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OutDoor by ISPO/31.05.2024

OutDoor 2024: Die Highlights am Mittwoch

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Think together. Better when you are not alone out there – unter diesem Motto kam die OutDoor 2024 zu ihrem krönenden Abschluss. Mit dem Fokus auf „People“ wurden heute emotionale Filme geschaut und eine inspirierende Diskussion zur Verantwortung der Outdoor-Branche und -Community im Superwahljahr geführt. Insgesamt 621 Aussteller*innen und 8.000 Besucher*innen füllten die letzten drei Tage die Hallen und die Outdoor-Area und schufen ein internationales B2B-Erlebnis. Da können wir nur eines sagen: DANKE!

Die Highlights des dritten Messetages:

🤝 People: Think Together 🤝

„As a community we can swing this together“

Weltweit stehen 2024 mehr als 70 Wahlen an, darunter die Europawahl von 6. bis 9. Juni. Auch in Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit werden diese Wahlen maßgeblich Einfluss auf die Zukunft der EU und der ganzen Welt haben. Keine Frage, dass das auch auf der OutDoor diskutiert wurde: Am dritten Messetag findet zum krönenden Abschluss ein Paneltalk mit Jan Lorch (CSO VAUDE), Tyler LaMotte (Product & Managing Director Patagonia EMEA), Mathias Basedow (Country Manager Germany/Austria Icebug, Sweden) und Dan Yates, Director of Partnerships and Initiatives Protect Our Winters Europe statt.

Im Raum steht die Frage, ob und wie Brands sich politisch engagieren sollten, besonders in diesen Zeiten voll ökologischer und ökonomischer Herausforderungen. Der Tenor ist klar: Ja, das sollten sie. Keineswegs durch konkrete Wahlempfehlungen oder politische Meinungsmache. Aber durch Aufklärung und Weiterbildung, Mobilisierung der Community und den Aufruf, mehr in die Natur zu gehen. Denn Natur erleben bedeutet immer auch, die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit zu begreifen.

Das Takeaway des Talks und ein starker Appell zum Abschluss: „Make sure to vote, as a community we can swing this.“

Emotionen auf der Outdoor-Leinwand

Träume erfüllen und Traumata überwinden – das vereint die beiden Geschichten, die heute im OutDoor Cinema powered by EOFT das Publikum gerührt haben. „Julie“ und „The Mirage“, zwei Kurzfilme, die eindrucksvoll zeigen, wie sehr Bewegung und Emotion verschmelzen.

Eine Geschichte nur durch Bewegung erzählen? Wie das geht, sieht das Publikum in der Vorführung von „Julie“, einer Dokumentation über Julie Gautier. Die Apnoe-Taucherin, Tänzerin und Filmemacherin nimmt mit auf eine emotionale Reise und gibt tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Träume und ihre Passion. Als Tochter einer Tänzerin und eines Speerfischers lebt sie in zwei Welten und vereint diese zu einer eigenen Kunstform. „I fly in the water“, schwärmt sie und berichtet von einem ihrer wichtigsten Projekte, „Ama“. In diesem Tanz unter Wasser erzählt Julie ganz ohne Worte, dafür voller Emotionen, ihre persönliche Geschichte. Für die Zuschauer*innen ein mitreißendes Erlebnis, das Raum für eigene Interpretationen lässt. Für Julie der Weg, ein Trauma aus ihrer Vergangenheit zu verarbeiten. „I wanted to share my biggest pain in this life with this film. For this is not too crude, I covered it with grace. To make it not too heavy, I plunged it into the water.“

Anschließend läuft „The Mirage“. Die atemberaubende Geschichte des 4.265 Kilometer langen Abenteuers von Timothy Olson nimmt die Zuschauer*innen auf eine Reise von Mexiko nach Kanada mit. Jeden Tag zwei Marathons, 51 Tage lang, durch Wüsten, Wälder und schneebedeckte Berge auf dem bekannten Pacific Crest Trail. „This is the biggest thing I have done in my life. I think physically and mentally it is the biggest you can go.“ Auch für Olson ist Bewegung ein Weg zu verarbeiten. „Running really saved my life“, erinnert er sich und erzählt von seinem Kampf gegen Drogen und Alkohol. „I didn't think I'd survive“. Wie er sein Ziel auf dem Pacific Crest Trail erreichte? Sein Mantra ist „be here now“, also immer im Moment zu sein, immer im Moment zu leben. So erzählt er auch, dass er versucht, so wenig wie möglich an das Ziel und die Zukunft zu denken. Und siehe da: Trotz Herausforderungen, wie Wetterbedingungen, Schlangen auf dem Track, psychologische Herausforderungen, Waldbränden und sogar einem verletzten Fuß, erreicht er sein Ziel. Die ersten Worte an der kanadischen Grenze? „Holy Shit“.

