Autor:
Lars Becker

Drei Fußballschulen eröffnet, Hunderte Trainer ausgebildet

FC Bayern München in China: Den Millionen auf der Spur

Der FC Bayern München hat seit der Eröffnung seiner Dependance in China drei Fußballschulen eröffnet und Hunderte Trainer ausgebildet. Von der Entwicklungshilfe in Sachen Fußball verspricht sich der FC Bayern eine Menge Geld.

Der FC Bayern München hat in China drei Fußball-Schulen eröffnet und Hunderte Trainer ausgebildet.
Der FC Bayern München hat in China drei Fußball-Schulen eröffnet und Hunderte Trainer ausgebildet

Der bekannteste Botschafter des FC Bayern München in China ist Ex-Nationalspieler Sandro Wagner. Der extrovertierte Ex-Stürmer des deutschen Fußball-Rekordmeisters spielt in der chinesischen Super League für Tianjin Teda und soll in seinen zwei Vertragsjahren 15 Millionen Euro verdienen – netto natürlich.

Auch sein einstiger Arbeitgeber Bayern München ist seit 2016 mit einer eigenen Dependance im Reich der Mitte vertreten. Offiziell geht es dabei um die Weiterentwicklung des chinesischen Fußballs, der auf Geheiß der Parteiführung mittelfristig eine WM ausrichten und in die Fußball-Weltspitze aufrücken soll.

FC Bayern in China: Umsatzsteigerung ist das Ziel

„Wir werden kein Franchise vergeben oder Fußball-Konzepte verkaufen, bei denen es nur um kommerzielle Ziele geht“, erklärt Rouven Kasper, Managing Director des FC Bayern in China, in einem Interview. Das klingt gut, tatsächlich dient das China-Engagement der Umsatzsteigerung.

„Der FC Bayern ist hier eine ganz große Nummer. Man sieht sehr viele Menschen mit Bayern-Trikots herumlaufen“, berichtet Wagner. Ob die alle aus dem offiziellen Merchandising-Programm des FC Bayern stammen, dürfte sehr zweifelhaft sein. Aber die ganz großen Einnahmen sollen ohnehin anders generiert werden.

Der FCB glaubt an die Zukunft des chinesischen Fußballs und fördert junge Talente in seinen drei Football Schools.
Der FCB glaubt an die Zukunft des chinesischen Fußballs und fördert junge Talente in seinen drei Football Schools.

Millionen im Blick: Hoeneß will chinesischen Spieler beim FC Bayern

Der scheidende Bayern-Präsident Uli Hoeneß will in absehbarer Zeit einen chinesischen Spieler beim deutschen Rekordmeister spielen sehen. Und zwar nicht in erster Linie aus sportlichen Gründen, sondern weil es wegen der „irren Nachfrage“ der chinesischen Fans gigantische Millionensummen in die Kasse spülen könnte.

„Wenn wir am Samstag dann wahrscheinlich um zwei Uhr spielen, damit in Shanghai oder Peking in Primetime live übertragen werden kann, dann drücken 300 Millionen Chinesen auf ihr iPhone und zahlen je einen Euro“, sagte Hoeneß laut Süddeutscher Zeitung schon vor Jahren bei einem Vortrag.

Drei Fußball-Schulen in China eröffnet

Damit dieser Plan freilich funktioniert, braucht es entsprechend leistungsfähige Spieler, die ins Anforderungsprofil des FC Bayern passen. Talententwicklung steht deshalb – neben Merchandising, Marketing und den damit verbundenen Social-Media-Aktivitäten – im Zentrum des China-Engagements. Im Oktober 2016 wurde die erste FC Bayern Football School in Qingdao in der Provinz Shandong eröffnet. Im März 2017 folgte die Nummer 2 in Shenzhen (Provinz Guangdong). Im September 2018 schließlich folgte die dritte Fußball-Schule in Taiyuan in der Provinz Shanxi.

In letzteren beiden Standorten wird ein duales System mit Fußball-Training und Schule wie in Deutschland gefahren. Weitere Fußball-Schulen des FC Bayern dürften folgen. Das Konzept wurde jüngst auf dem International Football Forum im Rahmen der ISPO Shanghai vorgestellt.

China-Talente reisen zum FC Bayern Youth Cup nach München

Der Plan des FC Bayern im Reich der Mitte sieht vor, im ersten Schritt lokale Fußball-Trainer auszubilden. Deshalb wurden 2018 zehn erfahrene Coaches des FC Bayern als Ausbilder nach China geschickt, 2019 waren es sogar 15. Die inzwischen 650 vom FC Bayern geschulten Trainer sollen dann die jungen chinesischen Fußball-Talente (mit)ausbilden.

Die besten 20 Spieler aus ganz China durften im April 2019 zum Finale des FC Bayern Youth Cups nach München reisen und spielten dort gegen die besten Talente aus anderen Nationen, in denen der deutsche Rekordmeister Fußball-Schulen unterhält. Gegen Talente aus Indien, den USA, Singapur, Thailand, Nigeria und Deutschland reichte es am Ende zu Platz 3 – das zeigt, dass die Bemühungen in China langsam fruchten.

Für 20 junge Fußballer aus China erfüllte sich ein großer Traum in München.
Für 20 junge Fußballer aus China erfüllte sich ein großer Traum in München.

„Wir glauben an die Zukunft des chinesischen Fußballs“

„Wir sind sicher, dass eines oder mehrere Talente aus China kommen werden – die Frage ist nur, wann. Wir glauben an die Zukunft des chinesischen Fußballs. Wenn wir ein Talent entdecken, starten wir einen individuellen Entwicklungsprozess“, sagt Kasper. Dann steht natürlich auch der Weg in den FC Bayern Campus – das exklusive Nachwuchszentrum des FC Bayern - in München offen.

In der Jugend des FC Bayern begann einst auch die Karriere von Sandro Wagner. Jetzt ist er Multimillionär. Dank China, wo der FC Bayern künftig das ganz große Geld machen will.

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Lars Becker
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