Autor:
Björn Köcher

Blogger, Instagramer und Youtuber auf Kontakt- und Themensuche

So kam die OutDoor by ISPO 2019 bei Influencern an

Mehr als 22.000 Fachbesucher zählte die erste OutDoor by ISPO. Unter ihnen auch 160 internationale Blogger, Instagramer und YouTuber, die auf ihren Kanälen live vor Ort über die Outdoor-Neuheiten und aktuelle Trends berichten. ISPO.com hat mit einigen der Influencer über die Messe und die Outdoor-Branche gesprochen und dabei viel Positives erfahren, aber auch nachdenkliche Stimmen eingefangen.

Mit Blogger Walks brachte die OutDoor by ISPO Influencer und Unternehmen einander näher.
Mit Blogger Walks brachte die OutDoor by ISPO Influencer und Unternehmen einander näher.

Blogger, Instagramer, Youtuber – Influencer sind aus der Outdoor-Branche nicht mehr wegzudenken. Sie haben wahlweise große Reichweiten auf den unterschiedlichen Social-Media-Plattformen oder einen absoluten Expertenstatus in ihren jeweiligen Nischenthemen. Die Glaubwürdigkeit ist meist genauso groß wie die persönliche Leidenschaft und Kreativität der digitalen Meinungsführer – auch wenn genaues Hinschauen empfehlenswert ist.

Durch die ISPO Munich, ISPO Digitize und seit diesem Jahr nun auch der OutDoor by ISPO sowie diverse Side-Events und Year-round Mailings steht die ISPO ganzjährig im Kontakt mit den sport-, outdoor- und lifestyleaffinen Influencern. Ein großer Vorteil, um gute und enge Beziehungen auf- und ausbauen zu können, von denen wiederum jeder einzelne Aussteller profitieren kann.

Umfassendes Influencer-Programm auf der OutDoor by ISPO

Über die vier Messetage verteilt haben die anwesenden Blogger, Instagramer und Youtuber die Gelegenheit gehabt, an insgesamt drei geführten Touren zu verschiedenen Themen teilzunehmen – den sogenannten Blogger Walks. Dabei besuchten die Influencer gemeinsam verschiedene Aussteller zum Thema Nachhaltigkeit sowie Alpine Adventure und trafen am Basecamp of Inspiration junge Outdoor-Unternehmen und Start-ups.

Neben Q&A-Sessions gab es zudem ein gemeinsam mit verschiedenen Ausstellern organisiertes Abendevent zum Thema Sicherheit am Berg – inklusive anschließendem Abendessen und Netzwerken.

Stimmen aus der Influencer-Szene

Es war das Fokusthema der OutDoor by ISPO: Nachhaltigkeit. Das sahen auch die meisten Blogger so und begrüßten diese starke Ausrichtung der Messe und der gesamten Branche.

Ulrich Strelzing, www.auf-den-berg.de:

„Sehr positiv finde ich die ziemlich konsequente Ausrichtung der OutDoor by ISPO auf Nachhaltigkeit, was sich auch an kleineren Dingen wie Holzwänden oder Recycling-Paletten als Trennwänden sehen lässt. Sehr gut sind die Wasserhähne zum Auffüllen mitgebrachter Trinkflaschen! Das wünscht man sich für ganz München.

Gut gefallen hat mir auch das luftige Hallenkonzept mit breiten Wegen und überwiegend einladend offenen Ständen. Nur hätte ich gedacht, dass es mehr Vorführungen gibt. Die habe ich nur im SUP-Wasserbecken und an der Boulderanlage gesehen. Gerade im Außenbereich hätte ich mit mehr Action gerechnet. Insgesamt finde ich es einen positiven Start für die OutDoor by ISPO in München.“

Daniel Schöberl, www.rucksacktraeger.com:

