Autor:
Lars Becker

Top-Experte Andreas Breitfeld kommt zur ISPO Munich Online

Biohacking wie Haaland und Gnabry: Der Trend zur Selbstoptimierung

Biohacking heißt der neue Trend zur körperlichen Selbstoptimierung. Beschleunigt wird er von der Corona-Pandemie, die das Bewusstsein für die körperliche und geistige Gesundheit gestärkt hat. Der deutsche Experte Andreas Breitfeld erklärt das Thema und gibt auf der ISPO Munich Online (1. bis 5. Februar 2021) noch tiefere Einblicke.

Superstar Erling Haaland von Borussia Dortmund setzt auf Biohacking.
Superstar Erling Haaland von Borussia Dortmund setzt auf Biohacking.

Der norwegische Fußball-Weltklassestürmer Erling Haaland hat ein Geheimnis seiner außergewöhnlichen Klasse verraten: Biohacking. Der Torjäger von Borussia Dortmund benutzt in seiner Freizeit zum Beispiel eine Spezialbrille, die das Blaulicht von Handy oder Fernseher herausfiltert. Dadurch kann er besser schlafen und damit schneller regenerieren. Bei der Ernährung setzt Haaland besonders auf Nahrungsmitteln mit gesunden Fetten wie Avocados, Nüsse oder Samen.

Zu den Anhängern des neuen Trends zur Selbstoptimierung zählt auch der deutsche Fußball-Nationalstürmer Serge Gnabry vom FC Bayern München. Und selbst sein berühmter Teamkollege Robert Lewandowski setzt im Ernährungsbereich und beim Schlafen auf Elemente aus dem Biohacking.

„Wenn solche Stars offen sagen, dass sie Biohacker sind, erhöht das natürlich das Interesse – sowohl bei Topsportlern als auch in der breiten Öffentlichkeit“, sagt Andreas Breitfeld im Exklusivinterview mit ISPO.com. Er ist der deutsche Top-Experte im Biohacking, besitzt in München ein Biohacking-Lab mit modernster Technologie und wird auf der ISPO Munich Online (1. bis 5. Februar 2021) Tipps und Tricks zum Trend-Thema weitergeben. Auf ISPO.com gibt er einen Einblick in die fünf Grundlagen des Biohackings

Was ist eigentlich Biohacking?

Übersetzen kann man den Begriff Biohacking laut Breitfeld am ehesten mit „Selbstoptimierung oder selbstverantwortetem Gesundheitsmanagement.“ Vereinfach gesagt, umfasst Biohacking verschiedenste Maßnahmen, um sich physisch wie psychisch besser zu fühlen. Was das konkret bedeuten kann, zeigt das Beispiel des einstigen Fitness-Redakteurs und Gründers einer international agierenden PR-Agentur am eindrucksvollsten.

„Ich war mit Anfang 40 komplett kaputt und habe mich schlechter gefühlt als andere mit 80 oder 90. Ich hatte keine Körperfunktionen mehr, die richtig funktioniert haben und wollte in Thailand aus dem Leben scheiden“, erzählt Breitfeld. Freunde, sein Hausarzt, seine beruflichen Erfahrungen als Journalist und ein Buch von Tim Ferriss („Der 4-Stunden-Körper“) retteten ihn. Andreas Breitfeld übernahm Verantwortung für seinen Körper und seine Gesundheit. Er entdeckte Biohacking und fühlt sich mit Ende 40 nun vital wie nie zuvor.

 

Biohacking-Grundlagen: 1. Ernährung

Ein ganz wichtiger Punkt ist, den Weg zurück zur Natur zu finden. „Das geht auf dem Teller los. Das ganze Convenience Food schadet auf Dauer. Das Essen sollte aus frischen, natürlichen Zutaten zubereitet sind“, sagt Breitfeld. Leistungssportler wie Erling Haaland achten dazu noch auf die richtige Verteilung von gesunden Fetten und Kohlenhydraten.

