Autor:
Sina Horsthemke

Gut auszusehen ist out – sich gut zu fühlen ist das Ziel

Schluss mit den Fitness-Stereotypen!

Ein Fitnessstudio und die Menschen darin dürfen Sporteinsteiger nicht einschüchtern, findet Markus Vancraeyenest. Der Geschäftsführer der Fitnessstudiokette FitX ruft bei den ISPO Re.Start Days dazu auf, in der Corona-Krise mit alten Klischees aufzuräumen und das Wohlbefinden beim Sport in den Vordergrund zu rücken.

Markus Vancraeyenest ist seit 2019 Geschäftsführer von FitX.

Sixpacks, wo man hinschaut, wohlgeformte Schenkel und Schweiß nur, wenn er ästhetisch perlt? Diese Fitnessstudio-Klischees sind out. Das jedenfalls findet Markus Vancraeyenest, Geschäftsführer der Fitnessstudiokette FitX. Bei den ISPO Re.Start Days schaltete er sich am zweiten Tag per Videochat zu und hielt einen emotionalen Vortrag über einen neuen Trend in Fitnessstudios. Die Kernbotschaft: Gut auszusehen ist nicht mehr so wichtig. Entscheidend ist, sich gut zu fühlen. „Die Fitnessbranche entfernt sich von ihren alten Klischees“, so Vancraeyenest. „Die Corona-Pandemie hat den Menschen ins Bewusstsein gerufen, dass Sport und Fitness für die Gesundheit und das Wohlbefinden entscheidend sind.“

Eine gute Entwicklung sei das laut Vancraeyenest, denn Sport könne sonst regelrecht einschüchternd sein. „Viele trauen sich gar nicht, damit anzufangen, weil ihnen die Hürde viel zu hoch erscheint. Doch wenn das Sixpack nicht mehr wichtig ist, ist der Einstieg für Neulinge viel einfacher.“ Erfolg, Zufriedenheit und Wohlbefinden hätten schließlich nichts mit dem Aussehen zu tun.

„Body positivity ist die neue Norm und wir alle sollten den Fokus vom Körper weg und auf den Geist richten“, so Vancraeyenest in seinem Vortrag. „Um Fitness für jeden relevant zu machen, müssen wir die Hürden verkleinern und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen.“ Das Wohlbefinden sollte beim Thema Gesundheit im Vordergrund stehen, nicht ein möglichst geringer Körperfettanteil.

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Body positivity – mehr Emotion als Tatsache

Einer Umfrage von 2016 zufolge gehen 43 Prozent der Nutzer ins Fitnessstudio, um ihr „äußeres Erscheinungsbild zu optimieren“, 39 Prozent wollen „einen schöneren Körper bekommen“. Jeder Zweite sieht das Studio als „Ausgleich im Alltag“, 59 Prozent geben an, dass das Fitnessstudio ihnen hilft, „gesund zu bleiben“. Ob die Corona-Krise dazu geführt hat, dass nun das Wohlbefinden unter den Gründen für den Studiobesuch an erster Stelle steht, ist unklar – dazu gibt es noch keine Zahlen. Wünschenswert wäre es jedoch laut Markus Vancraeyenest: „Feeling good, statt looking good – das müssen wir in die Köpfe der Leute bringen.“

Es handele sich dabei nicht um etwas, das man sehen kann, sondern viel mehr um ein Gefühl, so der FitX-Geschäftsführer. „Es ist der Schweiß, der nach einem harten Workout an einem runterrinnt, es ist eine Emotion, ein Lächeln.“ Während der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie hätten sich die Menschen viele Sorgen gemacht, so Vancraeyenest weiter: „Um ihre Gesundheit, ihre Kinder, ihren Job, ihre Finanzen. Dadurch ist der Sport wieder wichtiger geworden, weshalb wir jetzt mit den Fitness-Stereotypen Schluss machen können.“

 

Das Beste aus Corona machen – mit Online-Workouts

Aus der Corona-Pandemie sei noch etwas Gutes entstanden, berichtet Vancraeyenest. „Während des Lockdowns haben wir von FitX kostenfrei Online-Workouts für Zuhause angeboten, darunter Anfänger-Yoga-Klassen, Tabata-Programme und Workouts für die ganze Familie. Die Einheiten kamen alle sehr gut an.“ Mittlerweile sind die Studios – unter strengen Hygienemaßnahmen [SH1] – wieder geöffnet. „Unsere Mitglieder machen die neuen Regeln gut mit und wir bekommen viel positives Feedback dazu“, sagt Vancraeyenest.

Die Kette FitX ist in Essen ansässig und betreibt derzeit 89 Studios in Deutschland. Nach einer Deloitte-Auswertung steht FitX auf der Liste der beliebtesten Fitnessstudios der Deutschen hinter McFit auf Rang zwei. Vancraeyenest führt die Geschäfte der Kette seit dem vergangenen Sommer, zuvor war er in dem Unternehmen als Chief Financial Officer tätig.

 

Autor:
Sina Horsthemke
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