Autor:
Dominik Petermeier

Kevin Reiser und Magdalena Kalus im Gespräch mit ISPO.com

eSports-Profi trifft Outdoor-Influencerin

Wenn ein Profi-eSportler und eine Outdoor-Influencerin aufeinandertreffen, kann man fast schon von zwei verschiedenen Welten sprechen. Doch wie sieht deren Alltag genau aus? Gibt es neben den vielen Unterschieden auch Gemeinsamkeiten? Diese Fragen beantworten Outdoor-Sportlerin Magdalena Kalus und eSport-Profi Kevin Reiser im Gespräch mit ISPO.com.

Magdalena Kalus und Kevin Reiser im Gespräch über Outdoor, eSports und das Leben als Influencer.
Magdalena Kalus (li.) und Kevin Reiser (re.) im Gespräch über Outdoor, eSports und das Leben als Influencer.

Magdalena Kalus betreibt zusammen mit ihrer Freundin Anja Kaiser den Outdoor-Blog @youareanadventurestory auf Instagram. Mit ihrem Content rund um Outdoor, Bergsteigen und Abenteuer können die beiden bereits über 45.000 Follower begeistern. Ihr gegenüber sitzt Kevin Reiser. Kevin ist professioneller FIFA-Spieler unter Vertrag beim 1. FC Nürnberg. Auf seinem Instagram- und Twitter-Kanal @thisiskev1n gibt der eSportler insgesamt über 5.000 Fans Einblick in sein Leben als FIFA-Profi.

Schnell wird klar - der Alltag der beiden könnte unterschiedlicher kaum sein. Magadelna ist berufsbedingt viel draußen, Kevin viel vor der Konsole. Im Interview sprechen die Influencer über ihr alltägliches Leben, das Thema eSports und welche Rolle Sport im Allgemeinen für sie spielt.

Trotz der vielen Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten

ISPO.com: Ihr seid beide sehr erfahren auf Eurem Gebiet. Was denkt Ihr, sind Eure Gemeinsamkeiten als Sport- und eSports-Influencer?
Magdalena Kalus:
Ich denke mal die Gemeinsamkeiten zwischen mir als klassischem Outdoor-Blogger und jemanden, der eSports-Influencer ist, sind im Endeffekt, dass wir einfach beide Leute inspirieren und irgendwie animieren, Dinge zu tun.mir als klassischem Outdoor-Blogger und jemanden, der eSports-Influencer ist, sind im Endeffekt, dass wir einfach beide Leute inspirieren und irgendwie animieren, Dinge zu tun.

Das heißt in einem PC Spiel wirklich gut zu werden oder vielleicht auch eine gewisse Sportart zu üben, rauszugehen, Sachen zu erleben und Dinge auszuprobieren. Einfach dieser Punkt Inspiration: „Will ich auch machen, will ich haben, will ich können." Das sind, glaube ich, die Berührungspunkte, die man hat.

Kevin Reiser: Beim Thema Gemeinsamkeiten kann ich im Prinzip nur zustimmen. Das ist der Hauptpunkt. Beim eSports fehlt natürlich die rein körperliche Bewegung. Das ist der große Unterschied.

Sport ist Pflicht für beide

Kevin, bei Dir ist Bewegung im Gegensatz zu Magdalena ja nicht Teil des typischen Influencer-Alltags. Vor diesem Hintergrund: Was macht ihr beide denn, um euch fit zu halten?
Magdalena Kalus:
Wichtig ist - wenn es darum geht, was wir tun, um uns fit zu halten - dass wir keine Athleten sind. Das muss man noch mal unterscheiden, dass es klassische Athleten gibt, die bei einer Brand oder bei einem Verein unter Vertrag sind, die dann auch performen müssen.

Und Influencer sind im Endeffekt Herr über sich selbst und machen genauso viel, wie sie wollen. Wir sind keine klassischen Athleten, die trainieren, um in einem Spiel fit zu werden, sondern wir trainieren auf dem Berg, den wir besteigen wollen. Oder auf einen gewissen Trailrun. Da ist das Training super unterschiedlich. Manchmal sind wir eine Saison lang auf den Ski unterwegs, wenn wir ein gewisses Skiprojekt haben. Mal gehen wir viel laufen, weil wir ein Multi-State Race haben. Aber primär wollen wir natürlich so viel Zeit wie möglich draußen und auf den Beinen verbringen.

Kevin Reiser: Ich geh viermal die Woche ins Fitnessstudio und zusätzlich ab und zu joggen. Das ist für mich vor großen Wettkämpfen ganz wichtig. Da habe ich ein Ritual. Ich gehe vor dem Wettkampf eine Stunde joggen, um den Kopf frei zu haben, voll konzentrationsfähig zu sein und vollen Fokus zu haben. Und das ist bei mir nur durch Joggen möglich. Wenn ich wirklich den ganzen Tag komplett durchzocken müsste, würde mir die Kreativität fehlen. Ich würde auch irgendwann schlecht spielen. Um voll leistungsfähig zu sein, brauche ich den Sport.

Magdalena Kalus: Erwartet man nicht gerade, ehrlich gesagt. Wenn man als Otto Normalverbraucher an eSportler denkt, denkt man eher die sitzen den ganzen Tag im Sessel und bedienen nur die Maus. Also deswegen: Gute Sache.

Kevin Reiser: Ja, da gibt es natürlich auch Beispiele, wie du gerade gesagt hast. Aber zumindest was die FIFA Community angeht, kann ich sagen: Die sind eigentlich im Großen und Ganzen recht sportlich. Weil auch viele Ex-Fußballer dabei sind und viele fußballinteressiert sind, die auch wirklich lange selber gespielt haben.

Magdalena Kalus und Kevin Reiser Im Gespräch mit ISPO.com
Magdalena Kalus und Kevin Reiser Im Gespräch mit ISPO.com 

eSports werden immer bekannter - gut oder nicht?

Das Thema eSports wird allgemein immer präsenter. Was sagt Ihr dazu, dass eSports auf der ISPO Munich 2020 integriert wird?
Kevin Reiser:
Ich finde es sehr gut, dass eSports auf der ISPO Munich vertreten sind, weil die ganze Thematik dadurch einfach immer mehr wächst, einfach immer präsenter wird. Und das ist natürlich im Interesse von uns allen. Das ist ganz einfach. Das Thema wächst.

Magdalena Kalus: Dass eSports auf der ISPO Munich vertreten ist, hat mich erstmal gewundert, weil ich mich mit der Thematik noch nie wirklich beschäftigt habe. Ich habe einfach keine Berührungspunkte im alltäglichen Leben. Aber ich finde es eigentlich ganz gut, dass man darüber spricht und, dass man vielleicht auch ein gewisses Umdenken bei den Leuten hervorrufen kann. Weil ich glaube, dass es immer noch dieses Vorurteil gibt: Man sitzt am Computer und jeder, der am Computer sitzt, macht keinen Sport.

Aber gleichzeitig gibt es Sachen wie Schach, was ja ein Sport ist. Deswegen ist es eigentlich ganz schön, dass die Leute die Möglichkeit haben, sich mal anders zu präsentieren und Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Ich find's cool.

Autor:
Dominik Petermeier
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