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Berliner Organisation räumt bei League of Legends ab

G2 auf dem MSI - Wie die deutsche eSports Organisation international so erfolgreich wurde.

Trotz durchwachsener Performance während des MSI konnte G2 eSports die Konkurrenz vom Team Liquid im Finale gnadenlos auslöschen. Wie die Organisation mit Sitz in Berlin so durchstarten konnte, erfahrt ihr in unserem Artikel.

MSI
Rekordleistung auf der MSI: Das League of Legends-Team von G2 eSports überzeugte auf ganzer Linie

Am vergangenen Wochenende gelang den Berlinern von G2 eSports, was bisher kein europäischer League of Legends-Clan schaffte: Sie holten den Sieg beim Finale des Mid-Season Invitational in Vietnam und Thailand. Nebenbei stellten sie außerdem einen neuen Rekord auf. Bereits in den ersten zehn Minuten des Spiels zeigte G2 dem nordamerikanischen Team Liquid wie der Hase läuft. Dank einer Vielzahl erfolgreicher Ganks durch Marcin “Jankos” Jankowski führte G2 schon nach kurzer Zeit nach Kills 5:0 mit 3.000 Gold. Besonders dramatisch ging es auf der Bot Lane zu, auf der Team Liquids Jo “CoreJJ” Yong-in binnen 11 Minuten gleich dreimal starb. Auf diesem Fundament konnten die Berliner ihre Führung weiter ausbauen, bis sie das neutrale Monster Baron Nashor schon wenige Sekunden nach dessen Auftauchen erlegen konnten, um mit dem dadurch gewonnenen Buff den entscheidenden Push zu starten. So konnten die Europäer den Sieg in etwas weniger als 25 Minuten eintüten.

Im zweiten Spiel des Best of Five-Serie sah es für Team Liquid nicht ganz so schlecht aus. Im Anfangsstadium des Matches gelangen ihnen einige starke Moves, wodurch sie zeitweise sogar etwas mehr Gold angesammelt hatten, als die Berliner. Ab der Mitte des Spiels hatte G2 eSports dank eines großartigen Team-Fights die Nase vorn. Mit einem Ace konnten sie goldtechnisch die Führung erlangen und kurze Zeit später tauchte nach drei Kills auf der Top Lane auch schon Baron Nashor auf, der zügig erlegt werden konnte. Mit dem Buff holte G2 schließlich das verdiente 2:0.

Gehypt durch die beiden Siege war für G2 eSports schon zu Beginn des dritten Spiels klar, dass sie auch dieses Match für sich entscheiden würden. Nach einem frühen Gank von Janko blieb Yiliang “Doublelift” Peng nichts anderes mehr übrig, als beide seiner Summoner-Spells zu nutzen. Dennoch starb der ADC von Team Liquid in den kommenden zwei Minuten zweimal. Nach 15 Minuten führte G2 bereits mit 9.000 Gold, doch bereits wenige Augenblicke später war relativ klar, dass die Meisterschaft nach Europa gehen sollte, denn den Jungs gelang am mittleren Inhibitor ein Ace.

So gelang es G2 eSports die Konkurrenz aus Übersee binnen 70 Minuten auszulöschen. Da der bestehende Rekord dadurch um 17 Minuten unterboten wurde, wurden wir Zeuge des kürzesten Best of Five bei einem internationalen Turnier aller Zeiten. G2 feiert außerdem seinen ersten Titel außerhalb der LEC (League of Legends European Championship) und Europas ersten Sieg in einem internationalen Event, das von Riot Games ausgetragen wurde und freut sich über das Preisgeld in Höhe von 400.000 Euro.

Doch wie gelang es G2 eSports so durchzustarten? Schließlich sah es gegen Ende der durchwachsenen Gruppenphase gar nicht gut für das LOL-Team aus Berlin aus. Nach einigen Niederlagen gelang ihnen der Eintritt ins Halbfinale nur knapp. Auf der einen Seite konnten sie einen Sieg gegen den koreanischen Meister SK Telekom T1 verzeichnen, doch waren sie auch das einzige Team, das gegen Phong Vu Buffalo verlor - und das gleich zweimal. Doch später fand das 2015 gegründete Team wieder zu seiner alten Stärke, die ihnen dieses Jahr auch schon zur Europameisterschaft in Rotterdam verhalf.

Den Triumph der vergangenen Saison verdankt der Clan nicht zuletzt ihrem 2017 eingestellten Head-Coach Fabian “GrabbZ” Lohmann, sondern auch smarten Business-Moves, wie der Verpflichtung des 19-jährigen Superstars Rasmus “Caps” Winther. Die Skeptiker, die zuerst unsicher waren, ob er im neuen Umfeld überzeugen würde, brachte er schnell zum schweigen. Nach seinen zwei erfolgreichen Jahren bei der britischen Organisation Fnatic wechselte der Däne 2018 zu G2 eSports und legte dort einen großartigen Start inklusive MVP-Titel beim LEC Spring Split hin. Der bis dato größte Trade in der Geschichte des eSports ging also vollkommen auf. Luka “Perkz” Perkovic musste seinen Platz als Mid Laner für den Jungstar zwar räumen, blieb G2 allerdings als AD-Carry erhalten. Der Sieg markiert also bereits den zweiten wichtigen Erfolg des Clans, seit “Caps” sich dem Raster im vergangenen November angeschlossen hat. Viel Zeit zum feiern bleibt “GrabbZ”, “Caps”, “Jankos” und dem Rest der frischgebackenen Weltmeister jedoch nicht, denn die LEC 2019 Summer Season beginnt bereits am 01. Juni.

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