„Ich bin in erster Linie auf der OutDoor by ISPO, um mich mit einzelnen Marken auszutauschen, neue Produkte zu testen und einige mir bekannte Blogger zu treffen. Insgesamt ist die Stimmung sehr angenehm und man kommt schnell ins Gespräch. Auch die Blogger Lounge ist stark und ideal, um zwischendurch mal zu arbeiten oder zu netzwerken. Richtig gut gefällt mir außerdem, dass das Thema Nachhaltigkeit auf der OutDoor by ISPO gelebt wird, was unter anderem an den Wasserauffüllständen und dem Blogger Walk zu diesem Thema deutlich wurde. Weniger gut sind die hohen Preise für die Verpflegung und dass einige Hersteller doch noch recht reserviert sind, wenn man als Blogger und nicht als Händler mehr über Produkte erfahren möchte.“

Thomas Harrer, www.mehr-berge.de:

„Erfreulich ist natürlich der Trend zu nachhaltigen und Recycling-Materialien, der langsam auch wirklich in kaufbaren Produkten auf dem Markt zum Tragen kommt – zum Beispiel bei Adidas Terrex mit seinem Parley-Produkten oder bei Keen. Mein Favorit der OutDoor by ISPO kommt von Tecnica mit seinem System zur passgenauen Anpassung von Wander- und ab der neuen Saison auch Trailrunning-Schuhen. Hier erhält der Kunde mit rund 20 Minuten Aufwand einen Schuh mit perfektem Sitz, während der Händler den Kunden durch eine persönliche Dienstleistung – die er online nicht erhält – ins Ladengeschäft holen kann.“

Andere Blogger sind hinsichtlich des Themas Nachhaltigkeit etwas zurückhaltender oder gar skeptisch beziehungsweise sehen sich auch selbst in der Pflicht, genauer hinzuschauen oder das eigene Handeln zu hinterfragen. Kein Wunder, existiert mit „Greenwashing“ ja sogar ein eigener Begriff für den Ansatz, Nachhaltigkeit nur als Worthülse oder Marketinginstrument zu nutzen.

Brigitta Eder, www.hurra-draussen.de:

„Als Blogger aus München ist es für uns praktisch, dass die OutDoor by ISPO direkt vor unserer Haustür stattfindet. Wir haben die Flexibilität, unsere Termine über die Tage verteilt wahrzunehmen und von den Marken, die uns wichtig sind, haben wir heuer mehr getroffen als im letzten Jahr. Interessant finden wir, wie das Thema Nachhaltigkeit zunehmend von der Industrie aufgenommen wird. Man darf gespannt sein, wie schnell sich der Trend fort- und festsetzt und auch durch die großen Brands glaubwürdig vertreten wird. Hier haben die Blogger die Möglichkeit, positiv Einfluss zu nehmen.“

Stefan Kuhn, www.happyhiker.de:

„Ich bin im Rahmen der OutDoor by ISPO auf der Suche nach neuen, (ultra-)leichten Wander- und Trekking-Produkten für unsere Touren sowie die daran anschließenden Berichte in meinem Blog. Was mir im Vergleich zu ISPO Munich gut gefällt: Schon in der U-Bahn deutlich weniger Trubel, bessere Kontaktmöglichkeiten an den Ständen und für meine Aktivitäten passendere Produkte, vor allem auch von kleineren spezialisierten Herstellern. Was mir weniger gefällt: Eine thematische Gliederung der Hallen ist schwerlich zu erkennen und das Thema Nachhaltigkeit, das gerade im Outdoor-Bereich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist derart überrepräsentiert, dass es letztlich doch schon den Eindruck beziehungsweise die Befürchtung weckt: Mehr Marketing als Substanz.“

Zwei Perspektiven von Digital Outdoor Detox

Die Bilder der erfolgreichen Bloggerin und Instagramerin Caroline Kynast erreichen tausende Menschen. Auf den ersten Blick spiegeln sie aber eher das Leben einer typischen Lifestyle Influencerin mit viel Luxus und viel Fashion wider.

