Joscha Thieringer
Autor:
Joscha Thieringer

Europäische Industrieverbände forschen zu synthetischen Textilien

Kampf gegen Mikroplastik im Wasser: EOG und FESI schließen sich Bündnis an

In einem Grundsatzpapier haben sich wichtige europäische Industrieverbände zu Maßnahmen gegen Mikroplastik-Teilchen in Gewässern verpflichtet. Zum Bündnis, das insgesamt rund 180.000 Unternehmen vertritt, gehören auch zwei wichtige Verbände der Sportindustrie: die European Outdoor Group (EOG) und die Federation of the European Sporting Goods Industry (FESI).

Unterwasseraufnahme: Sonnenstrahlen scheinen durchs Wasser
Synthetische Mikrofasern gelten als eine der Hauptquellen der Meeresverschmutzung – ein Problem, das viele Sportartikel-Hersteller erkannt haben.

Mikroplastik-Teilchen in Flüssen, Seen und Ozeanen können das Leben zahlreicher Tiere – und damit auch von Milliarden Menschen – bedrohen. Ein Zusammenschluss wichtiger europäischer Industrieverbände zeigt, dass es das Thema ernst nimmt.

In einer gemeinsamen Vereinbarung haben sich diese fünf Verbände, die insgesamt über 180.000 Unternehmen mit mehr als 2,4 Millionen Mitarbeitern vertreten, zu einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit verpflichtet, um Lösungen gegen die Freisetzung von Mikroplastik bei der Wäsche synthetischer Textilien zu erarbeiten:

  • EOG, European Outdoor Group,
  • FESI, Federation of the European Sporting Goods Industry,
  • A.I.S.E., International Association for Soaps, Detergents and Maintenance Products,
  • CIRFS, European Man Made Fibres Association, und
  • EURATEX, European Textile and Apparel Confederation.


Maßnahmen zur Bekämpfung von Mikroplastik in Gewässern

In einem Grundsatzpapier verständigten sich die Verbände auf drei zentrale Maßnahmen:

  1. Gemeinsame Messmethoden definieren: Zuverlässige Testmethoden zur Identifizierung und Quantifizierung der Art von Mikroplastik, die in Wasser und in der Umwelt vorhanden ist, finden.
  2. Wissen teilen: Aufruf zur Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Industriezweigen und anderen Organisationen, um Informationen auszutauschen, gemeinsame Prioritäten zu definieren und Wissenslücken zu schließen.
  3. Industrielle Forschung unterstützen: Beteiligung an industriellen Forschungsaktivitäten, um Verfahren zur Bekämpfung der Freisetzung von Mikroplastik zu untersuchen und einen Beitrag zur Lösung eines globalen Problems zu leisten.

Derzeit fehlt ein valider Standard für die Messung von Mikroplastik im Wasser. Ziel sei es, bis Ende 2018 einen gemeinsamen Vorschlag für die Europäische Kommission zu erarbeiten, informierte die European Outdoor Group in einer Mitteilung.

EOG bringt Outdoor-Unternehmen für Umweltschutz zusammen

Zahlreiche Sportartikel-Hersteller haben bereits Maßnahmen gegen Mikroplastik-Verschmutzung ergriffen. Die European Outdoor Group hat ihrerseits das „Outdoor Industry Microfibre Consortium“ (Mikrofaser-Zusammenschluss der Outdoor-Branche) ins Leben gerufen, das große Unternehmen aus der Outdoor-Branche zusammenbringt.

Die European Outdoor Group finden Sie auf der ISPO Munich 2018 in der EOG-Lounge am Eingang West.



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