Ein elementarer Schritt beim Biohacking: Die Ernährung umstellen
Ein elementarer Schritt beim Biohacking: Die Ernährung umstellen

Biohacking-Grundlagen: 2. Leben mit den Elementen

Schützende Kleidung ist zwar die Grundlage des Outdoor- und Sport-Business, aber beim Biohacking ist weniger mehr. „Wir brauchen Licht, Wärme und Kälte. Ein positiver Umgang mit Stress tut unserem Körper gut“, sagt Breitfeld. Also auch im Winter nicht immer luftdicht eingepackt nach draußen gehen, sondern die Elemente erleben. Das stärkt die Abwehrkräfte.

Biohacking-Grundlagen: 3. Aha-Erlebnisse & Sport und Spiel für Körper und Geist

Andreas Breitfeld legt sich früh fünf Minuten in sein Eisbad – dann fühlt er sich topfit für den Tag. Aber es muss nicht gleich Eisbaden sein: „Als Einstiegsdroge reicht schon kalt duschen. Der Körper braucht Aha-Erlebnisse.“ Deshalb empfiehlt der Biohacking-Guru auch, sich einfach „zwei bis drei Mal pro Woche barfuß auf den Acker zu stellen: Das erdet ungemein.“

Unser Körper funktioniere noch nach dem gleichen Bauprinzip wie vor Tausenden Jahren. Deshalb sei Dauersitzen komplett kontraproduktiv: „Auch wenn man im Homeoffice sitzt, sollte man sich in jeder Stunde zumindest fünf Minuten die Füße vertreten, Hanteln stemmen oder einfach sein Kind in die Luft werfen.“ Es sei wichtig, sich neben körperlichem Training auch spielerische Aspekte ins Leben zurückzuholen und so häufig wie möglich zu lachen.

Biohacking-Grundlagen: 4. Gesunder Schlaf

Wenn die seelische und körperliche Leistungsfähigkeit bröckelt, merkt man das zuerst beim Schlaf. Mit einem Schlaftagebuch oder passenden Wearables kann man sich selbst einen Überblick verschaffen. „Der Schlaf ist der Schlüssel zu allem. Zu spätes Essen, zu viel Alkohol, zu viel Computer oder Handy am Abend sind Gift dafür“, sagt Breitfeld.

Das Blaulicht aus den technischen Geräten behindert nämlich die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Deshalb macht die Anti-Blaulicht-Brille von Erling Haaland sehr viel Sinn.

Biohacking-Grundlagen: 5. Rotlicht und Co

Neben der Brille hilft die Anschaffung einer rotlichtimitierenden LED-Lampe laut Breitfeld ebenfalls, „richtiges Licht zur richtigen zeit zu konsumieren“. Auch die Zuführung von Antioxydanzien – zum Beispiel über Tabletten oder ein molekulares Wasserstoff-Sprudelgerät – kann bei der Entgiftung des Körpers helfen.

Wer besonders gestresst ist oder zum Beispiel als Kampfsportler häufiger am Kopf getroffen wurde, sollte es mit einer Sauerstofftherapie probieren: „Die meisten sagen nach ein paar Mal in der Sauerstoffkammer, dass sie plötzlich wieder klar denken können.“ Auch Infrarot-Saunakabinen, die ohne die Erzeugung schädlichen Elektrosmogs funktionieren, seien ein guter Tipp für Körper und Geist.

Biohacking im Corona-Zeitalter: „Health is the new wealth”

Die Corona-Pandemie hat wegen des verstärkten Gesundheitsbewusstseins das Thema Biohacking in den Fokus gerückt. Breitfeld: „Ich habe mir auch für die ISPO Munich Online die Schlagzeile ausgedacht: Health is the new wealth.“ Jeder solle sich heutzutage selbst fragen, ob noch alles in Körper und Geist richtig funktioniere und ob man in der Balance sei. Falls nein, sei Biohacking eine mögliche Antwort. „Das ist kein Boot-Camp, aber neben der Umstellung einiger Gewohnheiten gehört ein körperliches Trainingsprogramm natürlich auch dazu“, so Breitfeld.

Er selbst und seine ausgebildeten Biohacking-Trainer wollen zeigen, dass ein „aktives, bewusstes und achtsames Leben in Zeiten mit vielen Einschränkungen auch ohne Fitnessstudios möglich ist.“ Auf der ISPO Munich Online wird er seine Philosophie für den Aufschwung von Körper und Geist in zwei Sessions weitergeben.

Autor:
Lars Becker
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