→ Alle EOFT Filme entdecken

💚 Planet: Think Sustainable 💚

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Zirkulärer geht´s nicht: Leder aus Pilzen, Cellulose aus Bakterien

Was sind die brandneuen Entwicklungen bei nachhaltigen Materialien? Und wie treiben sie die Transformation voran? Leonhard Nima, Gründer von Studio Nima, Efrat Friedland, Gründerin von Materialscout und Revoltech-CEO Lucas Fuhrmann geben Insights aus den Entwicklungs-Laboren und Best-Practise-Beispiele wie etwa von Laufschuhen, die nur aus einem einzigen, biobasierten Material (TPU) hergestellt werden und gänzlich ohne Klebstoffe auskommen. Welche hochspannenden Innovationen es sonst noch gibt, präsentierte Material-Tüftler Leonhard Nima danach bei seiner Führung durch die „Material Lab”-Ausstellung.

Wie die Branche vom EU-Green Deal profitiert

Beim Vortrag „EU-Green Deal – Chancen, Herausforderungen und Perspektiven für die Outdoorbranche“ sprachen Stefan Rosenkranz, CEO des Bundesverbands der deutschen Sportartikelindustrie e.V., und Karin Ekberg, Managing Director Leadership and Sustainability, über die Auswirkungen des europäischen Green Deals auf die Outdoor-Industrie. Das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, stellt die Branche vor enorme Herausforderungen. Strengere soziale und ökologische Anforderungen sowie komplexe Verpflichtungen verlangen ein umfassendes Verständnis der neuen Richtlinien. Besonders herausfordernd ist das Management der Lieferketten, da viele Unternehmen noch nicht alle Ebenen ihrer Zulieferer kartiert haben.

Trotz dieser Hürden eröffnen sich durch den Green Deal aber auch bedeutende Chancen. Unternehmen, die sich frühzeitig anpassen, können von einer verbesserten Marktposition und Reputation profitieren. Neue Produkte und Materialien bieten Potenzial für Marktentwicklung. Zudem kann durch Standardisierung eine bessere Vergleichbarkeit und Kommunikation erreicht werden. Ein starkes Fundament in Nachhaltigkeit und ein proaktiver Ansatz sind entscheidend, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sustainability Hub – It’s all about solutions

Kopfhörer geschnappt und los geht die auch am dritten Tag gut besuchte Guided Tour durch den Sustainability Hub. In diesem Jahr stehen unter dem Themen wie der EU Green Deal und Kohlenstoffreduzierung, aber auch natürliche Materialien und Abfallreduzierung im Fokus. 

Abfall reduzieren steht auch bei VAUDE ganz oben auf der Agenda. Im Sustainability Hub stellt die Brand gemäß dem Motto detachable. repairable. incredible. einen Trolley vor, bei dem dank des innovativen Designs alle Komponenten ganz easy austauschbar oder reparierbar sind.

Retailer Globetrotter hat sich auf die Fahne geschrieben, Vorbildern in Sachen Nachhaltigkeit eine Bühne zu geben: Im Podcast New Horizons kommen regelmäßig die Vorreiter der Branche zu Wort und sorgen für Denkanstöße und Inspiration. Besonders spannend auch die im Sustainability Hub vertretenen Plattformen wie Carbonfact und retraced, die mit ihren Tools dazu beitragen, Produkte nachhaltiger zu gestalten.

💡 Product: Think New 💡

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Ready, steady, go: Action auf dem Trailrunning Test Track

Erst Wiese, dann Waldboden, ein Hügel, dann folgen Sand, Kies und Geröll – das ist der Trailrunning Test Track in Halle A1 auf der OutDoor 2024. Am zweiten Messetag konnte man hier sogar Profi-Trailrunnerin Kimi Schreiber in Aktion erleben: „Ich schau’ das Ganze jetzt mal an und ich eröffne das und ich freue mich, wenn sich ein paar Leute anschließen“.

Hier können sich die Besucher*innen der Messe drei Tage im Trailrunning ausprobieren, verschiedene Terrains auf kürzester Strecke erleben und die Produkte unter möglichst realistischen Bedingungen testen. Auch für Brands ist der Trailrunning Test Track eine große Chance – wie lassen sich die Eigenschaften und Besonderheiten besser präsentieren als in solch einer einzigartigen Testumgebung?

Goods for the Future

Ein Hoverboard, eine Taucherbrille, deren Gläser Korallen gleichen, knallige/neonfarbene Schuhaufsätze mit austauschbarem Untersatz, ein Paddel mit einem hohlen, von Löchern durchzogenen Schaft und eine Stirnlampe – diese Produkte haben eins gemein: Sie wurden von fünf Design Studierenden der Technischen Hochschule Ingolstadt entworfen und produziert.

„Wie sieht Outdoorsport im Jahr 2100 aus, wenn wir in einer neuen Warmzeit leben (müssen)?“ 

Dieser Frage mussten sich Annemarie Bauer, Benjamin Kolb, Jakob Schneider, Kilian Holland und Maria Reichelt im Rahmen ihres Semesterprojekts stellen. 

Fazit? Die Studierenden haben spannende Ideen innovativ umgesetzt und das mit nachhaltigen, abbaubaren und zukunftsträchtigen Materialien wie beispielsweise Sonnenblumenkautschuk.