Im Gespräch zeigt sie ihre andere Seite und macht deutlich, wie anstrengend die digitale 24/7-Präsenz sein kann, auch wenn das von außen betrachtet oft nicht so aussieht. Und sie gibt einen kleinen Einblick, wie regelmäßige Naturerlebnisse ihr bei dem Umgang mit Stress helfen.

Caroline Kynast, www.carolinekynast.com:

„Viele Menschen begleiten mich auf Instagram. Und vor allem diejenigen, die sich schon seit längerem meine Stories anschauen, wissen, dass ich in der Natur lebe. In unserer Wahlheimat Malta fahren mit unseren E-Mountainbikes, sind mit unseren Hunden unterwegs oder gehen wandern. Das mag vielleicht nicht Jedermanns Interpretation von Outdoor sein, aber es ist meine. Ich liebe die freie Natur und habe entgegen dem Schubladendenken Vieler meine eigene Vorstellung bezüglich Outdoor: Für mich geht es dabei um Erholung und Entspannung. Um den Ausgleich von meinem stressigen Social Media Alltag. In der Natur hole ich mir einfach Kraft.“

Erika Dürr hat einen gänzlich anderen Backround. Sie ist regelmäßig zum Klettern, Gleitschirmfliegen, Skitourengehen oder Bergsteigen unterwegs. Ihre Erlebnisse hält sie so authentisch in Fotos, Videos und Texten fest, dass ihr Blog seit Jahren zu einem der glaubwürdigsten deutschsprachigen Outdoor-Nischenblogs zählen dürfte.

Insofern verwundert es nicht, dass sie ISPO.com nicht nur verrät, wie die Wahl-Allgäuerin ihren Besuch bei der OutDoor by ISPO fand, sondern auch, was sie gerade nachdenklich macht.

Erika Dürr, www.ulligunde.com:

„Ich empfand die Münchner OutDoor by ISPO sehr luftig und entspannt. Viele Gesprächspartner hatten ­– ganz im Gegensatz zu früheren Messen – ausgiebig Zeit zum Quatschen. Auch dass alles nicht so eng gestellt und viel Luft zwischen den Ständen war, fand ich richtig gut. Aber klar: Das herrliche Flair vom Bodensee fehlt einfach. In den letzten Wochen und Monaten umtreibt mich allerdings eher etwas anderes: Früher empfand ich Facebook als wunderbaren Ort, um direkt mit meinen Lesern in Kontakt zu kommen. Echte Reaktionen, viel Inspiration, wirklich tolle Bekanntschaften. Inzwischen empfinde ich Plattformen wie Facebook und Instagram oft eher als Sumpf, in dem man nur noch selten echte Inspiration oder ‚Gespräche’ findet: Zu oft das gleiche Motiv, zu viele nichtssagende Grinsebilder, zu viel ‚Nice content! Check my page!’.“ 

Erika ist auch bei diesem Thema glaubwürdig. Schließlich hat sie nicht nur bewusst schon mal einen Monat gänzlich auf Social Media verzichtet, sondern ist auch eine der wenigen Outdoor-Influencerinnen, die sich zum Beispiel der Initiative #InstagramByFairMeans angeschlossen haben, die einen korrekten und verantwortungsvollen Umgang mit der angesagten Social-Media-Plattform propagiert. Man darf also gespannt sein, wo sich die Outdoor-Influencer-Szene hinentwickelt.

In jedem Fall hat sie sich als wichtiges Element der Branche etabliert. Genauso wie sich die OutDoor by ISPO – neben der ISPO Munich – als wichtiger Treffpunkt für Aussteller, Influencer und andere Branchenvertreter etabliert hat, um in den direkten Dialog miteinander zu treten. Interessierte Blogger, Instagramer oder Youtuber können sich im Übrigen auf der Blogger und Influencer Website der OutDoor by ISPO für einen Erstkontakt und den Blogger-Newsletter (an-)melden.

Autor:
Björn Köcher
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