Zahlen rund ums Laufen beim Run & Trail Summit im Rahmen der OutDoor by ISPO 2019

Warum sich Trailrunning zum Ausrüstungssport entwickelt

Trailrunning wird immer beliebter bei Läufern, aber auch bei den Sportmarken, die sich in die Branche wagen. Das viel zitierte Wort „Boom“ versuchen die Experten bei der OutDoor by ISPO jedoch ins rechte Licht zu rücken.

Urs Weber beim 2. Run and Trail Summit auf der OutDoor by ISPO.
Urs Weber beim 2. Run and Trail Summit auf der OutDoor by ISPO.

Der Running-Experte Urs Weber wartete kurz, bevor er seine Kollegen vorstellte: „Sie sehen, wir sind sehr aktiv“, sagte der Journalist mit einem Lächeln, während hinter ihm Bilder von Menschen in Laufklamotten aufploppen. „Jeden Mittwoch wird bei uns zusammen gelaufen, aber ohnehin ist für uns jede Mittagspause eine Laufpause.“

Bei der OutDoor by ISPO 2019 veranstaltete die Runner‘s World-Redaktion um Weber zum zweiten Mal den Run & Trail Summit. Weber, der wie beim mittlerweile schon traditionellen Laufschuhsymposium der ISPO Munich durch das Programm führte, stellte die wichtigsten Zahlen zum Trailrunning vor. Die zentrale Aussage dabei: „Im Moment setzen alle großen Marken auf Trail, Adidas mit Terrex, Nike kommt dazu, aber auch eine alteingesessene Outdoor-Marke wie The North Face macht sehr viel.“

Neue Unternehmen wagen sich in die Trailrunning-Branche

Diese Unternehmen sehen vor allem viel Potenzial in der immer noch wachsenden Branche. Beim Trailrunning hat das Interesse in den letzten Jahren stark zugenommen, erläutert Weber. 32 Prozent der Leser seiner Zeitschrift, also der unmittelbaren Läufer-Community, haben in der jährlichen Umfrage zuletzt ihr Interesse an der Teilnahme an Trailrunning-Wettkämpfen hinterlegt. „In den vergangenen fünf Jahren hat der Wert um acht Prozent zugenommen“, sagt Weber. Etwa 9000 Menschen nehmen jährlich an der Umfrage teil.

Daher steht das Thema Running im Allgemeinen, und Trailrunning im Besonderen, auch bei der OutDoor by ISPO erneut zentral im Fokus. Schließlich steigt in der Branche besonders die Vielfalt. Zudem wagen sich eigentlich verortete Marken wie Salomon oder Icebug vom Trail auf die Straße, On geht den anderen Weg, wie es auch Adidas mit Terrex vormachte. Mittlerweile bieten 43 Marken Trailrunning-Schuhe an, ein Dutzend stehen in den Startlöchern (etwa True Motion oder UYN).
 

Urs Weber beim Laufsymposium 2019 von ISPO und Runner's World

Wearables GPS- und Pulsuhren sind gefragter unter den Läufern

Zugleich beobachten die Experten ein „Ausrüstungsphänomen“, wie es Weber formuliert, Running ist zum Ausrüstungssport geworden. Statt wie früher einmal mit beliebiger Sportkleidung auf die Laufrunde zu gehen, „wollen sich die Läufer zunehmend als Läufer definieren“. Sie geben dafür etwa 300 Euro pro Jahr aus, zuletzt war der Kaufanstieg bei den Wearables GPS- und Pulsuhren (20 Prozent, Vorjahr 14 Prozent) am höchsten. 5,5 Paar Laufschuhe hat der Runner’s-World-Leser im Schnitt, ein Paar davon sind zumindest Trailrunning-Schuhe.

Dennoch findet Weber, dass man den sogenannten Boom, „richtig einordnen“ müsse. 84 Prozent der Leser begeben sich auf die Straße, da wirken die 32 Prozent der Trailrunner schon weniger.
 

Händler machen fünf Prozent Umsatz mit Trailrunning

Christoph Görner von den Lauf-Profis, dem Zusammenschluss von rund 120 Sporthändlern in Deutschland, stimmt Weber zu. Denn auch am Umsatz der Händler hat Trailrunning noch nicht den vielleicht vermuteten Anteil: Gerade einmal fünf Prozent machen die Laufschuhhändler mit Trailrunning-Produkten bislang. Doch dass die Community dafür wirklich immer weiter wächst, beobachtet auch Görner, der zuletzt einige Trail-Events durchführte. „Als Händler muss man nun die Leute einladen und mitnehmen, denn das Interesse ist auf jeden Fall da“, sagt Weber.

Den wichtigsten Hebel dafür bieten tatsächlich die Händler. Denn eingekauft wird nicht nur im Internet, sondern vor allem beim Sporthändler nebenan. 84 Prozent gaben in der Umfrage an, ihre Laufkleidung im Sportfachgeschäft zu kaufen, 79 Prozent sogar im Laufsportfachgeschäft. „Das ist ein Brett“, findet Weber. Online-Shopping ist dem Handel jedoch dicht auf den Fersen (79 Prozent, Mehrfachnennungen möglich).
 

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