch als Bewerber im Gespräch Sicherheit, weil ich weiß, was ich sage und auf Nachfragen vorbereitet bin!“

3. Den richtigen Ansprechpartner finden – und hartnäckig sein!

Gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg. Doch das hilft alles nichts, wenn ich nicht an den richtigen Ansprechpartner gerate oder mich am Stand abwimmeln lasse. Eine Möglichkeit, ein Job-Gespräch auf einer Messe wie der ISPO Munich erfolgreich anzubahnen, ist der Vorab-Kontakt. Konventionell über die Kontaktdaten im Ausstellerverzeichnis. Aber auch über die Business-Netzwerke Xing und LinkedIn. Hier können Geschäftsführer kleinerer Aussteller oder Personalverantwortliche großer Firmen direkt kontaktiert werden. Auch wenn diese vielleicht nicht selbst auf der Messe sind, können sie einem Kollegen nennen, die sich gerne über Joboptionen unterhalten würden.

Wer hier keinen Erfolg hatte, nimmt den klassischen Weg: Beim Standpersonal einfach nachfragen, wer für Personal oder Rekrutierung zuständig ist. Oft sind diese Ansprechpartner gerade im Gespräch oder haben schon mehrere Termine. Hier nicht abwimmeln lassen! Stattdessen darauf beharren: „Ich würde sehr gerne einen Ihrer Verantwortlichen sprechen. Ihr Unternehmen interessiert mich sehr! Wann besteht eine Chance, kann ich auch telefonisch wegen des Gesprächstermins nochmal nachfragen oder wollen Sie mich anrufen wenn es passt?“ „Wer hartnäckig ist, ist nicht lästig, sondern zeigt nur sein starkes Interesse für die Firma. Das kann durchaus Pluspunkte bringen!“, weiß Bewerbungs-Profi Andy Gugenheimer.

4. Schnell ins Plaudern kommen – und Fragen stellen!

Wer also die richtige Ansprechperson erwischt und dann richtig gut vorbereitet ist, stellt meist fest: Der Gesprächspartner, der eigentlich nur wenig Zeit hatte, interessiert sich plötzlich für mich. Aus der Kurzvorstellung und einem Frage-Antwort-Spiel wird ein richtiges Gespräch. Dabei ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Also nicht nur Fragen zu beantworten, sondern auch selbst Fragen zu stellen. Zu den Plänen der Firma, zu neuen Produkten. Oder zu konkreten Einsatzmöglichkeiten und Karrierewegen. Das zeigt wirkliches Interesse und baut zudem einen guten Draht zum Gegenüber auf. Wer also aktiv am Gespräch teilnimmt, eigene Meinung einbringt, sich für viele Dinge interessiert, der bleibt auch in Erinnerung! Hier ist es auch wichtig, vom angespannten „Bewerber-Modus“ in eine lockere Plauderhaltung auf Augenhöhe zu kommen. Das zeigt Souveränität und hinterlässt nachträglich einen ganz großen Sympathie-Bonus!

5. Bei Hot Dogs und Events - die besten Kontakte gibt’s am Rande

Eine Messe wie die ISPO Munich ist auch wie ein großer Jahrmarkt. Man kann sich treiben lassen und entdeckt überall etwas Neues und Interessantes. Das sollte man als Job-Interessent bei all den angebahnten oder auf gut Glück ergatterten Gesprächen an den Messeständen nicht vergessen. Viele Entscheider tummeln sich auch auf den Veranstaltungen in den Messehallen oder bei den Events am Rande. Oder einfach nur am Imbiss-Stand beim Hot Dog und im Messe-Restaurant. Deshalb ist es wichtig, sich auch auf vielen Veranstaltungen, zu denen man Zutritt hat, umzutun. Zuschauen, staunen und mit dem Nachbarn neben einem ins Gespräch kommen. Oft lernt man einfach nur nette Leute kennen, manchmal aber auch Mitarbeiter von Firmen, die man vielleicht gar nicht auf dem Radar hatte. Und die einen wiederum Ansprechpartner für Jobs empfehlen können oder gar selbst Ansprechpartner sind. Wer hier nicht ständig die „Jobsucher-Fahne“ vor sich herträgt, sondern beiläufig erwähnt, dass er auch schon interessante Job-Gespräche auf der Messe hatte, kann auf smarte Art punkten und hat sogar oft bessere Chancen als bei offiziellen Gesprächen. „Ich habe fast alle meine Jobs in Festanstellung damals auf der ISPO Munich bekommen, meist in Gesprächen am Rande“, sagt sportyjob-Chef Gugenheimer.

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Fazit: Auf der Messe ist alles möglich

Eine Messe wie die ISPO Munich ist also der perfekte Job-Markt. Wichtig ist natürlich noch, nach der Messe am Ball zu bleiben. Sich also mit den Gesprächspartnern über soziale Netzwerke und über Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn zu vernetzen. Und sich auch per Mail noch einmal für den Erstkontakt auf der Messe zu bedanken. Dann sollte im besten Fall die Saat aufgehen: Dass man spätestens jetzt seinen Lebenslauf an das Unternehmen senden kann oder sogar schon das Angebot für einen Gesprächstermin im Unternehmen bekommt. Möglich ist alles – auf einer Messe kann man vom Fleck weg eingestellt werden oder man gewinnt Netzwerk-Kontakte, die einen irgendwann später wegen eines Jobs ansprechen. Oder wie es am Messe-Standort München im Volksmund so schön heißt: „Ein bisserl was geht immer!“

Ein Beitrag von Gunther Schnatmann, Personalberater (schnatmann media), Bewerbungs-Coach und Medientrainer

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