Claudia Timm
Autor:
Claudia Timm

Stand Up Paddleboarding für Einsteiger

Stand Up Paddling: Tipps und Tricks für SUP-Anfänger

Stand Up Paddling boomt. Doch wie gelingt der SUP-Einstieg auch für Anfänger? Ausbildungs-Profi Raphael Kuner gibt Tipps für Einsteiger im Stehpaddeln und erklärt, welches Board das richtige für den perfekten Start in die SUP-Karriere ist.

Jedes Board hat sein spezielles Einsatzgebiet. Das Protest-Board brilliert hier in Indonesien.
Jedes Board hat sein spezielles Einsatzgebiet. Das Protest-Board brilliert hier in Indonesien.

SUP-Trainer Raphael Kuner ist einer von weltweit fünf Ausbildungs-Instruktoren der American Canoe Association (ACA). Auf der ISPO Munich gab er Einblicke in die Trendsportart, erklärte erste Schritte und verriet am Becken des Watersport Village zahlreiche Tipps und Tricks für Einsteiger. 

Die richtige Ausrüstung für Einsteiger

Bevor es mit dem SUPen losgeht, stellt sich die Frage nach dem richtigen Brett. Anfänger wählen am besten ein etwas breiteres und längeres Board, das stabil am Wasser liegt. „Optimal geeignet ist die Größe von 10 Feet auf 32 Inch. Wichtig ist, dass das Brett auf das Körpergewicht des Paddlers abgestimmt ist,“ verrät SUP-Instruktor Raphael Kuner. 

Raphael Kuner hat auf der ISPO Munich 2019 Tipps zum SUP-Einstieg gegeben. 
Raphael Kuner hat auf der ISPO Munich 2019 Tipps zum SUP-Einstieg gegeben. 

Ein weiteres Kriterium ist der Einsatzzweck: Je nachdem, ob man in die Distanz, auf Speed oder in die Welle gehen mag, empfiehlt sich ein längeres, kürzeres oder wendigeres Board. Wichtig ist dabei die Ausprägung des Kielsprungs, der Krümmung des Bodens in der Länge. Boards mit einem stark gekrümmten Kiel sind wendiger, Bretter mit einem nahezu geraden Kiel sind dagegen kursstabiler. 

Ist das richtige Board gefunden geht es an die korrekte Einstellung des Paddels. Einsteigern empfiehlt Raphael Kuner das Paddel aufrecht vor zu positionieren und mit leicht gebeugtem Arm den Griff auf Höhe der Handmitte einzustellen. Auf diese Weise kann man anfangs aufrechter und ohne Rotation des Oberkörpers paddeln, wodurch die Bewegung an Stabilität gewinnt.

Und nicht vergessen: Safety first! Also niemals ohne Schwimmweste und Rettungsboje paddeln. 

Der sichere Stand auf dem SUP-Board

Ist das Material einmal justiert, kann es endlich losgehen. Die klassische Starterposition am SUP ist in der Mitte des Bretts. Der Griff sollte sich also genau mittig zwischen den Füßen befinden. Die Beine sind parallel und etwa schulterbreit, der Blick nach vorne über den Bug gerichtet.

Etwas mehr Können verlangt der sogenannte Surferstand. Hierbei wird das Gewicht auf dem Brett nach hinten verlagert, so dass das Brett vorne entlastet ist. Die Technik eignet sich besonders gut zum Kurvenfahren und – wie der Name schon sagt – zum Surfen in Wellen. 

Das Paddel ist der Motor

Das Paddelblatt gehört mit dem Knick nach vorne, die obere Hand umschließt den Griff, die untere Hand ergreift den Schaft. „Ein häufiger Anfängerfehler ist, dass die obere Hand den Schaft und nicht den Griff ergreift. Hier sollte man bei jedem Seitenwechsel drauf achten,“ rät SUP-Trainer Kuner. 

Beim Eintauchen wird lediglich das Paddelblatt durch das Wasser gezogen, der Schaft bleibt an der Oberfläche. Dabei die Füße fest am Board verankern und aus dem Rumpf heraus arbeiten. Je nach Brett und Fahrkönnen wird die Seite beim Paddeln alle zwei bis acht Schläge gewechselt. „Fortgeschrittene Paddler fahren mit dem richtigen Steuerschlag bis zu 30 Minuten geradeaus,“ verrät Kuner.

Ist der Grundschlag erlernt, übt man am besten gleich den Bogenschlag. Die Technik hat ihren Namen vom Bewegungsablauf und dient der Einleitung von Richtungswechseln. Dazu wird das Paddel direkt vorne am Bug eingetaucht und bis nach hinten durchgezogen. „Einsteiger führen die Bewegung meistens mit zu viel Kraft durch. Als Paddler ist man jedoch grundsätzlich eher faul, dass heißt man versucht mit wenig Aufwand viel vorwärts zu bringen,“ klärt der SUP-Profi auf.

Circa drei Stunden dauert es bis die Basics gelernt sind. Dann kann man vorwärts fahren, man kann anhalten, rechts und links drehen und im Notfall wieder aufsteigen.

Local Knowledge ist beim Stand Up Paddling extrem wichtig

„Bevor es  losgeht, sollte man sich übrigens unbedingt über die lokalen Gegebenheiten informieren,“ rät der SUP-Instruktor. Dazu sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Gibt es andere Verkehrsteilnehmer auf dem Wasser?
  • Wo darf ich hinfahren?
  • Gibt es Schifffahrtsverkehr?
  • Wie sind die Strömungsverhältnisse?
  • Darf das Gewässer überhaupt befahren werden?

Einsteiger wenden sich am besten an einen fachkundigen SUP-Instruktor. 

So macht SUPen Spaß: 3 Trainingstipps vom Profi für mehr Balance

Abschließend verrät der SUP-Trainer noch 3 Übungen für mehr Balance und ein gutes Wassergefühl.

  • Challenge 1: Am Brett ganz nach hinten stellen und eine Minute auf der Stelle drehen. Dabei die Anzahl der Drehungen zählen. 
  • Challenge 2: Am Brett ganz nach vorne stellen, so dass die Finne aus dem Wasser kommt. 
  • Challenge 3: Das Brett mit dem Paddel in langen, gegenläufigen Bogenschlägen seitwärts versetzen. 

Dahin geht die Entwicklung der Trendsportart

Zum Abschluss stellt sich die Frage: Wo entwickelt sich das Stand Up Paddling hin? Laut Paddel-Profi Kuner ist der Peak der Trendsportart inzwischen erreicht.

„Es gibt die ersten leichten Verkaufszahlenrückgänge. Der große Massenmarkt ist bedient,“ erklärt Kuner. „Stattdessen kommt es zu einer Ausdifferenzierung der einzelnen Spielarten des Stand Up Paddling wie SUP-Yoga, Foiling, Spielen am Wildwasser. Auch materialmäßig sind die großen Innovationen durch. Man arbeitet derzeit am Gewicht, verfolgt ökologische Ansätze und testet erstmalig Zweikammersysteme.“

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